Icon Menü
Icon Schließen schliessen
Startseite
Icon Pfeil nach unten
Main-Spessart
Icon Pfeil nach unten
Lohr
Icon Pfeil nach unten

Lohr: „Erfolgreich und schön“: Lohrer Ferienspaß kam in diesem Jahr gut an

Lohr

„Erfolgreich und schön“: Lohrer Ferienspaß kam in diesem Jahr gut an

    • |
    • |
    • |
    Bürgermeister Mario Paul beim Astronautentest.
    Bürgermeister Mario Paul beim Astronautentest. Foto: Heinrich Englert

    „Der Ferienspaß war in diesem Jahr sehr erfolgreich und schön, aber natürlich auch sehr stressig.“ Diese Bilanz hat Kerstin Heine, eine der beiden Pädagoginnen im Jugendzentrum (Juze) der Arbeiterwohlfahrt (Awo), am Dienstag in einem Gespräch mit unserer Redaktion gezogen. Von den Kindern und ihren Eltern seien durchweg positive Rückmeldungen gekommen.

    Das Thema Weltall (“Ferienspaß goes outer space“) habe sehr viel hergegeben, betonte die zweite Pädagogin Elena Häfner. Da sei für jeden etwas dabei gewesen. Insgesamt buchten die Eltern in den drei Wochen 258 Plätze für 192 Kinder, die meisten zwischen acht und zehn Jahre alt.

    Selbst in der eigentlich schwächeren dritten Woche waren noch 73 Kinder angemeldet (sonst nur um die 60). In den ersten beiden Wochen waren jeweils über 90 Kinder eingebucht. Einige Kinder waren die ganzen drei Wochen beim Ferienspaß und wären nach den Worten der beiden Pädagoginnen auch eine vierte Woche geblieben, wenn es diese gegeben hätte.

    Raketen steigen lassen

    Die dritte Woche hielt noch einige Höhepunkte parat. Die Lohrer Jugendpflegerin Lisa Herrmann-Fertig hatte es durch ihre Kontakte geschafft, Michael Schmidhuber vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen nach Lohr zu bekommen. Dieser ließ auf der großen Wiese hinter dem Juze mit den Kindern selbst gebastelte, wassergetriebene Raketen in den Himmel steigen.

    Von der Begeisterung anstecken ließ sich die langjährige Sozialpädagogin im Juze und jetzige Vorsitzende des Fördervereins, Mathilde Lembach: „Wir haben verschiedene Versuche gemacht, mit Sprudelwasser ging es am besten.“ Das Juze sei wirklich stolz darauf, dass jemand vom DLR nach Lohr gekommen sei.

    Schmidhuber zeigte zudem eine Präsentation, wie Astronauten auf einer Raumstation leben, und erläuterte den Kindern auf seinem Laptop, wo sich gerade die internationale Raumstation ISS über der Erde befand. Die meisten Kinder seien sehr interessiert gewesen und hätten viele Fragen gestellt, so Lembach. Die Kontakte von Herrmann-Fertig ermöglichten ferner zwei Online-Schaltungen mit Expertinnen und Experten in der Raumfahrt, darunter Isabel Pitz von der Firma Spacecraft Education. Ganz uneigennützig waren die Kontakte laut Lembach nicht: „Die suchen Nachwuchs.“

    Experimenta beeindruckt

    Ein weiterer Höhepunkt der dritten Woche war nach den Worten von Elena Häfner die Fahrt nach Heilbronn zur Experimenta, nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Science Center. Die Sternwarte und das Planetarium mit seiner Reise durch das Sonnensystem hätten viele beeindruckt. Wegen der vielen Mitmachstationen habe man den vorgesehenen Parkbesuch am Nachmittag gestrichen und sei in der Experimenta geblieben.

    Die meisten Ferienspaßkinder fuhren nach Angaben von Kerstin Heine hinterher mit ihren Eltern in den Urlaub. In anderen Bundesländern habe teilweise schon wieder der Unterricht begonnen. In den Urlaubsländern sei jetzt also Nachsaison.

    Einen Mangel an Betreuerinnen und Betreuern befürchtet die Pädagogin auch in den nächsten Jahren nicht. In den drei Wochen seien neben Häfner und ihr 28 Betreuer (über 15 Jahre) und zehn Helferinnen und Helfer (unter 15 Jahre) im Einsatz gewesen. Die vier Hauptbetreuer und vier weitere seien älter als 18 gewesen, fünf davon vom Fach, die beim Ferienspaß ein Praktikum gemacht oder ihre Semesterferien verbracht hätten. „Wir hatten sogar eine Lehrerin dabei“, berichtete Lembach.

    „Alle waren begeistert“, unterstrich der stellvertretende Awo-Ortsvorsitzende Heinz Schwaiger. Die Faszination des Ferienspaßes übertrage sich auf die Jüngeren. Laut Kerstin Heine waren viele der Betreuer als Kinder beim Ferienspaß. „Sie wollen ihn so gestalten, dass die heutigen Kinder ähnliche Erlebnisse haben wie sie damals.“

    Heranführen an Pädagogik

    Mathilde Lembach hat die Arbeitsatmosphäre begeistert: „Wir führen die Betreuer an das pädagogische Arbeiten heran.“ Für Staunen sorgt laut Schwaiger auch die Logistik, die hinter dem Ferienspaß steckt. Die drei Wochen benötigten mindestens vier Wochen Vorbereitung und mehrere Wochen Nachbearbeitung wie Aufräumen und Abrechnen, so Lembach.

    Sauer aufgestoßen sind ihr Behauptungen, das Juze „bereichere“ sich am Ferienspaß. Sie und Schwaiger betonten, der Ferienspaß sei kostendeckend: „Da bleibt nichts übrig.“ Für die Finanzierung sorgten Teilnehmergebühren, öffentliche Zuschüsse und Sponsorengelder. Eventuelle Fehlbeträge müssten die Awo und der Förderverein abdecken.

    Abschluss des Ferienspaßes war – wie gewohnt – das große Fest Ende vorigen Woche. In seiner Rolle als Vater lobte Bürgermeister Mario Paul das Betreuungsangebot des Jugendzentrums und betonte, es wäre ohne den Ferienspaß schwer, die Kinder in den Ferien gut betreut zu wissen.

    Als Bürgermeister versicherte er dem Vorstand der Arbeiterwohlfahrt, die Stadt werde sie, was die Zukunft angehe, nicht im Stich lassen. In Lohr sei man wie in einer Familie und helfe einander. Die Verwaltung sei dabei, einen Vorschlag auszuarbeiten, um ihn dem Stadtrat vorzulegen.

    Ideen für nächstes Jahr

    Zuvor hatte Heinz Schwaiger auf die schwierige Nachwuchssituation im Verein hingewiesen. In der Jahresversammlung im kommenden Jahr würden einige Vorstandsmitglieder ihr Amt abgeben. Wenn sich kein Nachwuchs finde, sei das Fortbestehen von Juze und Ferienprogramm nicht gesichert. Er wies außerdem auf Lücken in der Finanzierung des Jugendzentrums hin, die dem Vorstand das Leben schwer machten.

    Für das Thema des Ferienspaßes im nächsten Jahr gibt es bereits eine Ideensammlung, die unter den Kindern veranstaltet wurde. Das Jugendzentrum ist ab sofort geschlossen und öffnet Anfang Oktober wieder. Die Einrichtung sucht noch nach einem oder einer Freiwilligen für den Bundesfreiwilligendienst und nimmt Bewerbungen entgegen.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden