RANNUNGEN (RELI)

Wer arbeitet, muss löhnen

Ein Planfest, das nur alle zehn Jahre stattfindet, will sorgfältig vorbereitet werden. Die Burschen des Planvereins hängen sich denn auch auch dementsprechend in die Seile.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Am Samstag fertigten sie mit der Seildrehmaschine rund 13 Kilometer blau-weiße Seile. In verschiedenen Stärken und Längen werden die Seile beim Aufstellen und zur Absicherung des Planbaumes benötigt. Ganz dicke Seile brauchen die Helfer zum Sichern des Baumes, die mittleren für die Hölzer zum Aufrichten und die dünne Sorte zur Befestigung der geschmückten Kränze.

Fachkundig unterstützt wurden die Burschen bei ihrer Arbeit von Josef Berninger, Konrad Hofmann, Wilhelm Zehner, Kurt Seufert und Ludwig Hofmann - Männern, die schon vor 40 oder 50 Jahren im Planverein aktiv waren.

Ab 16 Jahre werden die Burschen im Planverein aufgenommen. Nach oben ist dem Alter keine Alter Grenzen gesetzt, nur: verheiratet dürfen die Jungs nicht sein. Die Männer, die schon unter der Haube sind, dürfen den Baum aufstellen. Das war schon immer so und die Tradition soll natürlich fortgesetzt werden. Im Planverein finden sich heute 38 Mitglieder, allerdings zählen nur die Burschen. Die Damen sind Tanzpartnerin für den Plantanz, sie "dürfen" allerdings auch bei der Bewirtung mithelfen.

Auch der Planbaum hat so seine Besonderheit. Mit rund 26 Metern Höhe wird er fast die Spitze des Kirchturms erreichen. Das lange Wahrzeichen setzt sich im unteren Teil aus einer dicken Tanne und im oberen aus einer Fichte zusammen. Der Kranz in schwindelnder Höhe, den noch einmal drei kleinere schmücken, hat einen Durchmesser von vier bis fünf Metern. Die Fahne auf der Spitze wird extra für jedes Planfest vom jeweiligen Planverein entworfen und neu gefertigt.

Wie Vorsitzender Markus Bretscher und Stellvertreter Michael Dittmann berichten, kommt der Tanne eine besondere Bedeutung zu. Während die Fichte recht unspektakulär schon am Freitag vor dem Fest geschlagen wird, wird die Tanne am Samstag, 14. Oktober, nach alter Tradition gefällt. Seit 220 Jahren muss der Nadelbaum am Festsamstag bis zum ersten Kirchengeläut fallen.

Ein langer Tag steht für die Burschen dann an. Schon um 2 Uhr nachts machen sie sich auf den Weg und holen die Vorsitzenden mit Kutsche und Musik zu Hause ab. Danach gehts gemeinsam in den Wald. Ist die Arbeit getan, sind ab 6 Uhr zwei Burschen mit der Kutsche im Ort unterwegs und rufen den Plan aus. Um 13 Uhr werden Tanne und Fichte, mit Eisenbeschlägen verbunden, vor dem Kriegerdenkmal aufgerichtet.

Für Müßiggänger sind die Tage des Planfestes vom 14. bis 16. Oktober keine schlechte Zeit, es darf nämlich nicht gearbeitet werden. "Nicht mal Straße kehren ist erlaubt", erzählt Michael Dittmann. Die Mitglieder des Planvereins führen Kontrollen durch, wer bei der Arbeit erwischt wird, muss eine Kiste Bier rausrücken.

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