Knetzgau

Knetzgau plant ein Neubaugebiet

Alexander Wolf von der ÜZ Mainfranken (Zweiter von links) erläuterte die 'Kaltwärme-Versorgung' des Neubaugebiets Höret II.
Foto: Martin Schweiger | Alexander Wolf von der ÜZ Mainfranken (Zweiter von links) erläuterte die "Kaltwärme-Versorgung" des Neubaugebiets Höret II.

Knetzgau ist ein beliebter Wohnort. 50 bis 60 Personen stünden auf einer Warteliste als Anwärter auf eine Wohneinheit im Neubaugebiet "Höret II", sagte Bürgermeister Stefan Paulus während der Gemeinderatssitzung am Montag im Pfarrsaal. Um allen Interessenten eine Unterkunft bieten zu können, soll das Neubaugebiet nicht wie sonst üblich mit platzschluckenden Einfamilienhäusern bebaut werden. Vielmehr sollen in verschiedenen Bauformen 57 bis 60 Wohneinheiten entstehen.

Claudia Roschlau vom Planungsbüro BaurConsult aus Haßfurt erläuterte die drei unterschiedlichen Konzepte. Allen gemeinsam ist ein Mix aus Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und Bungalows. Die eingeschossigen, barrierefreien Bungalows sollen im Norden des Geländes mit begrünten Flachdächern als Übergang zur Landschaft gebaut werden. In der Mitte sind die Einfamilienhäuser angesiedelt. Sie unterscheiden sich in alleinstehende Anwesen und Reihenhäuser, jeweils mit eine Garage. Im Süden sollen die zweigeschossigen Mehrfamilienhäuser mit jeweils vier Wohneinheiten entstehen. Möglich ist der Aufbau eines "Staffelgeschosses" mit einer fünften Wohneinheit. Das "Staffelgeschoss" ist zurückgesetzt, sodass die Fassade unterbrochen ist.

Ebenfalls im Süden ist ein Parkplatz mit 50 Stellplätzen geplant. Die zweite Variante sieht zwei Mehrfamilienhäuser mehr vor. In der dritten Variante sind die Reihenhäuser in der Mitte mit begrünten Flachdächern ausgestattet. Gärten und Grünflächen um die Häuser sind bewusst klein gehalten, da viele Interessenten keinen großen Garten wünschten. Dafür soll in der Mitte des Areals eine große Grünfläche entstehen, die von allen Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden kann, beispielsweise als Spielplatz für Kinder oder gemeinsame Aktivitäten, wie das Anbauen von Gemüse oder einfach als Treffpunkt.

Wärme durch Geothermie

Durch das Neubaugebiet soll eine insgesamt neun Meter breite Straße führen. Davon sind zwei Meter für Fußgänger und zwei Meter für Fahrradfahrer reserviert. Beheizt werden könnte das Areals mittels "Kaltwärme-Versorgung", die Alexander Wolf vom ÜZ Mainfranken vorstellte. Dabei handelt es sich um Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden, die rund 70 Meter in den Boden versenkt werden (Geothermie). Da mehr als 75 Prozent der Heizwärme kostenlos durch die Umwelt geliefert würden, entstünden die geringsten Betriebskosten unter den verfügbaren Heizsystem, so Wolf. Gleichzeitig könne mit der Erdsonde im Sommer auch gekühlt werden. Weitere Vorteile seien geringe Geräusche und ein geringer Wartungsaufwand.

Ein Nachteil seien die hohen Anschaffungskosten, die derzeit jedoch stark durch den Staat gefördert würden. Bei der anschließenden Diskussion wurde die Breite der Geh-, Fahrradwege und Straße bemängelt, da dadurch viel Fläche versiegelt würde. Statt die Straße zu unterteilen, sollte eine einheitliche Fläche für alle Benutzer in einer verkehrsberuhigten Zone entstehen. Ein weiterer Kritikpunkt war die gemeinschaftliche Grünfläche, die besser auf die Gesamtfläche verteilt werden sollte. Der Gemeinderat wird in einer der nächsten Sitzungen über die endgültige Gestaltung des Neubaugebiets beraten.

Heinrich Düring zum Ehrenbürger gewählt

Posthum einstimmig zum Ehrenbürger gewählt wurde der vor kurzem im Alter von 69 Jahren verstorbene Heinrich Düring. Paulus würdigte Düring als engagierten und angesehenen Bürger der auf vielfältige Weise zum Wohl der Gemeinde gewirkt hat. Unter anderem war er stellvertretender Bürgermeister und Mitglied des Gemeinderats. Neben Leo Maag ist Düring der zweite Ehrenbürger der Gemeinde Knetzgau.

Die Gemeinde Sand will zusammen mit der G.U.T. Haßberge nördlich der Maintalautobahn eine Photovoltaikanlage errichten, die teilweise auf dem Gemeindegebiet von Knetzgau liegt. Paulus sagte, es solle zunächst Klarheit über Bedingungen geschaffen werden, die für oder gegen die Errichtung einer solchen Anlage sprechen. In einer der nächsten Sitzungen soll darüber entschieden werden.

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