RETZSTADT

Jahrgang 2012: fruchtig und harmonisch

Nicht nur sie freuen sich auf einen guten Tropfen 2012: Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Frankens Weinkönigin Melanie Dietrich, Europa-Abgeordnete Anja Weisgerber, Weinbaupräsident Artur Steinmann und die Retzstadter Weinprinzessin Carmen Keupp (von links).
Foto: Joachim Schwamberger | Nicht nur sie freuen sich auf einen guten Tropfen 2012: Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Frankens Weinkönigin Melanie Dietrich, Europa-Abgeordnete Anja Weisgerber, ...

Nicht biblische sieben, sondern nur zwei magere Jahre haben mit der Weinlese jetzt ein Ende: Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner eröffnete am Dienstag in der Retzstadter Weinlage „Langenberg“ (Lkr. Main-Spessart) offiziell die Weinlese des Jahrgangs 2012. Dabei wanderten in den Tagen vorher schon rund 300 000 Liter Traubenmost in die Tanks, nämlich für Federweißen und Federroten.

Der Minister aus dem eher vom Bier geprägten Bayerischen Wald zeigte sich gut informiert über das, was in den kommenden Wochenenden zunächst das Herz der Winzer, danach um so mehr den Gaumen der Weinfreude erfreut. „Der Jahrgang 2012 wird Spitzenweine hervor bringen, die sich auszeichnen durch Harmonie und Fruchtigkeit.“ Besonders der warme Spätsommer mit seinen kühlen Nächten habe die Trauben gesund und mit aussagekräftigen Oechslegraden reifen lassen. Sie lagen bereits in der ersten Septemberwoche bei Werten wie 2009. Und das sei bekanntlich ein äußerst guter Jahrgang gewesen. Besonders beim Riesling und der fränkischen Traditionssorte Silvaner, aber auch bei den Rotweinen seien allerhöchste Qualitäten zu erwarten.

Ein Segen für die leeren Keller

Nach dem schlechten Wetter 2010 und den Spätfrösten im Jahr 2011 mit rund einem Drittel weniger Erntemengen seien die Keller derzeit fast leer. Es sei wie ein Segen, dass man in diesem Jahr einen durchschnittlichen Hektarertrag von rund 85 Hektoliter erwarten könne. Das entspreche einem Gesamtertrag von rund 510 000 Hektoliter im Weinland zwischen Steigerwald, Mainschleife, Untermain, Main-Rhön und Tauberfranken.

Trotz der enormen Trockenheit in Nordbayern habe sich der Sommer positiv auf die Entwicklung der Trauben ausgewirkt. Die Temperatur habe in der letzten Augustwoche sogar höher gelegen als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Steillagen typisch für die Region

Zum Schluss seiner Bemerkungen appellierte Minister Brunner an die Politik, vertretbare und faire Rahmenbedingungen für den fränkischen Weinbau zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Brunner nannte dabei besonders das Steillagenprogramm. Er tat dies auch mit einem deutlichen Blick auf seine Landtagskollegen Eberhard Sinner (CSU), Harald Schneider (SPD) und Günter Felbinger (Freie Wähler), aber auch auf die CSU-Europa-Abgeordnete Anja Weisgerber. Gerade Steillagen verleihen nach des Ministers Worten der fränkischen Weinkulturlandschaft ihr typisches Gesicht.

Große Erwartungen legte auch Weinbaupräsident Artur Steinmann gerade in die späten Sorten wie Riesling, Silvaner und blauer Spätburgunder. Wenn das Wetter mitspiele, brächten diese hoch reife Trauben und damit hochkarätige Weine.

Steinmann machte vor den vielen geladenen Gästen aus Weinbau, Politik und Weinwirtschaft deutlich, dass der Wein als Kulturgut bei der Bevölkerung „angekommen“ sei. Seit jeher seien die Winzer also schon Kulturschaffende. Das gelte auch oder besonders für die rund 3000 Nebenerwerbswinzer.

6000 Hektar Wein in Franken

In Franken wird auf rund 6000 Hektar Wein angebaut. Die durchschnittliche Betriebsgröße gibt der Weinbauverband mit rund 1,3 Hektar an. Etwa ein Viertel der fränkischen Weinbauern lässt den Wein in eigenen Kellern reifen. Der Rest firmiert als reiner Traubenerzeuger und liefert das Lesegut an eine der fränkischen Winzergenossenschaften. Genossenschaftswinzer bewirtschaften etwa 2200 Hektar. Sie sind in Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften organisiert.

Weinbau-Vizepräsident Andreas Oehm erinnerte daran, dass nach langer Zeit dieses Jahr wieder ein „Jahr den Genossenschaften“ ausgerufen worden sei. Die Genossenschaften kümmerten sich in starkem Maße um die Koordination und die Vermarktung kleinerer Rebflächen. Frankens Weinkönigin Melanie Dietrich – vor kurzem erst zurückgekommen von einer Wein-Werbereise aus China – bezeichnete die Weinlese 2012 als Höhepunkt ihrer Amtszeit, die zudem gekrönt werde durch hervorragende Spitzenqualitäten.

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