Wülflingen

Tempo 30 für Wülflingen: "Liegen der Stadt seit Jahren in den Ohren"

Die Initiatoren der Facebook-Gruppe für Verkehrsberuhigung wehren sich gegen den Eindruck, den Bürgermeister bei ihrem Anliegen übergangen zu haben.
Das war Anfang Oktober: Da schilderten Männer, Frauen und Kinder aus Wülflingen der Presse ihr Anliegen in Sachen Verkehrsberuhigung im Ort. Der Haßfurter Bürgermeister fühlte sich dabei übergangen.
Foto: Christian Licha | Das war Anfang Oktober: Da schilderten Männer, Frauen und Kinder aus Wülflingen der Presse ihr Anliegen in Sachen Verkehrsberuhigung im Ort. Der Haßfurter Bürgermeister fühlte sich dabei übergangen.

Im Haßfurter Stadtteil Wülflingen machen sich mehrere Dutzend Bürger stark für mehr Verkehrssicherheit im Ort, sprich für Tempo 30 an den wichtigsten und kritischsten Straßen. Dass sie sich, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen und mit einer starken Stimme zu sprechen, zur Facebook-Gruppe "30 für Wülflingen" zusammen geschlossen haben, hatte zuletzt die Verwunderung von Bürgermeister Günther Werner (Wählergemeinschaft Haßfurt) hervorgerufen. In der Stadtratssitzung Anfang Oktober hatte Werner sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass ihn die Forderung nach Geschwindigkeitsbegrenzung über Facebook und die Zeitung erreicht habe. 

Jede Bürgerversammlung genutzt, um auf Dringlichkeit hinzuweisen

Des Bürgermeisters Kritik in der Ratssitzung, dass ihn die Verfechter für mehr Verkehrssicherheit nicht persönlich vorher aufgesucht, sondern direkt den Weg in die Öffentlichkeit gesucht hätten, will die Facebook-Gruppe so aber nicht stehen lassen. In einer Stellungnahme, die die Redaktion am Mittwoch erreichte, stellen die vernetzten Nachbarn heraus, dass der Stadtführung ihre Forderungen längst bekannt sein müssten: "Seit Jahren liegen die Bewohner von Wülflingen der Stadt in den Ohren, um eine Verkehrsberuhigung zu erreichen", schreiben Rolf Lutz und Alexander Schnaus, die Initiatoren der Facebook-Gruppe. Der Stadtteil habe jede Bürgerversammlung genutzt, um auf die Dringlichkeit hinzuweisen; und in den Versammlungen zur Dorferneuerung seien verschiedene Varianten diskutiert worden, eine Entschleunigung herbeizuführen. 

Ein Brief, der am Ende doch nichts bewegt hat?

Dass die Kommunikation zwischen Wülflingen und dem Rathaus Störungen aufweist, deuten Lutz und Schnaus am Beispiel eines offenen Briefes an den Bürgermeister und die Stadträte an. Das Schreiben in Sachen Tempo-Limit hatte vor knapp vier Jahren ein Kind verfasst und, wie im Ort zunächst vermutet, Bewegung in die Sache gebracht, allerdings nur für den hinteren Bereich der Wässernachstraße Richtung Wässernachhalle. Eine Mutter, die bei der Stadt nachgehakt habe, warum die Tempo-30-Zone nicht ausgedehnt werde, habe dann aber erfahren, dass der Brief gar nicht der Auslöser der Verkehrsberuhigung gewesen sei. Die Stadt habe es einfach so gemacht, will die Frau zur Antwort bekommen haben. 

Lob für Betreuung in Sachen Dorferneuerung

Es ist nicht so, dass die Facebook-Gruppe in ihrer Stellungnahme nur Unmut äußert. So zeigt sie sich mit der Dorferneuerung und dabei mit der Betreuung von Dietmar Will vom städtischen Bauamt zufrieden. Will habe immer ein offenes Ohr für die Fragen und Sorgen der Wülflinger, und die Dorferneuerung habe schon Einiges verbessert. Schikanen und Verkehrsinseln, wie sie offenbar angedacht waren, um den Kraftverkehr abzubremsen, seien aber nur kaum einrichtbar, weil dann landwirtschaftliche Fahrzeuge oder die Müllabfuhr schwerlich durch die Straßen kämen. 

Handeln, bevor vollendete Tatsachen geschaffen sind

So kommt für die Facebook-Gruppe, die aktuell 30 Mitglieder hat, nur eine Verkehrsberuhigung und entsprechende Verkehrsführung mit Rechts-vor-Links in Frage, die alle kritischen Bereiche, etwa Scheuerleinsgasse, Rinngasse oder Gleißnergasse einbezieht. "30 für Wülflingen hat sich gegründet, um auf die Dringlichkeit hinzuweisen, und mit der Stadt das Problem zu lösen, bevor Entscheidungen gefallen sind, die nur schwer rückgängig gemacht werden können", schreiben die Initiatoren am Ende ihrer Stellungnahme. Zu spät wäre es dann, wenn die Dorferneuerung und alle mit ihr einhergehenden Baumaßnahmen abgeschlossen wären.

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