Warum für die Redaktion und den Leseranwalt alle Leser wie Mandanten sind

"Meiner Meinung nach sind Sie in letzter Zeit eher ein Anwalt der Zeitung. Im Regelfall verteidigen Sie die Redaktion gegen Kritik von Lesern. An sich ist das nicht verwerflich. Aber unter dem Deckmantel des Anwalts für Leser gehört das eigentlich nicht.“ Ich verstehe, was mir dieser Leser schreibt, der mir eine Chance gibt, wenn er hinzufügt, „oder habe ich da das falsche Verständnis für Ihre Position?“

So versuche ich, nicht nur bei Zweiflern, Verständnis für die Aufgabe zu gewinnen, die ich 2004 übernommen habe. Die scheinbar juristische Logik eines anderen Lesers bietet mir Gelegenheit zum Einstieg. Er schreibt: „Man stelle sich mal vor, dass der eigene Anwalt vor Gericht plötzlich die Argumente der Gegenseite aufzählt und denen dann auch noch den Vorzug gibt.

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