Warum diese Extrawürste?

Zum Artikel "Bischöfe gegen Regierung" (16.12.):

Ein beliebter Spruch in Predigten lautet: Was würde Jesus dazu sagen? Auf den bischöflichen Wunsch zur Verkürzung der Ausgangssperre an Heilig Abend bezogen, würde er vermutlich mahnen: Bitte keine Extra-Würste in meinem Namen! Während sich die meisten Menschen mit teuren Konzepten und hohem Respekt vor dem Leben aller an die Regeln halten, möchten Bischöfe ein bisschen mehr. Dafür legt man Nächstenliebe als eine spezielle Liebe gegenüber sich selbst und seinen Gläubigen aus. Die wahre Nächstenliebe aber, als in Christentum (Bibel) und Humanismus (Charta der Menschenrechte) verankerte allgemeine Menschenliebe, fordert Rücksichtnahme und Solidarität gegenüber allen Menschen, somit auch gegenüber jenen außerhalb der eigenen Gemeinschaft.

Pikant  ist, dass der egoistische Wunsch der Bischöfe Wasser auf die Mühlen extremer Corona-Leugner ist, die unseren Rechtsstaat aus ganz anderen Gründen in Frage stellen. Niemand will Gläubigen ihre traditionsreiche Christmette vermiesen. Die Sonderregelung für diese Feiern an sich ist schon ein außerordentliches Zugeständnis, und damit sollte es auch gut sein. Jeder Christ kann bis 21.00 Uhr bei nur ein wenig gutem Willen seine Religion ausüben, im Gegensatz zu anderen Menschen, die gerne in Großfamilie oder Verein Weihnachten feiern würden und es nicht dürfen. Die Zeit nach dem Gottesdienst bis Mitternacht wird man zuhause als etwas ganz Besonderes genießen und merken, dass Verzicht auf große Dinge kleine Dinge hervorzubringen vermag, welche auch viel Kraft spenden. Jahre später wird es heißen: Weißt du noch, Weihnachten 2020? Was war das doch für ein schöner Tag! Mit Empathie, Rücksicht, Solidarität und selbstlosem Einsatz so vieler Menschen haben wir das geschafft. Es hätte noch viel schlimmer kommen können, als es trotz aller Umsicht traurigerweise für so viele kam.

Frank Stößel, 97299 Zell am Main

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