WÜRZBURG

Otto Oeder: Vor wie nach der Wende Polizist

Jahrgang 1945: Otto Oeder patrouillierte an der westlichen Mauerseite.
| Jahrgang 1945: Otto Oeder patrouillierte an der westlichen Mauerseite.

Otto Oeder

Wie sieht Ihre berufliche Laufbahn aus?

1964 bis 1967 Ausbildung Bereitschaftspolizei Würzburg. Ab 1967 Beamter bei der Grenzpolizei Bad Steben, bis nach der Wende 1990, ab da Umbenennung der Grenzpolizei in Landpolizeistation Bad Steben.

Wie haben Sie die entscheidenden Tage der Wiedervereinigung Deutschlands im November 1989 erlebt? Woran können Sie sich noch besonders erinnern?

Wir konnten hier im Grenzgebiet in Supermärkten nicht mehr einkaufen, da überall DDR-Bürger waren. Ich war bei der Öffnung an der A 9 und A 72, der B 173 und bei zwei Fußgängerwegen vom November 1989 bis April 1990 eingesetzt.

Und wie haben Sie den 3. Oktober 1990 wahrgenommen?

Die Menschen aus Thüringen und wir Franken feierten ein Fest unmittelbar an der ehemaligen DDR-Grenze.

Hatten Sie Hoffnungen oder Ängste, was die Zukunft betrifft?

Keine Ängste, da ich bayerischer Polizeibeamter war.

Wurden im Prozess der Wiedervereinigung von politischer Seite Fehler gemacht? Was hätte man besser machen können?

Wir haben zu schnell die D-Mark rübergeschafft.

Gibt es noch immer Unterschiede oder Vorurteile zwischen West- und Ostdeutschen?

Ja, Unterschiede bei den Frauen in der Rente. West-Frauen bekommen meist weniger als Ost-Frauen. Ost-Frauen waren zwar offiziell an der Arbeitsstelle anwesend, gingen aber zum Friseur und zum Einkaufen.

Welche beruflichen Veränderungen ergaben sich nach dem Fall der Mauer?

Für mich gab es keine beruflichen Veränderungen. Wir waren ja ausgebildete Polizisten und hatten nur zusätzlich die Grenze zu bewachen.

An der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze stehen größtenteils nur braune Hinweisschilder. War es richtig, nahezu sämtliche Grenzerinnerungen zu beseitigen?

Nein, man hätte mehr erhalten müssen.

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