Rottendorf

DGB kritisiert s.Oliver wegen Streichung von 170 Jobs

Der Modekonzern s.Oliver hat den Abbau von 170 Stellen in Rottendorf angekündigt. Das bringt den Deutschen Gewerkschaftsbund in Würzburg auf die Palme.
Der Modekonzern s.Oliver - hier ein Laden in Würzburg - wird vom DGB scharf kritisiert.
Foto: Theresa Müller | Der Modekonzern s.Oliver - hier ein Laden in Würzburg - wird vom DGB scharf kritisiert.

Der DGB-Kreisverband Würzburg hat den Modekonzern s.Oliver wegen des angekündigten Abbaus von 170 Stellen in der Zentrale in Rottendorf scharf kritisiert. Das sei ein fatales Signal mitten in der Corona-Krise, sei doch gerade jetzt Zusammenhalt gefordert.

"Erst 45 Millionen Euro Gewinn machen, im nächsten Schritt jedoch mehr als ein Zehntel seines Personals rauszuwerfen - das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die die Umsätze und Gewinne für das Unternehmen erst erarbeitet haben", wird DGB-Sekretär Viktor Grauberger in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert. Das Familienunternehmen s.Oliver zeige ein "skrupelloses Verhalten".

Was den DGB ganz besonders an s.Oliver stört

Der Konzern mit seinen 1500 Beschäftigten in Rottendorf hatte am Montag den Stellenabbau angekündigt. Begründung: Die Ergebnisse des Unternehmens ließen zu wünschen übrig, also müsse sich s.Oliver für die Zukunft neu aufstellen.

Der DGB-Kreisverband sieht es für die betroffenen Teile der Belegschaft als "besonders tragisch" an, dass s.Oliver keinen Betriebsrat habe. Andernfalls hätte zumindest "ein vernünftiger Sozialplan" ausgehandelt werden können, heißt es in der Mitteilung weiter. So seien die vor der Entlassung stehenden Mitarbeiter dem Wohlwollen der Unternehmensleitung ausgeliefert.

Auf Anfrage dieser Redaktion verwies s.Oliver am Donnerstag in einer Stellungnahme darauf, dass das Unternehmen "mit dem grundlegenden Umbau" seinen Erfolg und die weltweit 6100 Arbeitsplätze langfristig sichern wolle. Der Stellenabbau in Rottendorf sei daher unausweichlich. Die Folgen der Corona-Krise auf die Geschäftsentwicklung "verdeutlicht einmal mehr die Notwendigkeit zum Handeln".

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