Knetzgau

Grünes Licht für ein Gedenkmal

Fand im Jahre 2011 in Knetzgau großen Anklang: die Ausstellung „Wir wollen uns erinnern“.
Foto: Christiane Reuther | Fand im Jahre 2011 in Knetzgau großen Anklang: die Ausstellung „Wir wollen uns erinnern“.

Einen Antrag zum Bau eines Radweges von Knetzgau nach Hainert und weiterführend nach Wonfurt hatten „Die Grünen“ in der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat vorgelegt.

Im Zuge der Erneuerung der Straße von Knetzgau nach Hainert und Wonfurt soll die Autobahnüberführung für Radfahrer und Fußgänger entschärft werden. Im Antrag wird vorgeschlagen, dass auf einer Seite der Straße, von Knetzgau kommend Richtung Hainert, ein kombinierter Rad-/Fußweg mit 250 Zentimetern Breite angelegt wird. Dazu müsste die Autobahnbrücke um etwa 100 Zentimeter verbreitert werden.

Dieser Rad- und Fußweg sei dringend notwendig im Bereich der Autobahnüberführung beziehungsweise im Bereich der Zufahrtswege, soweit diese nicht genügend einsehbar seien. Außerhalb dieser Bereiche, so Peter Werner von den Grünen, sei es wünschenswert, den Radweg auf einer Seite der Straße durchgängig zu ergänzen.

Der Antrag sieht ferner die Sofortmaßnahme vor, im Gefahrenbereich die Geschwindigkeit auf 60 km/h zu beschränken.

Bürgermeister Stefan Paulus grenzte zunächst den Radwegbau auf den Gemeindebereich ein, also auf die Strecke von Knetzgau nach Hainert. Der Radweg sei in diesem Gebiet technisch machbar. Die benötigten Flächen würden sich größtenteils im Eigentum der Gemeinde Knetzgau befinden. Laut Auskunft der Regierung von Unterfranken könnten 50 bis 60 Prozent der Baukosten aus FAG-Mitteln gefördert werden. Bei geschätzten Baukosten in Höhe von 640 000 Euro müsste die Gemeinde Eigenmittel in Höhe von 300.000 Euro aufbringen. Fördervoraussetzung sei, dass ein Bedarf für einen Radweg nachgewiesen werde. Dafür werde die Gemeinde zunächst eine Verkehrszählung durchführen.

Als Erinnerung an die ermordeten unterfränkischen Juden soll in Würzburg an der Aumühle ein Gedenkmal entstehen. Benita Stolz, Fürsprecherin des Gedenkprojektes, stellte während der Sitzung gemeinsam mit ihrem Ehemann das Projekt vor, an dem sich alle unterfränkischen Gemeinden beteiligen sollen. Da es auch im Gemeindegebiet von Knetzgau, vor allem in Westheim, bis 1943 eine jüdische Gemeinde gegeben hat, informierte sich der Gemeinderat über das anstehende Projekt. Ein anderes Projekt, die Ausstellung „Wir wollen uns erinnern“, hat im Jahre 2011 in Knetzgau großen Anklang gefunden.

Als Symbol der Deportation soll jede unterfränkische Gemeinde, in der Juden gewohnt haben, einen Koffer, eine Decke oder einen Rucksack als Kunstobjekt gestalten. Dieses Objekt wird dann in Würzburg im Rahmen des größeren Gedenkobjektes an die Geschichte der ermordeten unterfränkischen Juden erinnern. Das Konzept für das Gedenkmal liegt in den Händen des Künstlers Matthias Braun.

Ein Finanzplan für das Gedenkmal in Würzburg wurde erstellt. Es könne laut Benita Stolz mit Gesamtkosten in Höhe von 200 000 Euro verwirklicht werden. Der Finanzplan sehe vor, dass von den 109 Gemeinden, in den Juden gelebt hätten und zu denen auch Knetzgau zähle, die Kunstobjekte gestellt würden. Und die 200 unterfränkischen Gemeinden ohne jüdische Bewohner sollten sich mit einem Beitrag in Höhe von 500 Euro beteiligen.

Seitens der Gemeinderäte gab es keine große Kritik an dem Projekt. Auf Vorschlag von Bürgermeister Stefan Paulus sollen nun Angebote für Kunstobjekte eingeholt und in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden.

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