Haßfurt

Nötigung: Zeugin verweigert vor dem Amtsgericht Haßfurt die Aussage

Im Juli hatte eine junge Frau ihren Freund angezeigt. Mittlerweile ist sie mit ihm verlobt und musste daher vor Gericht nicht gegen ihn aussagen.
Zu einem Freispruch nach nur wenigen Minuten kam es vor dem Amtsgericht Haßfurt, nachdem eine Zeugin die Aussage verweigerte.
Foto: René Ruprecht | Zu einem Freispruch nach nur wenigen Minuten kam es vor dem Amtsgericht Haßfurt, nachdem eine Zeugin die Aussage verweigerte.

In fünf Minuten war alles vorbei: Angeklagt vor dem Amtsgericht Haßfurt war am 24. Februar ein 21-Jähriger aus dem Maintal. Der Staatsanwalt berichtete in seiner Anklageschrift, der junge Mann sei im Juli 2020 als Beifahrer in einem Auto von Zell in Richtung Knetzgau mitgefahren - am Steuer saß die Freundin des Angeklagten. Aufgrund eines vorangegangenen Streits habe der Angeklagte die Handbremse ruckartig angezogen. Seine Freundin konnte das Auto in der Spur halten. Dennoch hätte der junge Mann nach Überzeugung des Staatsanwaltes wissen müssen, das es durch sein Handeln zu einem Unfall hätte kommen können, möglicherweise auch mit Personenschaden. Das wertete der Anklagevertreter als gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und als Nötigung.

Der Angeklagte, der mit seiner Verteidigerin Salome Götz gekommen war, machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Als Zeugin war seine Freundin geladen, die nach dem Vorfall bei der Polizei Anzeige erstattet hatte. Die 18-jährige Zahnarzthelferin erschien zur Hauptverhandlung nun als Verlobte des Angeklagten. Da sie nach eindringlicher Befragung durch Richterin Kerstin Leitsch bestätigte, sich mit dem Angeklagten verlobt zu haben, hatte auch sie ein Zeugnisverweigerungsrecht, von dem sie Gebrauch machte.

"Dann sind wir ja schon fertig", sagte die Strafrichterin. Weitere Zeugen waren nicht vorhanden. Deshalb beantragte der Staatsanwalt Freispruch, ebenso die Verteidigerin des Angeklagten. So geschah es dann auch, die Kosten trägt die Staatskasse. Allerdings konnte sich die Richterin nicht verkneifen zu sagen, dass sie an der Verlobung schon ihre Zweifel habe. Außerdem wies die Richterin darauf hin, dass vermutlich eine Bestrafung ohnehin nicht erfolgt wäre, da die Tat vermutlich fahrlässig erfolgt war. Die letzten Worte des 21-Jährigen waren: "Danke, dass sie sich die Zeit genommen haben."

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