Schweinfurt

Die Sparkasse schließt 2019 wieder mit schwarzen Zahlen ab

Trotz Ertragsrückgangs rechnet das Kreditinstitut im Bereich Schweinfurt-Haßberge mit einem Geschäftsergebnis wie im Vorjahr: einem Gewinn von etwa sieben Millionen Euro.
Die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge ist weiter im Höhenflug und rechnet auch für das Geschäftsjahr 2019 wieder mit schwarzen Zahlen. Noch vor dem Vorliegen der genauen Geschäftszahlen erwartet der Vorstand wie im Vorjahr einen Bilanzgewinn in Höhe von rund sieben Millionen Euro.
Foto: Daniel Naupold | Die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge ist weiter im Höhenflug und rechnet auch für das Geschäftsjahr 2019 wieder mit schwarzen Zahlen.

Die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge hat zwar eine rückläufige Ertragslage, dennoch wird das Geschäftsjahr 2019 wohl mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. "Die genauen Zahlen liegen erst im April vor", so Vorstandsvorsitzender Peter Schleich im Rahmen eines Pressegesprächs am Donnerstag in Schweinfurt. Der Vorstand rechne jedoch damit, dass sich das Ergebnis auf Höhe des Vorjahres einpendeln werde, was einen Bilanzgewinn von rund sieben Millionen Euro bedeuten würde. "Unsere Zahlen sind schwarz, stabil, geordnet. Wir werden Steuern bezahlen und Geld an die Region zurückgeben", so Schleich.

Kundenkredite in Höhe von 2,5 Milliarden Euro

Die Sparkasse habe sich "in einem schwierigen Marktumfeld behauptet". Die Bilanzsumme betrage 4,4 Milliarden Euro, Kundenkrediten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro stünden Kundeneinlagen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro gegenüber. Bei einer Einwohnerzahl von 253 000 im Geschäftsgebiet betreue die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge 147 000 Privatkunden, was einem Marktanteil von 58,1 Prozent entspreche. Betreut würden diese Kunden von 785 Mitarbeitern, darunter 43 Auszubildende.

Wertpapiergeschäft hat noch Luft nach oben

Zur Geschäftsentwicklung erklärte Vorstandsmitglied Roberto Nernosi, die Kundenkredite, das Kerngeschäft der Sparkasse, verzeichneten ein Wachstum um rund 65 Millionen auf –trotz hoher Tilgungen –jetzt etwa 2,5 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen lagen "leider", so Schleich, über den Planungen der Sparkasse. Leider, weil die Sparkasse den Kunden zwar null Prozent Zinsen zahlen muss, dafür aber bei einer Anlage auf dem Kapitalmarkt einen Negativzins bekommt, also Verluste macht. Dafür gab es eine gute Entwicklung, so Nernosi, im Bereich Immobilien –"hier sind wir die unumstrittene Nummer eins am Markt" –und Versicherungen. Im Wertpapiergeschäft gebe es noch Luft nach oben. Hier habe man zwar im vergangenen Jahr 3500 neue Wertpapier-Sparverträge abschließen können. Dennoch habe sich das Kreditinstitut die Aufgabe gestellt, das Wertpapiergeschäft stärker zu fördern.

Was wird 2020 auf die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge und ihre Kunden zukommen? Peter Schleich und Roberto Nernosi wagten einen Ausblick. Es gebe weiterhin große Unsicherheiten für die konjunkturelle Entwicklung. Zölle und Handelskriege - vor allem zwischen China und den USA - hätten große Auswirkungen. Offen bleibe auch die Entwicklung in Europa. Wird die Solidargemeinschaft halten? Welche Auswirkungen hat der Brexit? Wie wirken sich die hohen Kosten des Klimapaketes aus? Wie entwickeln sich die deutschen Schlüsselindustrien wie die Autoindustrie?

"Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wären das höhere Zinsen und eine geringere Preissteigerung."
Peter Schleich, Vorstandsvorsitzender

Der von der Bankenwelt erhoffte Kurswechsel in der Zinsentwicklung nach einem Führungswechsel in der EZB von Mario Draghi auf Christine Lagarde sei leider ausgeblieben, so Peter Schleich. Die massiven Belastungen für Sparer und Sozialsysteme würden deshalb bleiben. Die Zinspolitik habe zwar positive Auswirkungen für Immobilieninvestitionen, doch würden die Zinseinsparungen hier durch die Preissteigerungen auf einem überhitzten Bausektor übertroffen. "Wenn ich mir etwas wünschen dürfte", so Peter Schleich, "dann wären das höhere Zinsen und eine geringere Preissteigerung zum Beispiel beim Bau."

Unangemessenes Inflationsziel

Die EZB habe seit vielen Jahren ein Inflationsziel von 2 Prozent. Das heißt, die Inflation solle unter, aber nahe 2 Prozent liegen, um so für eine hohe Preisstabilität zu sorgen. Seit 2013 liege die Teuerung Jahr für Jahr weit unter 2 Prozent. Wenn man dieses Inflationsziel, so Schleich, auf 1 oder 1,5 Prozent senken könnte, wäre dies zum einen "angemessen und realistisch" und andererseits würde sich die Zinssituation normalisieren. So belastet das Zinsumfeld weiterhin die Ertragslage der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge. Positiv bewertete Roberto Nernosi das Kreditwachstum, das für 2020 auf Vorjahresniveau geplant sei. "Hier herrscht immer noch eine hohe Nachfrage sowohl im privaten wie im gewerblichen Bereich." Das Einlagenwachstum der Kunden soll nach dem Willen des Sparkassenvorstandes geringer als im Vorjahr ausfallen.  Hier gelte es, den Kunden alternative Anlageformen zu vermitteln.

Siehe zur Sparkasse Schweinfurt-Haßberge auch den Beitrag von Wolfgang Sandler zu den langfristigen Prämiensparverträgen

 

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