Regulierend eingreifen

Die Zusammenhänge des Naturhaushalts eines Weinbergs bilden ein regionaltypisches Agrarökosystem. In dieses kann der Bewirtschafter regulierend und stabilisierend eingreifen. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Lebensgemeinschaft Weinberg in einem komplexen System organisiert, in welchem viele Untersysteme miteinander verknüpft und dadurch stabil waren. Neben Kulturpflanzen wuchsen auch Wildkräuter, Wegrandvegetationen, Vegetationen typischer Mikrostandorte wie Hohlwege, Stütz- und Terrassenmauern. Auch Bäume wie Pfirsiche, Quitte und Maulbeere wurden in Randbereichen geduldet. Durch Zwischenfruchtanbau, Toleranz von Wildkräutern, Aufbringen von Mist aus der Viehhaltung und eine mäßige Bodenbearbeitung wurde die Fruchtbarkeit und Wasserhaltung der Böden bewahrt. Eine beachtliche Verbesserung der Wasserhaltung war durch Terrassenmauern gegeben. Die heutige Form des Weinbaus hat sich in vielen Bereichen vom frühen stabilen Ökosystem Weinberg entfernt. Es entstand durch wirtschaftliche Zwänge eine Monokultur. Die Flurbereinigungen brachten Veränderungen oder den Austausch des gewachsenen Bodens mit sich. Planungsfehler, fehlendes ökologisches Bewusstsein und der unvermeidliche Einsatz der Technik beseitigten Rückzugs- und Randbereiche und beeinflussten die Bodenfruchtbarkeit negativ. Der Einsatz von Pestiziden tat das Übrige. Der Wandel von der Monokultur zu einem funktionierenden Weinbergs- und Bodenökosystem gelingt, wenn wir zur oben beschriebenen Bewirtschaftung zurückkehren.

Manfred Erhard, 97332 Volkach

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