Hofheim

Lkw-Orgel startet Deutschlandtour in Hofheim

Organist Lothar Langer aus Obertheres spielte am Sonntag auf einer Lkw-Orgel, die erstmals in Hofheim während eines Freiluftgottesdienstes auf dem Marktplatz zum Einsatz kam.
Foto: Martin Schweiger | Organist Lothar Langer aus Obertheres spielte am Sonntag auf einer Lkw-Orgel, die erstmals in Hofheim während eines Freiluftgottesdienstes auf dem Marktplatz zum Einsatz kam.

Eine Premiere konnten die katholischen Christen von Hofheim am Sonntag auf dem Marktplatz feiern. Im Rahmen eines Freiluftgottesdiensts untermalte erstmals eine Lkw-Orgel eine Messfeier. Die Orgel ist im Eigentum der Orgelbaufirma Hoffmann und Schindler aus Ostheim in der Rhön. Für die beiden Inhaber Christoph und Sohn Dominik Schindler war der Einsatz in Hofheim der Auftakt zu einer Deutschlandtournee.

Der Open-Air-Lkw mit der Orgel kam zunächst um 10 Uhr zur Messfeier nach Hofheim und später zur Maiandacht um 15 Uhr nach Serrfeld. Im Rahmen der Spendenaktion für die Orgelrenovierung in der Serrfelder Kirche "Unsere liebe Frau" wurden diese beiden musikalischen Gottesdienste gehalten. Mit den Spenden soll die Serrfelder Orgel renoviert werden und hoffentlich bald wieder erklingen. An der Orgel spielte Lothar Langer aus Obertheres.

Die Idee zum Bau der fahrbaren Orgel entstand laut Christoph Schindler nach einem schwach besuchten Orgelkonzert. "Kommen die Leute nicht in die Kirche zu Konzerten, dann bringen wir eben die Orgel zu den Leuten", lautete das Resümee bei einem Glas Bier. Als Einsatzplätze kamen Marktplätze, Höfe, Ruinen, Freilichtbühnen, Freiflächen, Stadien, Festhallen oder Scheunen in Frage – als Soloinstrument oder in Kombination mit Bläserensembles, Orchestern, Chören, als Stummfilm-Untermalung oder als Jazz-Orgel.

Nach reiflichen Überlegungen, wie es technisch umgesetzt werden könnte, eine große Orgel mit 29 Registern auf einem Lkw fest zu installieren, entschieden sich die Orgelbauer aus der Rhön für ein luftgefedertes Fahrzeug mit Hebebühne für den schweren Spieltisch und großen seitlichen Türen als Prospekt und Klangaustrittsöffnung. Eine weitere Konstruktions-Vorgabe war die Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichts von 7,5 Tonnen, um das Fahrzeug auch ohne Lkw-Führerschein fahren zu können.

Dies gelang durch den Einbau von Kupfer und Feinzink als Material für die 1830 Pfeifen. Technisch gesehen ist das Instrument eine ganz normale, durch ein modernes Bus-System elektrisch gesteuerte Pfeifenorgel, wie sie auch in einer größeren Kirche stehen könnte. Seit den ersten Einsätzen im Rahmen des Thüringer Orgelsommers im Jahr 1998 erklang die Lkw-Orgel bereits in ganz Deutschland. Besondere Highlights waren die musikalische Vertretung Thüringens im Bachjahr 2000 auf der Expo in Hannover, ein Auftritt in der Harald-Schmitt-Show oder ganz ungewöhnlich in einer Jugendstrafanstalt. Auch im Ausland, wie in Österreich oder Liechtenstein, gab es schon Gastspiele. In diesem Jahr stehen noch Auftritte in Dresden, Frankfurt oder Bremen auf dem Programm.

Laut Christoph Schindler ist die Lkw-Orgel weltweit einzigartig. Mit ihr kann der Organist verschiedene Instrumente nachahmen. Die Orgelbauer aus der Rhön betreuen einige Orgeln in Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Hofheim. In der Pfarrkirche St. Johannes in Hofheim bauten sie im Jahr 1987 eine neue Orgel ein.

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