Eltmann

Wildparker und Raser im Visier: Jetzt kommt das Halteverbot

Die "Stabilitätswiederherstellung" am Eltmanner Stadtmauerturm ist abgeschlossen, von den Maßnahmen überzeugte sich der Bauausschuss am Montag vor Ort.
Foto: Sabine Weinbeer | Die "Stabilitätswiederherstellung" am Eltmanner Stadtmauerturm ist abgeschlossen, von den Maßnahmen überzeugte sich der Bauausschuss am Montag vor Ort.

Regelungen mit fließendem und ruhendem Verkehr beschäftigen den Bauausschuss mit schöner Regelmäßigkeit. So war es auch am Montag: Im Fokus standen die schmale Straße "Promenade" am Rande der Altstadt in Eltmann sowie die "Frankenstraße", die Ortsdurchfahrt von Roßstadt, die vor wenigen Jahren komplett neu ausgebaut wurde.

Im Zuge dieses Ausbaus konnte auch ein durchgehender Gehweg realisiert werden – der in der westlichen Frankenstraße aber vor allem von Freitag bis Sonntag weitgehend zugeparkt ist. Wenn die beiden Gastwirtschaften geöffnet sind, haben nur die wenigsten Autofahrer einen Blick für vorschriftsmäßiges Parken.

Dieses Fehlverhalten hatten einige Stadtratsmitglieder schon vorausgesehen, als es darum ging, auf welcher Straßenseite das absolute Halteverbot angeordnet werden sollte. Das ist auf jeden Fall unumgänglich, um eine ausreichende Fahrbahnbreite für Busse, Müllauto oder landwirtschaftliche Fahrzeuge zu garantieren. Wegen der Gehsteig-Parkerei hatte Bürgermeister Michael Ziegler Kontakt mit der Polizei aufgenommen und die Verlegung des Halteverbots besprochen.

Ziegler selbst war zur jetzigen Bauausschusssitzung kurzfristig verhindert, so dass zweiter Bürgermeister Hans-Georg Häfner die Sachverhalte vorlegte. Nach ausgiebiger Diskussion über das Parkverhalten allgemein und das rücksichtslose Gehweg-Parken im Besonderen stimmte eine Mehrheit von sechs zu zwei Bauausschussmitgliedern für die Verlegung des Halteverbotes auf die Straßenseite des Gehweges zwischen den Hausnummern 12 und 22/24.

Keine Geschwindigkeitsbeschränkung 

Ebenfalls aus der Frankenstraße in Roßstadt kam der Antrag auf eine Tempo-Beschränkung auf 30 Stundenkilometer. Wegen dieses Antrags beauftragte der Bauausschuss im vergangenen Jahr, die städtischen Geschwindigkeitsmessgeräte in Roßstadt aufzustellen und dann eine Entscheidung zu treffen. Schon damals wurde vermutet, dass es hier wohl eher um subjektives Empfinden geht, da Roßstadt durch die vorbeiführende B 26 ja keinen Durchgangsverkehr wie andere Orte habe.

Diese Auffassung bestätigten auch die Messergebnisse aus dem August und September 2020. Diese ergaben, dass 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer nur 40 bis 41 Stundenkilometer schnell waren. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung ist daher aus Sicht des Bauausschusses  nicht nötig.

Spielstraße oder Einbahnstraße?

Mehr und vor allem immer schnelleren Verkehr beklagen auch Anwohner der Promenade in Eltmann, vor allem werktags an den Nachmittagen. Viele Besucher der Bank und Büros am Beginn der Promenade nutzten – statt der etwas unübersichtlichen Ausfahrt zwischen Bundesstraße und Zinkenstraße – die gerade Durchfahrt durch die schmale Promenade, die eigentlich nur für Anliegerverkehr freigegeben ist.

Immer mehr und schneller wird durch die schmale Promenade in Eltmann gefahren, klagen die Anwohner. Der Bauausschuss diskutierte am Montag Möglichkeiten, das zu ändern.
Foto: Sabine Weinbeer | Immer mehr und schneller wird durch die schmale Promenade in Eltmann gefahren, klagen die Anwohner. Der Bauausschuss diskutierte am Montag Möglichkeiten, das zu ändern.

Dabei würde teilweise kräftig Gas gegeben, schilderten Nachbarn den Ausschussmitgliedern bei der Ortseinsicht. Das Gremium kam nach eingehender Diskussion in der anschließenden Sitzung nicht zu einer überzeugenden Lösung. Geprüft werden soll, ob die Ausweisung einer Spielstraße oder eine Einbahnstraßen-Regelung praktikabel und zielführend wären.

Sanierung der Stadtmauer 

Gleich neben der Promenade nahmen die Bauausschussmitglieder die abgeschlossene Standsicherung des Stadtmauerturms in Augenschein. 45 000 Euro wurden investiert, um weitere Wasserschäden in dem kleinen historischen Gebäude und auch bei Nachbarn zu verhindern. Wenn diese Maßnahme gänzlich abgeschlossen ist, hat die Verwaltung bereits den Auftrag, mit der Denkmalpflege die Sanierung der Stadtmauer in diesem Bereich vorzubereiten.

Die offene Mauerkrone und der Bewuchs der Fugen beeinträchtigen die Standfestigkeit der Mauer und gefährden auf Dauer die Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert, die einst 950 Meter lang war.

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