Ermershausen

Vom Sühnekreuz zum „Gesundheitsbrünnlein“

Die Teilnehmer der fünften Gemarkungswanderung in Ermershausen.
Foto: Helene Lutz | Die Teilnehmer der fünften Gemarkungswanderung in Ermershausen.

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“, mit diesem Zitat von Goethe hatten die Veranstalter, die Gemeinde Ermershausen, der Haßbergverein, die Feuerwehr Birkenfeld und die Dorfjugend Dippach zur fünften Ermershäuser Gemarkungswanderung eingeladen. Rund 40 Teilnehmer hatten dem Dauer-Nieselregen vom Samstag getrotzt und ließen sich am Feuerwehrhaus in Ermershausen von Bürgermeister Günter Pfeiffer begrüßen.

Sein Dank galt vorab den Organisatoren für die Verpflegung sowie Rupert Fichtner von der Ortenburg?schen Forstverwaltung, der den interessierten Zuhörern im Verlauf der Wanderung viele Informationen zur Waldbewirtschaftung gab.

Für den kulturellen Part war Walter Herold zuständig, der die Wanderung als einen Ausdruck der Gemeinschaft von Ermershausen, Birkenfeld und Dippach wertete, die zwar gemeindepolitisch getrennt (Birkenfeld und Dippach sind Ortsteile von Maroldsweisach), jedoch schon immer „verbandelt“ waren und bleiben, sei es durch Kirchengemeinde oder Vereinsgemeinschaft. Die drei Dörfer werden durch die ausgewählte Wanderroute „Huttenweg“, die vor einigen Jahren vom Haßbergverein in enger Zusammenarbeit mit dem Naturpark Haßberge angelegt wurde, verbunden. Namensgeber für den „Huttenweg“ ist das einst hier herrschende Adelsgeschlecht, an das einige historische Besichtigungspunkte erinnern. Die Route führte zur Kohlplatte, vorbei am Sühnekreuz zum Judenfriedhof, in dem auch die Großmutter des ehemaligen amerikanischen Außenministers Henry Kissinger beerdigt wurde. Interessante Informationen gab es hier von Bürgermeister Pfeiffer zur Planung der privaten Initiative „DenkOrt“, ein Denkmal beziehungsweise eine Erinnerungsstätte für deportierte Juden zu errichten. Jeder Ort aus dem Juden deportiert wurden, habe die Möglichkeit, sich in Form eines Gepäckstückes aus Stein, in dem der Ortsname eingraviert ist, zu beteiligen. Das Gepäckstück soll an der zentralen Gedenkstätte am ehemaligen Verladebahnhof in Würzburg platziert werden, ein Duplikat davon wird seinen Platz am Denkmal in Ermershausen finden. Die Gemeinde habe dazu bereits ihre Bereitschaft erklärt, die Planungen seien aber noch nicht realisiert worden, so Bürgermeister Pfeiffer.

Auf dem weiteren Weg stießen die Wanderer in Nähe der Weidachsmühle auf das „Gesundheitsbrünnlein“, auf das Schloss in Birkenfeld und auf die Ruine in Dippach. Über den Wiesengrund führt der Weg zurück nach Ermershausen, wo die Teilnehmer bei einer Bratwurst die Wanderung ausklingen ließen. (ene)

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