Haßfurt

Schnee und Eis im Haßbergkreis: Wie ist der Winterdienst vorbereitet?

Die Wetterprognosen für nächste Woche sagen Regen und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt voraus. Für die Straßenmeistereien im Landkreis geht es nun los mit den Räumfahrten. 
Damit die Straßen befahrbar sind, sind die Winterdienste im Landkreis in den nächsten Wochen stetig im Einsatz.
Foto: René Ruprecht | Damit die Straßen befahrbar sind, sind die Winterdienste im Landkreis in den nächsten Wochen stetig im Einsatz.

Es ist soweit. Der Winter hält laut Wetterprognosen für die kommende Woche Einzug im Haßbergkreis – und mit ihm möglicherweise auch Regen, Frost und Eis. Für Autofahrer heißt das vor allem eins: glatte und gefährliche Straßen. In der kalten Jahreszeit geht die Arbeit für die Angestellten der Straßenmeistereien, der Autobahndirektionen und der Tiefbauverwaltung deshalb in die nächste Runde. Kilometer um Kilometer wird geräumt und gestreut was das Zeug hält. Und das benötigt Vorbereitung.

Die Mitarbeiter von Alfons Schanz, dem Leiter der Tierbauverwaltung im Landkreis Haßberge, haben deshalb vor kurzem wieder ihre jährliche Schulung absolviert – ein Training, bei dem die Angestellten die Räumung der Straßen üben. Denn 20 Mitarbeiter kümmern sich darum, dass die rund 320 Kilometer Kreisstraßen im Haßbergkreis auch im Winter passierbar sind und die Fahrt darauf nicht zur Schlitterpartie wird.

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"Wie immer zu dieser Jahreszeit sind unsere Salzsilos bereits gefüllt", berichtet er. Circa 1000 Tonnen sind im Haßfurter Lager, rund 600 Tonnen in Ebern. Denn sobald die Witterung umschlägt, rücken die Räumfahrzeuge aus. Sieben Stück stehen zum Einsatz bereit, drei weitere mietet der Kreisbauhof, wie bereits im vergangenen Jahr, von einer Fremdfirma. Die Fahrzeuge werden winterfit gemacht und mit einem Steuautomaten und einem Schneepflug ausgestattet. 

Das Salzlager in Haßfurt ist auch in diesem Jahr bereits für den kommenden Winter gefüllt. 
Foto: Archivbild: René Ruprecht | Das Salzlager in Haßfurt ist auch in diesem Jahr bereits für den kommenden Winter gefüllt. 

Prinzipiell arbeiten die Mitarbeiter die Straßen nach Prioritäten ab, erklärt Schanz. Besonders wichtig sei die Räumung bestimmter Abschnitte, die sehr gefährlich werden können, beispielsweise die kurvige, steile Straße, die nach Altenstein führt. 

Unterstützt werden die Fahrer der Räumungsfahrzeuge von sogenannten "Beobachtern".  Sie sehen sich, je nach Wetterlage, den Zustand der Straßen an bestimmten Punkten im Landkreis an. Muss dort geräumt werden, alarmieren sie ihre Kolleginnen und Kollegen, die dann zum Räumen kommen. Im Normalfall dauere eine Tour rund dreieinhalb Stunden, berichtet Schanz. Zehn Touren, die durch den Landkreis führen, gibt es. Ziel: Bis 6 Uhr müssen die Straßen frei für den Berufsverkehr gemacht sein.

Feuchtsalz haftet gut auf der Straße

Auch bei der Straßenmeisterei in Zeil, die zuständig für die Staatsstraßen ist, überprüfen Beobachter in den Wintermonaten die Straßenverhältnisse. Neben der Meisterei in Zeil gebe es außerdem noch weitere Stützpunkte im Landkreis, beispielsweise in Ermershausen, sagt Dienststellenleiter Franz Diem. Um sicherzustellen, dass alle Straßen ordentlich betreut werden, arbeiten 26 Personen in wechselnder Rufbereitschaft. Sie kümmern sich um 270 Kilometer Staatsstraßen, 80 Kilometer Bundesstraßen sowie um Teilstrecken in Zeil und Haßfurt, beispielsweise die Nordtangente.

Die Straßenmeisterei Zeil verwende Feuchtsalz, informiert Diem. Das Salzgranulat wird am Streuteller mit Sole besprüht, erklärt er. "Dadurch haftet es besser auf der Straße und hat auch eine längere Wirkung." Um die Strecke ausreichend zu versorgen, liegen momentan 2700 Tonnen Streusalz in Zeil, weitere 800 Tonnen befinden sich im Stützpunkt in Ermershausen. Zusätzlich zum Salz sind außerdem noch an die 90 000 Liter Sole gelagert. 

Häufig Reifglätte im Maintal

Doch nicht nur auf den Kreis- und Staatsstraßen gibt es bei Winterwetter ordentlich zu tun: Die Autobahnmeisterei Knetzgau kümmert sich um rund 110 Kilometer Autobahn A70, die durch den Landkreis Haßberge verläuft. Mit vier Lkw und zwei Unimogs rücken die Mitarbeiter aus, berichtet Straßenmeister Alfred Bauer.

"Die Vorbereitungen sind bereits abgeschlossen. Wir haben die Winterdienstfahrzeuge ausgebaut, die Salzhalle ist voll und die Geräte sind getestet." Auf jedem der Fahrzeuge befinde sich ein Fass, das 6000 Liter Sole fasst. "Die hält 24 Stunden auf der Fahrbahn, die klebt da richtig drauf", erklärt er. Das Mittel eigne sich gut bei Reifglätte, die es oft im Maintal gebe.  Reifglätte entsteht, wenn Luftfeuchtigkeit auf der Fahrbahn festfriert.

55 000 Liter Sole sind momentan in der Autobahnmeisterei auf Lager. Gebraucht werden jedoch an die 300 000 Liter in den Wintermonaten, berichtet Bauer. Nachschub bestellen müsse er jedoch nicht, erklärt er. Die Angestellten mischen die Sole selbst zusammen.

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