Bad Kissingen

Alte Folk Musik in neuer Vinothek

Der English Folk Club zieht in die Bad Kissinger Vinothek KissVino um: Dennis Dennehy (links) probiert die Lautsprecher-Anlage aus. Daneben KissVino-Betriebsleiter Bernhard Gößmann-Schmitt
Foto: Isolde Krapf | Der English Folk Club zieht in die Bad Kissinger Vinothek KissVino um: Dennis Dennehy (links) probiert die Lautsprecher-Anlage aus. Daneben KissVino-Betriebsleiter Bernhard Gößmann-Schmitt

Der English Folk Club (EFC) zieht um. Die Veranstaltungen fanden bislang im Gasthaus Adler in Hausen statt. Künftig trifft sich die Fan-Gemeinde rund um Initiator Dennis Dennehy einmal im Monat in der Bad Kissinger Vinothek KissVino. Los geht's schon am 25. August mit dem ersten musikalischen Abend, zu dem auch ein paar illustre Gäste kommen wollen, wie zum Beispiel der renommierte Querflötist Fernando Fracassi (Bad Kissingen). Aber auch der Bayerische Rundfunk wird ein Kamera-Team schicken. Denn dass Dennehy für seine Folk-Club-Veranstaltungen nun GEMA-Gebühren zahlen soll (wir berichteten), hat inzwischen offenbar auch überregional für Interesse gesorgt.

Das Gasthaus Adler sei nicht bereit gewesen, die GEMA-Gebühren für die Auftritte der EFC-Künstler zu übernehmen. „Und wir haben keine Einnahmen, der English Folk Club kann das nicht bezahlen“, sagt Dennehy. KissVino hingegen entrichte für öffentliche Auftritte generell GEMA-Gebühren. Deshalb habe er sich für dieses Haus als künftigen Veranstaltungsort entschieden. Im April habe er sich dann mit den Musikern und Dichtern aus dem EFC zum ersten Mal dort getroffen. „Und alles hat hervorragend geklappt.“

Rundfunk berichtet

„Vergangen Woche schickte mir jemand vom Bayerischen Rundfunk eine E-Mail. Dort stand, dass die Mitarbeiter über Zeitungsberichte auf die aktuelle Diskussion um den English Folk Club und angeblich angefallene GEMA-Gebühren aufmerksam geworden sind“, sagt Dennehy im Gespräch mit der Redaktion. „Jetzt wollen sie unsere Veranstaltung am Samstag besuchen und aktuell darüber berichten.“

Der August sei, was die Veranstaltungen des Folk Clubs angeht, normalerweise ein „schwacher“ Monat, so der EFC-Gründer weiter. Aber das kann jetzt eigentlich nur besser werden. Etwa zehn der rund 70 musikalischen Talente und Poetry Slammer, die Dennehy im Lauf der vergangenen vier Jahre um sich scharte, haben für Samstag fest zugesagt. Aber eigentlich hofft Dennehy, dass noch viel mehr kommen. „Es ist halt nun mal Urlaubszeit, da sind die meisten weggefahren.“

Gebührenforderung besteht weiter

Was die Gebührenmahnung der Gesellschaft für Musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) angeht, habe sich noch nichts Neues ergeben, sagt der EFC-Gründer. Laut GEMA soll Dennehy nämlich für Veranstaltungen des EFC in den vergangenen vier Jahren rund 800 Euro entrichten, weil dort angeblich auch „geschützte Werke“ gespielt würden. Nach Dennehys Angaben handle es sich beim Repertoire der dort vertretenen privaten musikalischen Talente aus nah und fern aber ausschließlich um Traditionals, Volkslieder und Eigenkompositionen.

So genannte Traditionals – Lieder, die ein bestimmtes Alter haben und deren Autoren seit mehr als 70 Jahren verstorben sind – sind aber nicht mehr urheberrechtlich geschützt, erklärte Dennehys Rechtsanwalt Patrick Lülf, auf Anfrage. Auch alte Volkslieder seien deswegen nicht GEMA-pflichtig. Und es gebe sogar etliche Künstler, die nicht bei der GEMA gelistet sind, weil sie ihre Songs für die Öffentlichkeit frei geben, so Lülf weiter.

Viele wollen helfen

Der Konflikt zwischen dem EFC mit der GEMA um angeblich angefallene Gebühren zieht inzwischen Kreise. „Ich habe etliche E-Mails und Facebook-Nachrichten bekommen, in denen mir Leute ihre Unterstützung anboten. Ein paar wollen sogar Geld spenden, falls ich die Rechnung der GEMA bezahlen muss.“ Zum Beispiel meldete sich aus England ein deutscher Gitarrist, der selbst privat mit der GEMA auch schon seine Erfahrungen sammelte. „Sagen Sie mir Bescheid, wie es ausgeht. Notfalls leiste ich meinen Beitrag zu Ihrer Sache“, habe der Musiker in einer E-Mail signalisiert.

Dennehys Anwalt wies die von der GEMA gestellten Forderungen jedenfalls bereits vor ein paar Wochen zurück. Eine endgültige Klärung des Sachverhalts steht derzeit noch in den Sternen. Sollte die GEMA die Forderungen nicht zurücknehmen, schließt Dennehy nicht aus, dass er den Klageweg beschreitet.

Das Angebot stimmt

Dass der English Folk Club ab sofort in KissVino auftritt, findet Betriebsleiter Bernhard Gößmann-Schmitt klasse. Er und sein Team seien gerade dabei, ein Veranstaltungskonzept für die noch relativ neue Vinothek am Bad Kissinger Marktplatz zu entwickeln. Da passe ein Angebot wie das des English Folk Club prima dazu.

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