Bad Kissingen

Wie man in Bad Kissingen einen Impftermin bekommt

Das Impfzentrum Tattersall ist derzeit noch zu. Senior*innen über 80 bekommen dieser Tage Info-Post zur Corona-Schutzimpfung. Warum es viele Fragen zum Impfportal gibt.
Das Impfzentrum Tattersall in Bad Kissingen ist noch geschlossen. Aber über 80-Jährige können sich für den schützenden Piks online schon mal vormerken lassen.  
Foto: Sven Hoppe/dpa | Das Impfzentrum Tattersall in Bad Kissingen ist noch geschlossen. Aber über 80-Jährige können sich für den schützenden Piks online schon mal vormerken lassen.  

Die Impfung gegen Covid-19 ist in diesen Tagen ein beherrschendes Thema. Auch im Landkreis Bad Kissingen wollen alle wissen, wie weit man hier schon mit dem Impfen ist und wann das Impfzentrum öffnet. Seit 11. Januar können sich Impfwillige der ersten Priorisierungskategorie schon im Portal des Freistaats registrieren lassen. Doch bei diesem Vorgang ergeben sich allerhand Fragen, von denen einige hier abgebildet und beantwortet werden.

1618 Bürger*innen im Landkreis haben, nach Angaben des Landratsamts,  inzwischen eine Erstimpfung erhalten (Stand 15. Januar). Bisher wurden hier vorrangig die besonders gefährdeten Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen sowie deren Personal geimpft. Im Landkreis gibt es 26 stationäre Seniorenheime, in denen das Vakzin von den Impfteams vorrangig verabreicht wird, heißt es von der Pressestelle. In 20 dieser Heime haben Bewohner*innen und Belegschaft, falls gewünscht, die Schutzimpfung bereits erhalten.

8200 Briefe an Senioren*innen verschickt

Was die über 80-Jährigen angeht, die daheim leben, so erhalten diese in den kommenden Tagen Post vom Landratsamt. Insgesamt wurden 8200 Schreiben verschickt, sagt Pressesprecherin Nathalie Bachmann. Nach ihren Angaben werden die Senioren*innen in dem Infobrief vor allem auch darüber in Kenntnis gesetzt, wie sie sich online registrieren lassen können (www.impfzentren.bayern). Sobald es Impftermine gibt, werden alle benachrichtigt.

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Wer von diesen Senioren*innen mit dem Computer nicht so fit ist und keine Internetadresse hat, kann sich auch telefonisch von den Mitarbeiter*innen des Landratsamts in dem bayerischen Impfportal registrieren lassen (Tel. 0971/801-1001). Geplant ist, nach Angaben der Pressestelle, auch, diejenigen Senioren*innen im Landkreis, die zu Hause  bettlägerig sind, mit Impfteams zu besuchen. Wann dies sein wird, könne auch erst festgelegt werden, wenn genug Impfstoff da ist.

Mit unter den Ersten in Deutschland, die gegen Corona geimpft werden,  sind die Senioren*innen über 80 Jahren. 
Foto: Archiv dpa/Fred Tanneau | Mit unter den Ersten in Deutschland, die gegen Corona geimpft werden,  sind die Senioren*innen über 80 Jahren. 

4915 Personen aus dem Landkreis schon registriert

1304 Anrufe sind in den vergangenen Tagen (12. Bis 14. Januar) bereits bei der Hotline im Landratsamt, vor allem zum Thema  Terminvergabe wegen einer Impfung, eingegangen, so Bachmann weiter. 4915 Personen (Stand 15. Januar) haben sich insgesamt im Portal bereits registrieren lassen, weiß die Pressesprecherin. Wichtig ist auch: All diejenigen, die nicht zum Personenkreis der über 80-Jährigen gehören, werden gebeten, die Hotline des Landratsamts für die Senioren*innen freizuhalten.

Denn konkrete Termine im Impfzentrum können aktuell noch nicht vereinbart werden, wird Landrat Thomas Bold in der Pressemitteilung des Landratsamts zitiert. Wann geimpft werden kann, hänge in erster Linie davon ab, zu welchem Zeitpunkt welche Menge an Impfstoff zur Verfügung stehen.

Gedacht ist allerdings daran, das Impfzentrum möglicherweise in der vierten Kalenderwoche, zumindest mal an einem Tag, zu öffnen, sagt Pressesprecherin Bachmann. Der Probelauf dort sei sehr gut verlaufen: "Es wurden dort an einem Tag mal 81 Personen geimpft, die im Rettungsdienst und in den ambulanten Pflegediensten arbeiten."

