BUNDORF

Utho Schmöller schwört auf Gesteinsmehl

Utho Schmöller aus Bundorf ist seit kurzem Biolandwirt. Aus Überzeugung. Synthetische Dünger, Hochleistungssorten, Massenproduktion auf dem Feld und im Stall – davon hat er sich verabschiedet. Aus freien Stücken. Er sagt: „Unsere Nahrungsmittel müssen wieder zu Lebensmitteln werden.“ Er betont dabei den eigentlichen Sinn der Worte – Nahrung soll für ihn das Leben fördern. Essen sollte mehr Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten als Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe.

Vieles dreht sich für Schmöller um ein feines Pulver: Urgesteinsmehl. Schmöller greift auf altes Wissen zurück, das vielen Landwirten, aber auch Gärtnern, verloren gegangen ist.

Denn Gesteinsmehl war noch vor Jahrzehnten ein gebräuchlicher Dünger. Dann, nach dem Zweiten Weltkrieg, herrschte einerseits Mangel; Menschenmassen mussten ernährt werden. Andererseits hielten die Ideale der Industrialisierung Einzug auch in der Landwirtschaft: Kunstdünger schuf die Voraussetzung dafür, Feldfrüchte in rauen Mengen zu produzieren. Was auf der Strecke blieb, war der Gehalt der Früchte. „Der Mineralstoffgehalt vieler Pflanzen hat sich seitdem halbiert“, sagt Schmöller.

Dabei ist es keine große Kunst, den Mineralstoffgehalt der Pflanzen zu erhöhen: Was man Pflanzen gibt, das nehmen sie auf. Nur fördern synthetische Dünger zwar das Wachstum der Pflanzen, nur Mineralstoffe und Spurenelemente, die fehlen ihnen. Die Pflanzen gehen leer aus. Das wäre nicht der Fall, erklärt der Bundorfer Landwirt, wenn Gesteinsmehl auf die Felder gegeben wird. Dieses enthält Spurenelemente und Mineralien, die den Stoffwechsel im Boden verbessern und dadurch die Pflanzen in natürlicher Form zur Verfügung stehen.

Dieses Bewusstsein ist bei Schmöller nicht erst gereift, seitdem er seinen Betrieb unter ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Biolandwirt ist er erst seit einem Jahr. Auf Gesteinsmehl schwört er dagegen seit fünf Jahren. Solange schon bringt er es auf seine Felder aus. „Im ersten Jahr waren es fünf Tonnen pro Hektar“, sagt er, „heute verteile ich auf die gleiche Fläche nur noch drei Tonnen.“

Mit sichtbarem Erfolg. „Seit ich mit Gesteinsmehl dünge, hat sich der Mineralstoffgehalt meines angebauten Tierfutters erhöht“, erklärt Schmöller. Die Kühe, die er damit fütterte, zeigten eine höhere Fruchtbarkeit, ihre Klauen waren gesünder. Das Futter war offenbar gesünder als zuvor. Nur: Das interessiert in der Lebensmittelbranche bislang nur bedingt. „Wenn ich heute beispielsweise Getreide abliefere, dann misst keiner dessen Mineralstoffgehalt“, sagt Landwirt Schmöller. Was in dem System zählt, ist die Masse. Und wachstumsfördernd ist Gesteinsmehl nun mal primär nicht. Was hier zählt ist die Nachhaltigkeit.

Das Vertrauen, das Schmöller in das Gesteinsmehl setzt, geht so weit, dass er jeden Morgen, zum Frühstück, einen halben Löffel ultrafeines Gesteinsmehl der Marke Biolit in einem Glas Wasser auflöst und trinkt. „Seitdem ich das mache, fühle ich mich leistungsfähiger, mein Darmmilieu ist gestärkt und gesund.“ In sein Guten-Morgen-Mixgetränk gibt Schmöller auch einen Schluck Effektive Mikroorganismen (EM). Diese EM sind für ihn – in Kombination mit dem Steinmehl – ein Universalmittel.

Denn: Das feine Gesteinsmehl bietet dank seiner großen Oberfläche eine optimale Grundlage für EM, und diese unterbinden Fäulnis und fördern die Verrottung. Im Kompost ebenso wie in Gülle. Zusammen mit den im Gesteinsmehl enthaltenen Silikaten verhindern EM auch die Ausbreitung von Pilzen, wirken also als Spritzmittel gegen Pflanzenkrankheiten. Auf völlig natürlicher Grundlage.

Schmöller setzt die EM-Flüssigkeit selbst in großen Edelstahltanks an. Vier Tage bei warmen Temperaturen, dann folgen vier Tage zum Absetzen. EM wie Gesteinsmehl gibt Schmöller mittlerweile an Landwirte und Hobbygärtner weiter. Gesteinsmehl lässt er sich aus Österreich und aus dem Fichtelgebirge per Lastwagen anliefern und lagert es in einem Silo sowie sackweise. „Anfangs waren etliche Kollegen skeptisch“, gesteht Schmöller, „doch die, die es so wie ich am Anfang gemacht haben, und Steinmehl einfach mal probiert haben, sind zufrieden und dabei geblieben.“

Gesteinsmehl ist beispielsweise erhältlich in Gartenfachmärkten oder bei Utho Schmöller in Bundorf.

Urgesteinsmehl und Effektive Mikroorganismen

Diabas oder Basalt, das sind die beiden häufigsten Ausgangsgesteine, die fein vermahlen als Urgesteinsmehl verwendet werden. Die Bodenhilfsstoffe enthalten Silikate und Feldspäte und stellen durch ihre langsame Verwitterung für Pflanzen wichtige Mineralstoffe bereit. Weiter enthält Urgesteinsmehl auch weitere wichtige Spurenelemente wie Kupfer, Molybdän, Bor, Nickel, Zink und Kobalt. Effektive Mikroorganismen (EM) werden zur Bodenverbesserung und Pflanzenbehandlung eingebracht beziehungsweise versprüht. EM bestehen vor allem aus Milchsäurebakterien, Hefen und Nichtschwefelpurpurbakterien. Die Erkenntnisse über EM beruhen grundlegend auf den Forschungen des japanischen Wissenschaftlers Teruo Higa, der in den 1970er Jahren festgestellt hat, dass eine Kombination von etwa 80 verschiedenen Mikroorganismen faulende organische Substanzen so beeinflussen können, dass daraus ein lebensfördernder Prozess entsteht. EM finden seit langem auch Anwendung in Wasch-, Putzmitteln, Kosmetik, Farben und Getränken. Quelle: Wikipedia

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