Steinbach

Segnung der ersten Trauben mit Gottesdienst in Steinbach

Bei der Traubensegnung (von links): Pfarrer Matthias Rusin, Christian Schmitt, Weinprinzessin Anna-Lena Werb, Markus Brech, Sonja Horn, Martin Fischer, Traubenmädla Sorona Viernekäs und Erhard Virnekäs.
Foto: Günther Geiling | Bei der Traubensegnung (von links): Pfarrer Matthias Rusin, Christian Schmitt, Weinprinzessin Anna-Lena Werb, Markus Brech, Sonja Horn, Martin Fischer, Traubenmädla Sorona Viernekäs und Erhard Virnekäs.

Die Segnung der ersten Trauben hat ein lange Tradition und wird schon im 3. Jahrhundert nach Christus bezeugt. Im Winzerort Steinbach pflegt man seit einiger Zeit wieder diesen alten Brauch und am Sonntag feierte man zum 15. Mal die Segnung der ersten Trauben mit einem Festgottesdienst, beim dem Pfarrer Dr. Matthias Rusin das Gleichnis vom Weinberg in den Mittelpunkt stellte.

Der Initiative des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises ist es zu verdanken, dass dieser Brauch in Steinbach wieder mit Leben erfüllt wurde. Seit dem Jahr 2006 gestalten Winzer aus dem Ort den Festgottesdienst und bringen die Trauben zum Altar, wo die Traubenweihe vorgenommen wird. Der Corona-Pandemie war es jedoch geschuldet, dass die Feier nicht in der St. Wendelinus-Kirche, sondern auf dem Sportgelände der Sportfreunde Steinbach stattfand.

Die Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintales Anna-Lena Werb, Traubenmädla Sorona Viernekäs und Vorsitzende Sonja Horn beim Einzug.
Foto: Günther Geiling | Die Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintales Anna-Lena Werb, Traubenmädla Sorona Viernekäs und Vorsitzende Sonja Horn beim Einzug.

Die Vorsitzende des Arbeitskreises, Sonja Horn, hieß auch die Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintales, Anna-Lena Werb, sowie Traubenmädla Sorona Virnekäs willkommen. Die Blaskapelle „Harmonie“ umrahmte die Feier musikalisch.

Sonja Horn stellte die Bedeutung des Segensgebetes heraus, das symbolisch für ein gutes Gelingen der Traubenernte und einem guten Wein stehen soll und das von Pfarrer Rusin gesprochen wurde.

Vom Weinbacu geprägt

Anna-Lena Werb, Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintales, gab ihrer Freude Ausdruck, dass die Traubensegnung auch in diesem Jahr stattfinden könne. Steinbach sei ja geprägt vom Weinbau und die Winzer zeigten, dass die ersten Schritte der Ernte mit dem Segen beginnen. Dass darüber hinaus in Steinbach alle zusammenhalten, sehe man auch an diesem Fest ganz gut. Traubenmädla Sorona Viernekäs hielt dann ihren Prolog.

Zahlreiche Bürger und Gäste waren bei der Traubensegnung im Winzerort Steinbach dabei.
Foto: Günther Geiling | Zahlreiche Bürger und Gäste waren bei der Traubensegnung im Winzerort Steinbach dabei.

Pfarrer Rusin stellte seine Festpredigt unter das Thema „Gerechtigkeit – hinschauen und mit den Winzern Gott für das danken, was wir von den Weinstöcken ernten“. 

Zufrieden mit dem Jahrgang

Wie man den Steinbacher Winzern (Martin Fischer, Erhard Virnekäs, Karl Hömer, Markus Brech und Werner Schmittt) dann beim Umtrunk anmerkte und entnehmen konnte, sind sie mit dem diesjährigen Traubenjahr zufrieden, auch wenn es wechselhaft gewesen sei. Spätschäden während der Zeit der Eisheiligen hatten zahlreiche Schäden für die Winzer verursacht, aber nicht überall. Auch der Klimawandel werde anscheinend immer stärker. Die warmen Temperaturen ließen die Rebstöcke früher austreiben und dann genügte eine einzige kalte Nacht, um für große Ausfälle zu sorgen. Ebenso macht die Trockenheit den Winzern zunehmend zu schaffen, denn man erlebte nun schon den dritten trockenen Sommer.

Die Blaskapelle „Harmonie“ umrahmte den Gottesdienst und das Fest.
Foto: Günther Geiling | Die Blaskapelle „Harmonie“ umrahmte den Gottesdienst und das Fest.

Winzer Martin Fischer traf der plötzliche Frost bei seinem Weinberg auf der Haßberghöhe/Golfplatz schon stark. „Hier habe ich 80 Prozent Ausfall, während es im Maintal natürlich anders war und die Hänge durch den Nebel geschützt waren." Auch die Trockenheit habe noch Auswirkungen gehabt, aber er habe wässern können und wenn alles reif werde, könne er doch noch auf eine Ernte mit 60 Prozent kommen. Man sei also mit einem blauen Auge davon gekommen.

Wasser für Jungpflanzen

Werner Schmitt, der seinen kleinen Weinberg am Hang zum Maintal hat, ist weitgehend vom Frost verschont geblieben. „Wir sind sehr zufrieden und haben schon Silvaner und Müller-Thurgau geerntet. Natürlich war es in der Menge etwas weniger, aber wir haben die alten Lagen mit Steinmauern, in denen man nicht wässern kann.“ Junganlagen müsse man aber gießen und zahlreiche Winzer hätten ihre Weinberge inzwischen auch mit einer neuen Tropfbewässerung ausgestattet, mit der man der Trockenheit entgegenwirke. Wenn man dort nämlich nicht gieße, gingen die Jungpflanzen kaputt.

"Weniger Wein als im vorigen Jahr, aber ein guter Jahrgang mit starker Fruchtausprüfung", kann man schon vernehmen. Bis zum Genießen muss man allerdings noch bis ins nächste Jahr warten. Als Vorbote darauf kann man aber in diesen Wochen schon den „Federweißen“ kosten.

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