WÜRZBURG

Standpunkt: Eine elegante Lösung

Wenn Chinesen öffentlich ihr Gesicht verlieren, ist das eine schwere Schande für sie. Bei Problemen mit der Regierung oder Unternehmen aus dem Reich der Mitte ist es deshalb wichtig, dass sie nicht brüskiert werden. Der Fall Huawei belastet die Beziehungen zwischen Deutschland und Peking. Die Bundesregierung fürchtet, der Industriespionage würde durch das neue 5G-Netz ein Tor geöffnet.

Berlin will Huawei aber nicht einfach aus dem Land werfen und damit Konzern und Staatsführung bloßstellen. Deshalb ist die Lösung, die sich das Kabinett überlegt hat, eine elegante. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik soll Huawei testen und überwachen. Ob die Firma den Test besteht, hängt von seiner Strenge ab. Fällt das Unternehmen durch, kann Berlin fachliche Gründe für einen Bann geltend machen. Die Schwierigkeit besteht dann darin, die Tests so zu konzipieren, dass die europäischen Netzwerkausrüster Ericsson und Nokia diese bestehen. Huawei wird wahrscheinlich auch nicht völlig vom Aufbau des 5G-Mobilfunkstandards ausgeschlossen werden. Der Bundesregierung geht es um das Kernnetz, also den sensibelsten Teil der Infrastruktur. Wenn schon zwei europäische Unternehmen als alternative Lieferanten bereit stehen, sollte das Risiko aus Fernost minimiert werden. Der Ausbau könnte wegen des geringen Wettbewerbsdrucks teurer werden, aber diesen Preis ist es wert.

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Ludwig Sanhüter
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