BAD BRÜCKENAU

Diskussion um Mobilfunkmast

Erhitzte Gemüter vor der Sitzung des Hauptausschusses in Bad Brückenau am kommenden Montag: Die Stadträte sollen über die Errichtung eines Mobilfunkmastes im Römerhager Forst nahe der Malteser-Klinik „von Weckbecker“ entscheiden. „Unserer Klinik, die auf Naturheilverfahren setzt, würde das extrem schaden“, so Geschäftsführerin Petra Steil.

Von den Plänen habe die Klinik erst vor kurzem erfahren. Die Westheimer Firma Elektrobau Bellinger hatte im Namen der Stadtwerke um die Zustimmung zu einer Bauerlaubnis gebeten. In offener Bauweise sollte ein Versorgungskabel für den Mobilfunkmast von einer Trafostation auf dem Grundstück der Weckbecker-Klinik geführt werden.

Naturheilverfahren

Mit einem Sendemast kaum 100 Meter von der Klinik entfernt sei es extrem schwierig Patienten von einem Aufenthalt zu überzeugen. „Als Fachklinik für Naturheilverfahren haben wir überwiegend Patienten, die dem Thema Gesundheitsbelastung durch Strahlung, Elektrosmog und ähnlichem sehr kritisch gegenüberstehen“, so Petra Steil. Die Klinik betreut ausschließlich privat zahlendes Klientel, das sich den Aufenthaltsort selbst aussucht. Rund 90 Mitarbeiter sind bei Weckbecker beschäftigt. Sollte der Mobilfunkmast realisiert werden, sieht die Geschäftsführerin Arbeitsplätze in Gefahr. „Unsere Gäste werden an andere Orte abwandern.“ Auch für die Stadt bedeute der Mast einen Imageverlust. „Ein Kurort ist auf ein positives Erscheinungsbild angewiesen.“

Damit trifft Petra Steil auch die Position der Interessensgemeinschaft Mobilfunk, in der Bad Brückenauer Bürger zusammenarbeiten. Bereits 2005 waren die Bürger gegen Mobilfunkpläne engagiert. „Uns geht es in erster Linie um den Landschaftsschutz“, so der Sprecher der Gemeinschaft Otto Leidenberger. „Der Sendemast würde weit über Baumhöhe hinausragen und von überall das Stadtbild dominieren.“ Das Objekt soll etwa 45 Meter hoch in die Landschaft ragen.

In einem mehrseitigen Schreiben erinnert die Interessensgemeinschaft außerdem an die Weltmeisterschaft 2006. „Strahlungsarm“ hieß noch vor zwei Jahren das Alleinstellungsmerkmal für die Kurstadt. „Von unseren Gästen wird das äußerst positiv aufgenommen“, beteuerte damals noch der Stadtsprecher Bernhard Ganser.

Kein Bedarf

Die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks ist persönlich gegen den Bau des Mobilfunkmastes. Gleich der Begründung der Interessensgemeinschaft liegt ihr Argument beim Landschaftsschutz, der für die Stadt ein sehr wichtiger Aspekt sei. Zudem sieht Meyerdierks keinen Bedarf für einen Sendemast. „Neuen Techniken werde ich mich nicht verschließen, aber in unserem Gebiet gibt es keine Lücken, die ein neuer Sendemast abdecken müsste.“

Laut dem Schreiben der Interessensgemeinschaft sei noch nicht geklärt, ob Menschen, die im Strahlungsumfeld wohnen, gesundheitliche Schäden drohen. Eindeutige Untersuchungen gibt es nicht.

Vor allem für Petra Steil und die Weckbecker-Klinik spielt dies eine Rolle. „Das subjektive Empfinden einer Gefährdung, besonders bei sensiblen und um die Gesundheit besorgten Menschen ist nicht so einfach auszuräumen, auch nicht mit Gutachten“, so die Geschäftsführerin.

Mobilfunkmast nahe der Naturheilklinik? – Die Betreiber sind besorgt.
Foto: FOTO Andrea Schartner | Mobilfunkmast nahe der Naturheilklinik? – Die Betreiber sind besorgt.
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