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Lohr: Kreative Reflexionen in der Alten Turnhalle: Künstlergruppe Kontraste zeigt neue Jahresausstellung in Lohr

Lohr

Kreative Reflexionen in der Alten Turnhalle: Künstlergruppe Kontraste zeigt neue Jahresausstellung in Lohr

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    Die Künstlerin und Mitbegründerin der Gruppe Kontraste Annette Madré im Dachatelier ihres historischen Hauses am Kaibach.
    Die Künstlerin und Mitbegründerin der Gruppe Kontraste Annette Madré im Dachatelier ihres historischen Hauses am Kaibach. Foto: Wolfgang Weismantel

    Die Künstlergruppe Kontraste lädt 2025 erneut zu ihrer Jahresausstellung in die Alte Turnhalle in Lohr ein. Das diesjährige Thema „Spiegelbild“ bietet vielfältige Interpretationsspielräume und kreative Ausdrucksformen – von gesellschaftlichen Fragestellungen über persönliche Wahrnehmung bis hin zur Naturbeobachtung. Die Ausstellung versammelt Arbeiten von Uli Gubik (Rieneck), Brigitte Heck (Langenprozelten/Gemünden), Annette Madré und Kerstin Römhild (beide Lohr), Thomas Ottenweller (Hammelburg) sowie dem diesjährigen Gastkünstler Thomas Krapf (Aura/Saale).

    Der Ausstellungstitel „Spiegelbild“ verweist zunächst augenzwinkernd auf das Lohrer Schneewittchenjahr. Doch das Thema greift weitere Themenbereiche auf: Es geht um Formen der Reflexion – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

    Inspiration durch Reisen und Natur

    Brigitte Heck verknüpft das Motiv des Spiegelbilds mit Kindheit, Erziehung und Märchentraditionen. Inspiriert von der Zeit mit ihren Enkelinnen hat sie eine vielfältige Werkreihe geschaffen, die klassische Märchenstoffe neu beleuchtet. Ihre Serie „Kinderland“ besteht aus Papierarbeiten und Malerei auf Holz und Leinwand, ergänzt durch Upcycling-Objekte. So entstehen vielschichtige Arbeiten, die nicht nur Märchen erzählen, sondern auch kreativ Fragen nach sozialem Lernen und kindlicher Entwicklung stellen.

    Der Bildhauer Thomas Krapf arbeitet mit der Kettensäge – seine Skulpturen aus heimischen Hölzern wirken zugleich roh und filigran. In mehreren Schichten trägt er Strukturen aus dem Stamm heraus. Inspirationen holt er sich auf Reisen, in der Natur und in der Welt, die ihn umgibt. Perfektion lehnt er ab: „Ich möchte den Baum würdigen und ihm ein neues Dasein als Kunstwerk geben“, sagt Krapf. Seine Skulpturen laden zur Kontemplation ein – und bringen ein Stück Natur in den Lebensraum der kunstinteressierten Gäste.

    Annette Madré schätzt die Gestaltungsfreiheit der Künstlergruppe. Sie stellt Fragen in weitem Spektrum: Was sehen wir wirklich – und was glauben wir zu sehen? Ihre Arbeiten thematisieren Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, Spiegelungen und Vorurteile. Glasobjekte und malerische Arbeiten spielen dabei mit der Illusion des Sichtbaren und führen überraschend vor Augen, wie sehr unsere Wahrnehmung durch Erfahrungen und Erwartungshaltungen geprägt ist. Von Dingen, die man „weiß“, von Geschichten, die man hört. Und oft erfahren wir, wie schnell sich auch das Gegenüber ein Bild von uns gemacht hat.

    Menschliches Gesicht als Spiegel von Emotionen

    Kerstin Römhild zeigt Spiegelbilder, die sich in der Natur in Gewässern wie Seen, Teichen und Bächen finden. Sie ist fasziniert von den Reflexionen, die sich durch Wind und leichte Wellenbewegungen minütlich verändern können und kein reales Abbild des Objektes zeigen, sondern Abstraktionen. Die in der Natur gesehenen und fotografisch festgehaltenen Reflexionen spiegelt sie in Anlehnung an die Funktionsweise eines Kaleidoskops mehrfach weiter. Als Designerin lässt sie sich inspirieren von der Vielfalt der symmetrischen Muster.

    Mit Acrylfarben auf Acrylspiegeln spielt Thomas Ottenweller das Thema der Selbst- und Fremdbetrachtung durch. Gesichter und Augen blicken dem Betrachter aus kleinen, quadratischen Spiegeln entgegen – direkt und eindringlich. Hinzu kommen Kohlezeichnungen, Porträts (unter anderem Alfred Hitchcock) sowie mythologisch inspirierte Werke. Viele seiner Arbeiten wurden eigens für die Ausstellung geschaffen und spiegeln seine Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur in zeitgenössischer Malweise wider.

    Uli Gubik beschäftigt sich mit dem menschlichen Gesicht als Spiegel von Emotionen, Erfahrungen und kultureller Prägung. Die gezeigten „Personeninterpretationen“ entstehen in verschiedenen grafischen Techniken – darunter auch Druckgrafiken, bei denen das Spiegelbild bereits im Verfahren angelegt ist. In der Serie „Materialdrucke im Flow“ werden Druckplatten nur einmal verwendet, wodurch serielle Unikate entstehen – jedes ein Spiegelbild des vorherigen, Teil einer Lebenslinie, aber doch einzigartig. 

    „Spiegelbild“

    Die Vernissage ist am Samstag, 6. September, um 11 Uhr und wird untermalt vom bekannten Jazz-Duett Birgit und Rainer Nöth. Geöffnet ist die Ausstellung von Samstag, 6. September, bis Sonntag, 21. September. Die Öffnungszeiten sind täglich von 14 bis 18 Uhr.

    In Kooperation mit dem Arbeitskreis Schneewittchen und auf Initiative von Katja Bundschuh wird es in diesem Jahr auch eine kleine Ausstellung im Nebenraum des Foyers geben. Hier sind Bilder eines Malwettbewerbs der Grundschule Lohr zu sehen.

    Zum Ende der Ausstellung am 21. September findet das Schneewittchenfest statt, dabei wird ein Preis für die 1. und 2. Klasse sowie ein Preis für die 3. und 4. Klasse im Rahmen einer Veranstaltung vor der Stadthalle Lohr und am Skaterplatz ausgelost. (ww)

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