Haßfurt

Glosse: Warum der Besuch beim Friseur so gesund ist

Die Salons dürfen ab dem 1. März wieder öffnen. Zum einen müssen strenge Hygienevorschriften beachtet werden. Zum anderen können Kunden mit argen Terminengpässen rechnen.
Endlich wieder gepflegte Haare: Ab dem 1. März dürfen die Friseure wieder öffnen. Der Ansturm ist riesig. 
Foto: Symbolbild: Nicolas Maeterlinck/dpa | Endlich wieder gepflegte Haare: Ab dem 1. März dürfen die Friseure wieder öffnen. Der Ansturm ist riesig. 

"Rosl, hast scho ghört, die Frisöre machen wieder auf."

"Na Gott sei Dank, mein lieber Lubber" - mein Lieblingsnachbar ist heute offenbar gut drauf - "den habe ich inzwischen auch bitter nötig."

"Ich muss ehrlich saachn, ich hab des gar net amal so gemerkt, dass die Frisöre zughat ham."

"Ach, Lubber, da bist Du aber einer von wenigen. Ich bin jedenfalls früh immer froh, dass ich beim Waschen keine Brille auf habe. Ich kann langsam meinen eigenen Anblick schon nicht mehr ertragen."

"Der Söder hat's ja aa gsacht. Es ghört irchendwo aa zur Körperpflege und zur Würde des Menschen. Und mancha ältere Leut - also Du net - könna sich die Haar allenz nix mehr gscheit wasch. Die müssn halt zum Frisör. Es is also höchste Zeit, dass die wieder aufmachen."

"Und außerdem waren die Regeln beim Friseurbesuch ja auch vor dem Lockdown schon sehr streng. Du hast einen Termin ausmachen müssen - obwohl das war vor Corona auch nicht anders -, der Friseur hat Deine Kontaktdaten aufgenommen und alle mussten eine Maske tragen. Dass alles desinfiziert werden muss, versteht sich ja von selbst."

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"Was ja tröstlich is für die Haarschneider, Frisöre wern immer gebraucht. Des is wie Bestatter..."

"...das is aber schon noch eine andere Hausnummer..."

"Ja, aber irchendwo scho. Mit denne Termine wird's aber bestimmt eng. Ich könnert mir vorgstell, dass die Frisöre jetzt gar nix mehr rummkumma. Alla Leut wern auf eemal den Zuschlach ham wolln."

"Das ist richtig. Ich habe gehört, ein Friseur aus Bayreuth will seinen ersten Termin am 1. März gleich um acht Uhr in der Früh für einen guten Zweck auf Ebay versteigern. Wer den Termin haben will, muss bieten. Inzwischen sind schon ein paar Hundert Euro aufgerufen. Der Friseur meinte zwar, er könne das Geld nach dem langen Lockdown selbst gut gebrauchen, aber auf einen Haarschnitt rauf oder runter komme es nun auch nicht mehr an."

"Des find ich wirklich a saugute Idee. Da ham alle was davo."

"Ja und lustigerweise hat eine Kundin gleich, nachdem sie von der Versteigerung hörte, fünfhundert Euro für einen beliebigen anderen Termin - Hauptsache auch am 1. März - geboten. Des Geld will der Friseur auch noch stiften."

"Da muss ich sagen: Reschpeckt. Für a klenns Lädla is des an Haufn Geld."

"Und außerdem haben Forscher von der Technischen Universität Berlin angeblich ausgerechnet, dass das Risiko beim Friseur ähnlich niedrig ist wie in einem Supermarkt. Deutlich riskanter wäre es zum Beispiel, so die Studie, sich in Mehrpersonenbüros aufzuhalten. Wenn das nur halb besetzt ist und die Leute sind dort acht Stunden zusammen, ist das Risiko achtmal höher als beim Haareschneiden, sagt das Papier."

"Des is ja phänomenal. Da geh ich also lieber zum Frisör als in die Ärbert. War ja scho immer mei Red."

"Aber Lubber, mit Deinem breiten Mittelscheitel und in Deinem Alter machst Du ja inzwischen keines von beiden mehr."

"Stimmt aa wieder. Aber aweng lach muss ich beim Thema Frisör trotzdem."

"Warum?"

"Naja, die letzten Monate hat mer scho am Haarschnitt vo weiten könn erkenn, wer alles Schwarzarbeit unterstützt..."

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