Kein religiöser, aber ein territorialer Konflikt

Zur Berichterstattung über den Konflikt um Bergkarabach:

Christliche Armenien ist vom moslemischen Aserbaidschan angegriffen!? .... so fangen die öffentlich rechtliche und viele private Fernseh- und Radiosender in Deutschland ihren Bericht über diesen neuen, alten Konflikt an, und so manipulieren sie von vornherein ihre Zuschauer und Zuhörer, als ob es sich hierbei um einen religiösen Konflikt handelt? Ich betone ausdrücklich, dass es sich hierbei nicht um einen religiösen Konflikt handelt! Es ist rein territorialer Konflikt!!! Wie alle Aserbaidschaner in Deutschland verfolge auch ich mit Entsetzen und Enttäuschung, wie einige deutsche Politiker und Massenmedien die aktuelle Situation in diesem Konflikt beschreiben bzw. dafür Aserbaidschan verurteilen. Die Politiker wie Martin Sonneborn (verheiratet mit einer Armenierin), Sevim Dagdelen (MdB mit kurdischen Wurzeln) und Co. sehen die Situation als Gelegenheit, um irgendwelche Statements gegen Erdogan zu posten und so eigene Erfolgszahlen hochzutreiben. Ich möchte diese Personen fragen, wann haben sie dieses uralte Problem wahrgenommen? Was wissen sie überhaupt über diesen Konflikt? Und was Sie bis jetzt für die Lösung des Problems getan haben? Nichts! Also, Sie sollten auch jetzt weiterhin schweigen! Mehr als ein Achtel der aserbaidschanischen Bevölkerung besitzt aufgrund des Bergkarabachkonflikts einen Flüchtlingsstatus (Vergleichbare Belastung in Deutschland wäre 10 Millionen Flüchtlinge), und dies seit 30 Jahren. Die Belastung für die Menschen und den Staat dürfte wohl nicht so schwer sein zu verstehen. Aserbeidschan übt gerade sein Selbstverteidigungsrecht gegen einen bewaffneten Angriff aus, ermächtigt durch den Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen. Unsere Soldaten kämpfen auf unserem Boden, nicht auf dem fremden Land. Aserbaidschan möchte nicht neue Gebiete besetzen, sondern eigene, ihm rechtmäßig gehörende und von Armenien rechtswidrig besetzte Gebiete befreien. Trotz des Waffenstillstandes starben bis jetzt an der Grenze fast jeden Tag zivile Bevölkerung und Soldaten. Dies muss endlich unterbunden werden! Aserbaidschan war und ist die Heimat von etwa 20 ethnischen und religiösen Minderheiten wie Lesgier, Talischen, Juden, Russen, Ukrainer, Armenier, die ihre eigenständige Sprache, ihre materielle und geistige Kulturgüter bewahren konnten. Alle diese Minderheiten, einschließlich Armenier, leben in Aserbaidschan in Frieden und Ruhe. Wie sie auch nach der Befreiung von Karabach und umliegende Regionen tun werden.

Siamak Shahmary, 97074 Würzburg

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