Bamberg

Schleiereule aus Sandstein ziert die Altenburg - Zum 85. Geburtstag von Edgar Sitzmann

Bei der Enthüllung des neuen Kunstwerks dabei: Von links Edgar Sitzmann, Wolfgang Metzner, Werner Hipelius und Christian Zweyer.
Foto: Marion Krüger-Hundrup | Bei der Enthüllung des neuen Kunstwerks dabei: Von links Edgar Sitzmann, Wolfgang Metzner, Werner Hipelius und Christian Zweyer.

Beeindruckend schön ist sie geworden: Die überlebensgroße Schleiereule aus Sandstein, der aus einem Steinbruch in Seeberg bei Gotha stammt. Und das Beste: Der Vogel kann nicht wie seine Vorgängerin einfach davon fliegen: "Die Eule ist fest verdübelt", lacht ihr Erschaffer, der Bamberger Steinbildhauer Christian Zweyer, der sonst in der Dombauhütte arbeitet und sich der mittelalterlichen Kunst des Steinmetzes bei den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am Dom widmet.

Zweyer war natürlich dabei, als sein Kunstwerk enthüllt wurde. Diesen feierlichen Akt vor zahlreichen Besuchern nahm Edgar Sitzmann höchstpersönlich vor. Schließlich ist der ehemalige Bezirkstagspräsident, Ehrenvorsitzende des Altenburgvereins und Gründer der "Stiftung Altenburg Bamberg" der ideelle Vater dieses gefiederten Objektes.

Auch echte Eulenvogel haußen in der Altenburg

Anlässlich seines 85. Geburtstages im Januar 2020 sollte etwas Bleibendes entstehen, was darüber hinaus den Bambergern eine Augenweide beschert. So beschloss der Vorstand des Altenburgvereins mit seinem Vorsitzenden Werner Hipelius an der Spitze im November 2019, die steinerne Eule in Auftrag zu geben. Edgar Sitzmann ging in seiner Ansprache bei der Enthüllung auf die Vorgeschichte ein. An gleicher Stelle im Burghof beim Turm der Altenburg sei bereits ein Eulenvogel gewesen. Im Zuge des Rückbaues des Zwingers für den verstorbenen Bären Poldi im Jahr 1983 sei auch die Absturzsicherung zum Weg zur jetzigen Hans-Löwel-Klause neu mit gemauerten Pfosten gestaltet worden. "Vorher waren Sandsteinsäulen zur Begrenzung angebracht", erklärte Sitzmann. Im Verlaufe dieser Erneuerung "muss die Eule fortgeflogen sein", denn sie sei in den folgenden 40 Jahren nicht mehr aufgetaucht.

Dafür sei aber im Kamin der E.T.A.-Hoffmannklause immer eine Schleiereule zu beobachten. Und im Bergfried brüte jedes Jahr ein Waldkauzpaar: "Eulenvögel gehören also zum Bestand der Tierwelt auf der Altenburg", wusste Sitzmann. So sei es naheliegend gewesen, für den ehemaligen Platz der früheren Eule wieder eine neue anfertigen zu lassen – ganz dem Stiftungszweck entsprechend für Denkmalpflege, Kunst, Kultur und Landschaftspflege auf der Altenburg.

Geschenk auch zum Mitnehmen: Mini-Schleiereule aus Gips

Für den Altenburgverein, der nun Eigentümer der neuen Wächterin für die Burg ist, dankte Werner Hipelius dem Stifter und dessen Ehefrau Magda. "Durch Aktionen wie diese wird die Altenburg lebendig, und die Bamberger nehmen wahr, dass diese Burg ihre Burg ist", sagte der Altbürgermeister. Der amtierende Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) bezeichnete das neue Objekt als "wunderschönes Kunstwerk, das Bamberg bewachen wird".

Steinbildhauer Christian Zweyer, der den Auftrag auf Vermittlung seines erfahrenen Kollegen Albert Ultsch erhalten hatte, freute sich sichtlich über dieses "Super-Projekt für mich als Bamberger". Um das Ehepaar Sitzmann so richtig an seiner Freude teilhaben zu lassen – und zwar dauerhaft – überreichte Zweyer ihm eine Mini-Schleiereule aus Gips.

Die steinerne Schleiereule in voller Pracht.
Foto: Marion Krüger-Hundrup | Die steinerne Schleiereule in voller Pracht.
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