Franz Alts Oster-Theorien sind wenig überzeugend

Zu den Artikeln „Mit Ostern entsteht eine neue Perspektive der Hoffnung“ und „Jesus und seine engste Gefährtin“ (3.4.):
In der Kritik: Franz Alt
Foto: ArchivThomas Obermeier | In der Kritik: Franz Alt

Zum Beweis für die Auferstehung Jesu berufen sich die christlichen Kirchen auf die Texte der Evangelien, die vom leeren Grab und den Erscheinungen Jesu vor seinen Jüngern berichten, bei denen er mit ihnen gegessen hat und sich sogar leibhaftig berühren ließ. Ist diese vorwiegend materielle Sicht von Ostern theologisch wirklich so gewollt und heute noch glaubhaft vertretbar? Auferstehung im christlichen Verständnis sprengt jeden irdischen Rahmen und jede menschliche Vorstellung. Auferstehung lässt die irdische Dimension endgültig hinter sich und tritt ein in eine völlig neue Dimension der Fülle in Gott. In der Exegese wird heute vielfach anerkannt, dass das leere Grab und die Erscheinungen im Kern immer nur den bei Gott angekommenen Jesus betreffen, und die hierbei berichteten sonstigen Umstände zum Teil Erfahrungen der Jünger darstellen, die auf vorausgegangene Erlebnisse mit dem irdischen Jesus zurückzuführen sind oder aber zur Abwehr von Glaubenszweifeln in die Berichte aufgenommen wurden. Kern der österlichen Botschaft ist und bleibt die Verherrlichung des gekreuzigten Jesus bei Gott. Deshalb hat auch die älteste Überlieferung Auferstehung und Himmelfahrt als Einheit gesehen. Himmelfahrt ist Vollendung der Auferstehung, die so vom materiellen Ballast befreite Auferstehung Jesu bezeugt und beweist auch unsere eigene Hoffnung auf ein gleiches Schicksal, wie es übrigens schon Paulus im Ersten Korintherbrief trefflich beschrieben hat.

Ludwig Dülk, 97076 Würzburg

Aus Dekan Wenrich Slenczkas „Gedanken zum Fest“ springt die Osterfreude von der Zeitung auf die Leser über. Hoffnung schenkend leuchtet darin die einmalige, alles übersteigende Erfahrung der Menschen in Jesu Gefolge mit dem Auferstandenen. Und wie Maria Magdalena erfahren Menschen aller Zeiten bis heute, dass zur Begegnung mit dem Herrn das Loslassen gehört. Auch Franz Alt hat in „Einblicke“ seine Auffassung vom Ostergeschehen kundgetan: Kreuzigung Jesu am Freitagnachmittag und Ohnmacht. Die Kreuzigungsexperten der römischen Soldateska halten ihn für tot und überlassen ihn den Seinen. Die stellen den Geschundenen am Samstag komplett wieder her, und am frühen Sonntagmorgen spaziert er als Gärtner zu Maria Magdalena. Diese Ostergeschichte von Herrn Alt ist so überzeugend wie sein Vorschlag aus vergangenen Tagen, die Elektrizitätsversorgung Deutschlands auf die Verfeuerung von Elefantengras in Kraftwerken umzustellen.

Dr. Reiner Kümmel, 97204 Höchberg

Nein, eine Hure war Maria von Magdala nicht. Das Sammelsurium, das Herr Alt aber hier ausbreitet, lässt sich auch beim besten Willen nicht aus dem „Evangelium der Maria“ ableiten, auf das er sich beruft. Maria von Bethanien, Maria von Magdala und die Sünderin beim Mahl seien ein und dieselbe Person, ist ein Theologenkonstrukt aus dem vierten Jahrhundert, abgesegnet durch eine Verordnung von Papst Gregor dem Großen, völlig abwegig und aus der Hl. Schrift nicht zu belegen. Die Behauptung, Kaiser Konstantin persönlich hätte den Kanon festgelegt, ist schlicht Quatsch. Die Auferstehung kann man nicht beweisen. Sie ist aber mehrfach und glaubwürdig bezeugt. Ob man den Zeugen, die fast alle für ihr Zeugnis das Leben gelassen haben, glauben will oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Auferstehung aber vor diesem Hintergrund als Hokuspokus zu bezeichnen und uns im gleichen Atemzug die dümmste aller natürlichen Erklärungsversuche, die Scheintod-Theorie, zu servieren, ist ein Skandal und eine Veräppelung der Leserschaft. Das sagt deutlicher als tausend Worte, was von den Thesen des Herrn Alt zu halten ist.

Hermann Michel, 97957 Wittighausen

Franz Alt mokiert sich über das, was feministische Theologinnen über Maria Magdalena geschrieben haben, um sich selbst dann über den Tod Jesu in Spekulationen zu verlieren. Für ihn hat Jesus die Kreuzigung überlebt und wurde anschließend von seinen Freunden Josef von Arimathäa und Nikodemus zwischen Karfreitag und dem Ostermorgen gesundgepflegt. Er schreibt: Er ist einfach wieder aufgewacht. Franz Alt scheint vor knapp 2000 Jahren dabei gewesen zu sein, als Augenzeuge in erster Reihe direkt neben Maria Magdalena. Oder wie soll ich seine Spekulationen sonst verstehen, die er dann noch veröffentlicht unter dem Titel: Die wahre Geschichte von Jesus, Maria Magdalena und Judas. Geht es etwas bescheidener auch?

Rainer Brandt, 97355 Castell

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