Fragen, die Impfwillige vor dem Registrieren bewegen:

Und hier noch wichtige Antworten, die diese Redaktion mit einem Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums erarbeitet hat.

Warum gibt es das Impfportal des Freistaats?

Die Registrierung über das Portal soll helfen, die Impftermine zu koordinieren und zu verteilen. Die wichtigsten Daten der Menschen, die geimpft werden möchten, liegen so zeitnah digital vor. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann aber auch weiterhin im Impfzentrum vor Ort einen Termin vereinbaren. Wer seinen Termin telefonisch vereinbart, bekommt die Terminbestätigung dann per Post mit den erforderlichen Unterlagen zugeschickt.

Können sich mehrere Menschen im Impfportal mit der gleichen E-Mail-Adresse registrieren?

Nein, das funktioniert nicht. Für jede Anmeldung braucht es eine eigene Mail-Adresse. Auch Ehepartner können keine gemeinsame Adresse verwenden. Wenn die Tochter ihre oder der Sohn seine Mailadresse verwendet, um Vater oder Mutter zu registrieren, kann sie oder er diese später nicht auch noch zur eigenen Registrierung nutzen. Das Ministerium begründet dieses Vorgehen mit dem Schutz der persönlichen Daten. Neben der E-Mail-Adresse muss deshalb jeder Impfwillige auch noch eine Handynummer mit angeben, und zwar im internationalen Format mit +49 statt einer Null am Anfang (zum Beispiel: +491791234567 statt 0179/1234567). Per SMS vergibt das Portal später einen PIN, mit dem der vereinbarte Termin freigeschaltet werden kann. Eine Handy-Nummer kann mehrfach verwendet werden.

Ab sofort können sich Impfwillige auf dem Online-Portal des Freistaats für spätere Termine zur Corona-Schutzimpfung registrieren lassen.
Foto: Isolde Krapf | Ab sofort können sich Impfwillige auf dem Online-Portal des Freistaats für spätere Termine zur Corona-Schutzimpfung registrieren lassen.
Vergibt das Portal bei der Registrierung gleich den Impftermin?

Nein. Wer sich registriert, muss warten, bis er zur Terminvereinbarung, abhängig von der Impfstoff-Verfügbarkeit, per SMS oder E-Mail aufgefordert wird. Eine weitere Kontaktaufnahme ist nicht erforderlich, Briefe werden nicht verschickt. Nach der elektronischen Aufforderung kann dann aus einer gewissen Anzahl an Terminen ein Terminpaar (für die erste und zweite Impfung) ausgewählt werden. Die vereinbarten Termine müssen dann nochmal per PIN bestätigt werden.

Wie werden die Termine an die Registrierten vergeben? Kommt derjenige früher dran, der sich eher registrieren lässt?

Nein. Die Vergabe läuft laut dem Ministerium streng nach Priorisierung. Zuallererst erhalten die Mitarbeiter von Kranken- und Altenpflegeeinrichtungen sowie Menschen, die über 80 Jahre alt sind, ihre Impftermine. Sie gehören zur Priosierungsgruppe eins. Dann kommt Gruppe zwei zum Zug. Dazu zählen unter anderem die über-70-Jährigen, Risikopatienten, Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung sowie diejenigen, die sie ambulant oder stationär versorgen. Wer nicht zu diesen Gruppen gehört, soll sich im Augenblick noch nicht anmelden, empfiehlt das Ministerium. Wer sich dennoch registriere, verursache "vermeidbaren Aufwand", da jede Anmeldung geprüft werde.

Welche Daten werden im Impfportal abgefragt?

Neben Geburtsdatum und Adresse wird gefragt, ob jemand in einem systemrelevanten Beruf wie Kranken- oder Altenpfleger tätig. Außerdem wird nach Vorerkrankungen von Adipositas bis Krebs und Diabetes gefragt.

Wie wird überprüft, dass die Daten auch stimmen? Könnte sich ein jüngerer Mensch durch falsche Angaben vordrängeln?

"Falsche Angaben führen nicht zu einer Impfung", stellt das Ministerium klar. Es werde vor Ort überprüft, ob die Registrierten tatsächlich die Kriterien für eine Impfung erfüllen.

Weitere Infos zum Thema: www.rki.de, www.bundesgesundheitsministerium.de, www.stmgp.bayern.de

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