Maroldsweisach

Kapitän Josef Friedrich verlässt das Schul-Schiff

Nach 38 Jahren Schuldienst, davon zwölf als Rektor der Mittelschule Maroldsweisach, geht Josef Friedrich in den Ruhestand, der hier die entsprechende Urkunde von Schulrätin Susanne Vodde erhält.
Foto: Helmut Will | Nach 38 Jahren Schuldienst, davon zwölf als Rektor der Mittelschule Maroldsweisach, geht Josef Friedrich in den Ruhestand, der hier die entsprechende Urkunde von Schulrätin Susanne Vodde erhält.

Josef Friedrich, Rektor der Mittelschule in Maroldsweisach, steuert nach zwölf Jahren als Schulleiter seinen privaten Heimathafen an. Seit seiner ersten Lehramtsprüfung im Jahr 1980 geht er nach insgesamt 38 Jahren Schuldienst in den Ruhestand. Seine Verabschiedung am Donnerstagvormittag in der Aula der Mittelschule in Maroldsweisach wurde zu einer „Schiffsreise“ durch sein schulisches Leben. Das wurde bereits bei der Begrüßung durch seine Vertreterin, Agathe Switon, und der Lehrerin Chrysantha Fehn deutlich.

„Für das Schulschiff, der MS Maroldsweisach, hatte unser Kapitän in den letzten zwölf Jahren die gesamte Verantwortung“, sagten Switon und Fehn im Dialog. Stürme und Flauten wurden mit der gesamten Schulcrew gemeistert. Sie streiften auch private Vorlieben des Schulleiters.

„Unser Kapitän verlässt das Schiff, auf dem er viele Eisberge umschifft hat, manchen, die sich zu weit über die Reling beugten, warf er den Rettungsring zu“, sagte Elternbeiratsvorsitzende Tanja Anding. Zwischen den Reden gab es Lieder, Tänze und andere Darbietungen von Schülern.

„Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich darauf freut. Aber nach zwölfjähriger Tätigkeit als Schulleiter und fast vier Jahrzehnten Schuldienst heißt es Abschied nehmen“, so Schulrätin Susanne Vodde. Sie skizzierte das Leben von Friedrich, der 1954 in Prölsdorf geboren wurde. Die Volksschule habe er in Pfarrweisach besucht. Sein Abitur erwarb er am Gymnasium in Bad Königshofen und studierte Lehramt für Volksschulen. 2006 kam er als Rektor an die Hauptschule Maroldsweisach.

„Hier warst du dir deiner Verantwortung für die Schüler immer bewusst, warst ein echter ,Allrounder‘, dem Musik, Sport und digitale Medien am Herzen lagen“, sagte Vodde. Seine optimistische und ruhige Art habe ihn zu einem guten Kooperationspartner in der Zusammenarbeit mit anderen Schulen gemacht. Vodde hob den Humor von Josef Friedrich hervor und den kollegialen Umgang.

Seinen Humor schätzten offenbar auch die Schüler. Maximilian (11) aus der fünften Klasse antwortete auf die Frage, wie er seinen Schulleiter fand: „Er war lustig, machte viele Späße mit uns, aber manchmal war er auch streng. Ach ja noch was: Er hat immer gesagt, dass er nie sauer nach Hause kommen darf, weil seine Frau sonst schimpft.“

Bürgermeister Wolfram Thein, Vorsitzender des Schulverbands Maroldsweisach, sagte, dass Friedrich in zwölf Jahren als Schulleiter bei vielen wichtigen Entscheidungen sein Wissen einbrachte. So hat er die offene Ganztagsschule mit ins Leben gerufen. „Ich bin der Meinung, dass wir alle darauf stolz sein können.“ Auch sei er wesentlich am Erhalt der Mittelschule beteiligt gewesen und man wisse nicht, was ohne Gründung des Schulverbunds passiert wäre.

Thein hob das technische Wissen Friedrichs für die EDV hervor. „Mit dir geht ein Schulleiter und Pädagoge in den Ruhestand, der allen Anforderungen gerecht wurde und wir verlieren dadurch ein gerütteltes Maß an pädagogischer und organisatorischer Kompetenz“, schloss Thein.

Philipp Arnold, Rektor der Mittelschule Ebern, schloss sich als Verbundkoordinator den Glückwünschen an: „Nicht nur das Nachbarschiff Ebern, sondern der gesamte Schulverbund mit den weiteren Schiffen Stadtlauringen und Hofheim möchten dir danken und dich verabschieden. Besonders danken möchte ich dir für deine Herzlichkeit und deinen Humor.“ Das habe es erleichtert, schwierige Sachen zu bewältigen. Arnold dankte Friedrich für dessen Pragmatismus. „Ich arbeite gerne mit Menschen, die bereit sind nach Lösungen zu suchen“, sagte Arnold. Friedrich sei ein zuverlässiger Partner im Schulverbund gewesen.

Conny Zauritz, vormals Bartelmann, blickte auf zehnjährige gemeinsame Arbeit an der Mittelschule Maroldsweisach zurück, wo sie vier Jahre die Vertreterin von Friedrich war. „Es war eine Zeit, an die ich mich gerne erinnere“, sagte sie.

Mattias Weinberger, Vorsitzender des Personalrats im Schulamtsbereich Haßfurt, erinnerte an einen Satz von Friedrich bei dessen Einführung als Rektor: „Ich liebe meine Kinder und Wünsche für sie immer nur das Beste“ – in diesem Sinn habe er die Mittelschule Maroldsweisach auch geführt. Der persönliche Umgang in dieser Schule sei wunderschön gewesen. „Du bist ein Glücksfall für die Schule in Maroldsweisach, die du auch geprägt hast“, stellte Weinberger fest.

„In meiner Zeit als Schulleiter ging es mir nicht um mich, sondern um die Kinder, die mir und meinem Kollegium anvertraut waren“, sagte Friedrich. Dass im Jahr 2006 immer vom Auflösen der Schule gesprochen wurde, habe ihn sehr geärgert. „Dass das abgewendet werden konnte, hat man der engen Zusammenarbeit mit anderen Schulen und der Einführung der Ganztagsschule zu verdanken.“ Der „scheidende Kapitän“ dankte allen an seiner Schule, die mit ihm gearbeitet und ihn unterstützt haben. Die Mittelschule sei ihm ans Herz gewachsen aber er gehe im Wissen, dass sie weiter in guten Händen sein wird.

Ein Tänzchen für den scheidenden Rektor von Schülerinnen.
Foto: Helmut Will | Ein Tänzchen für den scheidenden Rektor von Schülerinnen.
Agathe Switon, stellvertretende Schulleiterin, und Lehrerin Chrysantha Fehn (von rechts) bei ihrer Laudatio auf Josef Friedrich.
Foto: Helmut Will | Agathe Switon, stellvertretende Schulleiterin, und Lehrerin Chrysantha Fehn (von rechts) bei ihrer Laudatio auf Josef Friedrich.
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