Oberaurach

Oberaurach: Bekommt Neuschleichach ein neues Feuerwehrhaus?

Bürgermeister Thomas Sechser überreichte den Gemeinderäten Roland Baumann (links) und Hans Albert (rechts) jeweils eine Urkunde, mit denen die langjährige Zugehörigkeit zum Gremium gewürdigt wird.
Foto: Christian Licha | Bürgermeister Thomas Sechser überreichte den Gemeinderäten Roland Baumann (links) und Hans Albert (rechts) jeweils eine Urkunde, mit denen die langjährige Zugehörigkeit zum Gremium gewürdigt wird.

Der Gemeinderat Oberaurach unterhielt sich über die Feuerwehr Neuschleichach. Denn die benötigt ein neues Fahrzeug, dafür müsste das Gerätehaus erweitert werden. Doch der Tagesordnugspunkt wurde überraschend zurückgestellt.  Vorausgegangen war eine lebhafte Diskussion, bei der mehrere Gemeinderäte dafür plädierten, anstatt einer Erweiterung des Feuerwehrhauses über einen Neubau nachzudenken. 

Das Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Neuschleichach ist 35 Jahre alt und zeigt altersbedingten Verschleiß. Ersatzteile sind nur noch bedingt verfügbar. "Die Ersatzbeschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges ist für die Aufrechterhaltung des Brandschutzes im Bereich Ober-, Unter- und Neuschleichach daher zwingend erforderlich", sagte Bürgermeister Thomas Sechser. Das aktuelle Löschgruppenfahrzeug LF 8 soll durch ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) abgelöst werden. Zusätzlich zur Tragkraftspritze hat dieses Fahrzeug einen eigenen Löschwassertank mit einem Inhalt von mindestens 500 Litern Wasser.

In Neuschleichach gibt es jede Menge Nachwuchs

Besonders erfreulich ist es, so Bürgermeister Sechser, dass die Freiwillige Feuerwehr Neuschleichach seit vergangenem Jahr über eine Truppe ausgebildeter Atemschutzgeräteträger verfügt. Unter der Federführung des zweiten Kommandanten Thomas Huttner, der zusammen mit weiteren Feuerwehrangehörigen die Sitzung als Gast verfolgte, konnten innerhalb kürzester Zeit mit viel ehrenamtlichen Engagement bereits 14 Feuerwehrdienstleistende zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet werden. Die Atemschutztruppe wird durch Feuerwehrdienstleistende der Feuerwehr Oberschleichach verstärkt. Weitere sieben Personen befinden sich derzeit in Ausbildung. Ihre "Feuertaufe" haben die Atemschutzgeräteträger im wahrsten Sinne des Wortes bei einem Pkw-Brand zu Beginn des Jahres in Oberschleichach erfolgreich gemeistert.

Die Beschaffungskosten für ein neues TSF-W belaufen sich auf einen Betrag zwischen 180 000 und  200 000 Euro. Die Regierung von Unterfranken fördert die Neuanschaffung mit einer Summe von 38900 Euro. Voraussetzung ist der Nachweis über einen geeigneten, normgerechten Stellplatz für das neue Fahrzeug. Der bestehende Stellplatz im Feuerwehrgerätehaus Neuschleichach erfüllt diese Voraussetzung nicht.

Es winken Fördergelder für die Feuerwehr

Hinzukommen die ohnehin sehr beengten Platzverhältnisse. Durch einen Anbau, an dem sich die Feuerwehr beteiligen will, könnte zum einen ein normgerechter Stellplatz geschaffen werden und zum anderen die sinnvolle und erforderliche Trennung zwischen Umkleiden und Fahrzeugstellplatz erfolgen. Für den Bau würden 30 000 Euro Zuschuss winken. 

Anfang März fand eine Besprechung mit der Kreisbrandinspektion und allen Beteiligten statt. Hier wurden verschiedene Gebäude- und Fahrzeugkonzepte erörtert, um eine zukunftsorientierte Lösung zu finden. Der zweckmäßige Anbau eines normgerechten Stellplatzes sowie die Neubeschaffung eines TSF-W stellt aktuell die einzige Möglichkeit dar, den Brandschutz zu sichern. 

Das Althütter Feuerwehrhaus ist alles andere als komfortabel

Dritte Bürgermeisterin Sabine Weinbeer stellte die Frage in den Raum, ob nicht ein reiner Zweckbau an einer anderen Stelle sinnvoller und wirtschaftlicher wäre. Das bestehende Gerätehaus sei zu eng, verfüge über keine Umkleiden, kein Warmwasser und keine Außendämmung und habe nicht mal einen Telefonanschluss, der für die Übersendung eines Alarmfaxes durch die Integrierte Leitstelle notwendig wäre. Außerdem würden mit einem Neubau die bestehenden Probleme einer beengten Ein- und Ausfahrt gelöst.

Die Gemeinderäte Dominik Eichhorn und Fatschenbrunns Ortssprecher Felix Ortegel äußerten sich ähnlich. Bürgermeister Sechser zeigte sich überrascht von der Forderung eines Neubaus und machte schließlich den Vorschlag, die Angelegenheit zu vertragen, mit dem sich der Gemeinderat mit einer Gegenstimme einverstanden zeigte. Die Verwaltung wird nun beauftragt, bis zur nächsten Sitzung eine Kostenermittlung für beide Varianten vorzunehmen und die Fördermöglichkeiten auszuloten.

Dirt-Bike-Anlage ist der Wunsch der Jugend

Als Sprecher der gemeindlichen Jugendbeauftragten stellte Michael Thomas dem Gremium einen Zwischenbericht zu geplanten Outdoorsportanlagen vor. Nach einer Online-Umfrage unter den zehn- bis 20-Jährigen der Gemeinde stimmten die meisten für eine Dirt-Bike-Anlage ab. Es folgten die Wünsche nach einem Skaterpark, einem Basketballplatz und eines Ninja-Warrior-Parcours, der quasi eine moderne Trimmdich-Anlage für Jugendliche und Erwachsene ist.

Nach den Worten von Michael Thomas könnte eine Dirt-Bike-Anlage sofort ohne großen Kostenaufwand realisiert werden. In Unterschleichach würde sich dafür eine gemeindliche Wiese  eignen, auf der ortsansässige Bauunternehmen in Eigenleistung Erdhügel aufschütten würden. Bezüglich des Ninja-Warrior-Parcours ist ein Calisthenics-Park angedacht. Dieser umfasst in der Regel Stangen verschiedener Höhe und Position, die Barren und Reck nachempfunden sind. Hierbei könnte bei der Anschaffung mit Fördermitteln gerechnet werden, so Thomas. Im weiteren Vorgehen werden sich die Jugendbeauftragten mit einer Standortsuche beschäftigen und ein Sanierungskonzept für den Tennisplatz in Trossenfurt erarbeiten.

Ehrungen für langjährige Ratsmitglieder

Für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat wurden Roland Baumann und Hans Albert geehrt, die beide bereits seit 2002 dem Gremium angehören. Seit 2008 hat Hans Albert  aus das Amt des Zweiten Bürgermeisters inne und Roland Baumann engagiert sich unter anderem zusätzlich als kommunaler Jugendbeauftragter. Bürgermeister Thomas Sechser überreichte den beiden Jubilaren im Namen des bayerischen Innenministers Joachim Hermann jeweils eine Urkunde, mit denen das langjährige verdienstvolle Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung gewürdigt wird.

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