Ebern

Neues Domizil für Caritas-Frühförderstelle in Ebern

Die Mitarbeiterinnen der Caritas-Frühförderstelle fühlen sich in ihrer Außenstelle im neuen Domizil im Rotkreuzhaus wohl. Im Bild (von links): Stephanie Girschele, Christa Goardou-Sachs, Leiterin Margit Jäcklein und Christiane Hartmann.
Foto: Michael Will | Die Mitarbeiterinnen der Caritas-Frühförderstelle fühlen sich in ihrer Außenstelle im neuen Domizil im Rotkreuzhaus wohl.

Die Wände der Therapieräume und Büros sind farbenfroh bemalt, im langen Flur sind bunte Holzelemente kindgerecht angebracht: Das neue Domizil der Caritas-Frühförderstelle in Ebern, die zum 1. September als Mieter ins Obergeschoss des Rotkreuz-Hauses (Im Frauengrund 12) in Ebern eingezogen ist, wirkt einladend.

"Es geht immer um den Menschen", sagt Mitarbeiterin Stephanie Girschele beim Rundgang – bei der Caritas im Obergeschoss wie auch im Erdgeschoss, in dem die Rettungswache und die Sozialstation des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) beheimatet sind, wie es im Presseschreiben des BRK heißt.

„Wir fühlen uns hier wirklich wohl“, sagt Margit Jäcklein, die Leiterin der Caritas-Frühförderstelle, die ihren Hauptsitz in Gerolzhofen (Landkreis Schweinfurt) hat und Außenstellen in Schweinfurt, Haßfurt und nun auch in Ebern betreibt. Acht Mitarbeiterinnen kümmern sich in Ebern um die Frühförderung von Kindern: drei Heilpädagoginnen, zwei Logopädinnen, zwei Physiotherapeutinnen und eine Ergotherapeutin.

Caritas war auf der Suche nach neuer Bleibe

Ebern sei für die Außenstelle der Caritas-Frühförderung nicht neu. Bislang war das Team in der ehemaligen Berufsschule in der Mozartstraße untergebracht. Da die Tage des alten Gebäudes gezählt sind und an dessen Stelle ein Neubau errichtet wird, musste sich die Caritas auf die Suche nach einer neuen Unterkunft machen. Und so kam sie mit BRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger ins Gespräch, der die Idee hatte, das Obergeschoss im Rotkreuzhaus zu vermieten, so das Presseschreiben weiter.

Dort war seit dem Um- und Neubau des Rotkreuzhauses mit Rettungswache, Sozialstation sowie Räumen für die BRK-Bereitschaft Ebern und die Wasserwacht-Ortsgruppe im ehemaligen Sanitätsgebäude der Bundeswehr im Obergeschoss auch ein Jugendhaus des BRK integriert. Es standen fünf (Gemeinschafts-)Räume mit insgesamt 18 Betten zur Verfügung, ebenso Sanitäranlagen und eine Teeküche. Gedacht war das Jugendhaus insbesondere für Jugend- und Schülergruppen, die hier Veranstaltungen durchführen und übernachten konnten. Die Nachfrage allerdings sei eher gering gewesen.

Zeitweise wurden die Räume auch von der ehemaligen Außenstelle des BRK-Mehrgenerationenhauses Haßfurt genutzt, das hier über ein Jahr Angebote für Jung und Alt auf die Beine stellte. Allerdings musste die Außenstelle wieder geschlossen werden. Nun herrscht wieder Leben im Obergeschoss des Rotkreuzhauses. Alles in allem habe die Caritas nach Worten von Margit Jäcklein bereits rund 60 000 Euro in die neue Außenstelle Ebern investiert, die über einen separaten Eingang erreichbar ist.

Förderung von Geburt bis Schulalter

"Unsere Frühförderung umfasst Beratung, Diagnostik und Förderung", erklären Margit Jäcklein und Stephanie Girschele von der Caritas. Sie komme Kindern ab der Geburt bis hin zum Schulalter zugute, wenn ein entsprechender Förderbedarf fachlich festgestellt worden ist. Die Kosten für die Förderung werden zum einen von den Krankenkassen getragen, zum anderen vom Bezirk Unterfranken – je nach Förderbedarf des jeweiligen Kindes. Genehmigt werde die Förderung jeweils für die Dauer eines Jahres, bei Bedarf stehe eine Verlängerung an.

Der Bedarf sei gegeben, verdeutlicht Jäcklein. Kinder aus Ebern und den umliegenden Gemeinden kommen hierher, sogar aus den benachbarten Landkreisen Coburg und Bamberg. Inzwischen zeige etwa jedes dritte Kind in Deutschland Auffälligkeiten im Verlauf seiner Entwicklung, wissen die Fachfrauen. „Die Frühförderung findet als Einzel- oder Gruppenförderung ambulant in der Frühförderstelle oder als Einzelförderung mobil zu Hause oder im Kindergarten statt“, erklärt Jäcklein.

Gearbeitet wird mit Spezialisten aus verschiedenen Bereichen

Frühförderung sei ein Angebot für Familien, die sich um die Entwicklung ihres Kindes sorgen in den Bereichen der Sprachentwicklung, der motorischen, geistigen oder emotionalen Entwicklung oder der Wahrnehmung. Sie ist ebenso gedacht für Kinder nach Früh- oder Risikogeburten, für behinderte Kinder oder solche, die Auffälligkeiten im Verhalten zeigen. „Wir arbeiten dabei interdisziplinär“, sagt Stephanie Girschele. Spezialisten aus dem pädagogisch-psychologischen und medizinisch-therapeutischen Bereich arbeiten Hand und Hand: Pädagogen, Psychologen, Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten. Träger der Frühförderstelle ist die Caritas-Schulen gGmbH (Würzburg).

Nach den ersten Monaten unter einem Dach, ziehen Caritas und BRK ein positives Fazit, wie es abschließend heißt.

Wer Kontakt zur Caritas-Frühförderstelle aufnehmen möchte, kann sich an die Zentrale in Gerolzhofen unter Tel.: (09382) 315484 oder per E-Mail an info@fruehfoerderstelle-geo.de wenden. Informationen gibt es auch im Internet: www.fruehfoerderstelle-geo.de

Frühförderstelle

Die Frühförderstelle der Caritas hat Tradition: Sie gibt es am Hauptsitz in Gerolzhofen bereits seit 40 Jahren, aktuell sind mit den Außenstellen rund 45 Mitarbeiter tätig.
Pro Jahr werden etwa 300 Kinder gefördert, in Ebern sind es derzeit zirka 25.
Die Frühförderstelle bietet Unterstützung bei Fragen zur Entwicklung und Erziehung, durch Diagnostik zum Entwicklungsstand und bei spezifischen Fragestellungen, durch individuelle Förderung des Kindes und bei Fragen zum Umgang der Eltern mit ihrem Kind im Hinblick auf Verhalten, Schlafen und Schreien.
Unterstützung wird ebenso geboten beim Übergang des Kindes in Krippe, Kindergarten und Schule sowie in Form von Elternberatung und spezifischen Elterngruppen, ebenso durch Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen Fachdisziplinen. 
Quelle: BRK
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