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Eltmann: Warum mitten in der Kirche eine  Klagemauer steht

In der Eltmanner Stadtpfarrkriche steht zwischen Taufbecken und Altar seit wenigen Tagen eine Mauer. Pfarrer Bernard Öchsner erklärt die Hintergründe.
Sorgen und  Nöte können die Menschen während der österlichen Bußzeit in der Klagemauer in der Stadtpfarrkirche Eltmann ablegen. Pfarrer Bernhard Öchsner nimmt die Anliegen dann mit in die Gottesdienste auf.
Foto: Sabine Weinbeer | Sorgen und Nöte können die Menschen während der österlichen Bußzeit in der Klagemauer in der Stadtpfarrkirche Eltmann ablegen. Pfarrer Bernhard Öchsner nimmt die Anliegen dann mit in die Gottesdienste auf.

In der Stadtpfarrkirche in Eltmann steht jetzt eine Mauer. Keine schöne, glatte oder gar geschmückte Mauer, sondern eine Klagemauer aus grauen Betonsteinen, die deutliche Gebrauchsspuren zeigen. Die Klagemauer soll während der österlichen Bußzeit Sorgen und Nöte von Menschen aufnehmen.

"Viele wissen zur Zeit gar nicht mehr, wohin sie sich wenden sollen mit ihren Ängsten und Sorgen", so Pfarrer Bernard Öchsner im Gespräch mit dieser Redaktion. "Aber Jesus sagt uns zu, dass er alle unsere Sorgen auf sich nimmt, dass wir in jeder Lebenslage bei ihm aufgenommen werden". Deshalb werden die Zettel mit den Sorgen am Karfreitag auf das Kreuz gelegt werden und dann im Osterfeuer verbrannt.

Das Werk ist in sich sehr stimmig

Pfarrer Öchsner freut sich, dass die Idee mit der Klagemauer trotz Corona-Auflagen relativ spontan verwirklicht werden konnte. Kirchenverwaltungsmitglied Wolfgang Müller hatte die Steine auf seinem Bauernhof liegen. Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn errichtete er die Mauer neben dem Taufstein.

Abgerundet wird das Ensemble von der bekannten Kreuz-Ikone von Taizé. "Das ist eine sehr stimmige Kombination: In der Taufe hat uns Gott seine Unterstützung und unbegrenzte Liebe zugesagt und auf die Ikone werden in Taizé jeden Freitag ebenfalls Zettel mit Sorgen und Nöten gelegt".

Die Sorgen der Menschen sind derzeit groß

Dass viele Menschen zur Zeit große Sorgen haben, das weiß der Pfarrer aus vielen Gesprächen, die er führt. Weil aber Corona den Kontakt zu den Gemeindemitgliedern schwieriger gemacht hat, soll die Klagemauer ein offenes Angebot sein. "Ich habe in letzter Zeit mit den verschiedensten Menschen gesprochen. Mit Familienvätern, die während des Homeschoolings der Kinder versuchen, den Anforderungen im Homeoffice gerecht zu werden. Viele von ihnen vermissen die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz mehr als ich gedacht hätte. Schaeffler-Beschäftigte sorgen sich um ihre Arbeitsplätze, Mütter um ihre Kinder, die die Freunde vermissen. Andere ringen mit sich, ob sie sich impfen lassen sollen, fühlen sich durch unterschiedliche Aussagen verunsichert. Und viele sind einfach einsam", so der Seelsorger.

Alle Menschen sind eingeladen, ihre Sorgen und Nöte aufzuschreiben und in die Ritzen und Hohlräume der Eltmanner Klagemauer zu stecken. "Wir nehmen diese Anliegen in den Gottesdiensten der Bußzeit in die Gebete mit auf", erklärt Pfarrer Öchsner. Natürlich meldet er sich auch gerne, wenn auf diesem Wege eine Bitte um ein seelsorgerliches Gespräch an ihn herangetragen wird.

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