Knetzgau

Wird der Wehrsteg dauerhaft gesperrt?

Der Wehrsteg an der Schleuse Knetzgau ist laut Mitteilung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt bis Ende 2019 gesperrt:
Foto: Michael Mößlein | Der Wehrsteg an der Schleuse Knetzgau ist laut Mitteilung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt bis Ende 2019 gesperrt:

Seit über sechzig Jahren ist auf die Schleuse in Knetzgau Verlass, ebenso auf das dazugehörige Wehr. Der Main ist eben ein regulierter Fluss, ohne Staustufen wäre hier keine Schifffahrt möglich, das Hochwasser wäre ein deutlich häufiger gesehener Gast im Maintal. Neben ihrer eigentlichen Funktion übernehmen Wehr und Schleuse seit sechs Jahrzehnten noch eine andere, ebenfalls nicht unwichtige Aufgabe. Sie ermöglichen Fußgängern und Radfahrern das Überqueren des Flusses trockenen Fußes.

Über das Wehr führt ein sogenannter Wehrsteg. Der gehört wie die ganze Anlage zum Inventar des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt (WSA). In Schuss gehalten werden muss der Weg aber durch die Gemeinde Knetzgau. Die Oberhoheit liegt jedoch beim WSA und diese Behörde hat derzeit den Weg komplett gesperrt. Kein Radler, kein Spaziergänger, kein Jogger – der Mainübergang ist dicht.

„Wenn weiterhin Sachbeschädigungen und Verschmutzungen an dem Wehrsteg vorkommen, bleibt er dauerhaft geschlossen“
Stefan Paulus, Bürgermeister

Bürgermeister Stefan Paulus bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion, dass der Wehrsteg gesperrt wurde. Dafür gibt es verschiedene Gründe, so Paulus. Zum einen wurden bei der Brückenprüfung erhebliche Rostschäden am Treppenaufgang festgestellt, die zunächst behoben werden müssen. Das ist verständlich, denn schließlich müssen ja auch die Schleusen selber alle sechs Jahre trockengelegt und auf etwaige drohende Fehlfunktionen überprüft werden. Das sollte also auch für die „Nebenanlagen“ wie Wehrstege gelten. Die aktuelle Baumaßnahme entspricht also normalen Gegebenheiten, wie sie im Rahmen einer Grundinstandsetzung der Elektro- und Maschinentechnik eben vorgesehen sind. Nach der Winterpause werden die dafür nötigen Arbeiten im März fortgesetzt und sollen bis Ende 2019 andauern.

Es gibt jedoch noch andere Gründe, die für eine nach 2019 andauernde Sperrung sorgen könnten. Die Ausführung der Geländer an dem Wehrsteg entspricht in Höhe und Füllstababstand nicht den Vorschriften für öffentliche Bereiche. Das heißt auf Deutsch: Solange hier Fußgänger oder Radfahrer, die ihren Drahtesel schieben, den Wehrsteg passieren, ist das Geländer ausreichend. Wenn Radfahrer es jedoch nicht lassen können, auf ihrem Rad fahrender Weise den Steg zu benutzen, ist das nicht nur vorschriftswidrig, sondern auch sehr gefährlich, denn nur allzu leicht könnte der Radfahrer das Gleichgewicht verlieren und über das Geländer in die Tiefe stürzen.

Und noch ein Umstand hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt vergrätzt. Türen und Wände an dem Wehrsteg „wurden in der Vergangenheit immer wieder mutwillig beschmiert“, so Bürgermeister Paulus. „Auch aktuell sind mehrere Bereiche mit Graffiti beschmiert.“ Paulus befürchtet, dass „mit einer Kündigung des Nutzungsvertrages durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung gerechnet werden muss“, wenn weiterhin Sachbeschädigungen und Verschmutzungen an dem Wehrsteg vorkommen. „Der Wehrsteg bleibt dann dauerhaft geschlossen“, zitiert der Bürgermeister die Behörde.

Was dem Gemeindeoberhaupt nicht gefallen würde – „der Weg ist wichtig für Knetzgau. Viele Bürger nutzen den Weg, um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen“. Deshalb versteht Paulus auch nicht, dass so mancher Radfahrer, der den Weg nutzt, nicht bereit ist, sein Rad über den Wehrsteg zu schieben, sondern lieber die Schließung des Weges für alle Zeit riskiert.

Appell an die Bürger

„Die Gemeinde hat keine Möglichkeiten“, so Paulus im Gespräch mit dieser Redaktion, diese Sperrung zu verhindern. Die endgültige Sperrung könne nur abgewendet werden, wenn die Sachbeschädigungen und Schmierereien unterbleiben.

Paulus weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Gemeinde stets ihren Verpflichtungen nachgekommen sei und die aufgetretenen Beschädigungen und Schmierereien immer wieder auf eigene, zum Teil nicht unerhebliche Kosten in Ordnung gebracht habe. Inzwischen sieht Paulus aber die Zukunft des Wehrsteges ernsthaft bedroht, wenn es nicht gelingt, die Verschmutzungen und Zerstörungen zu verhindern. Bürgermeister Paulus ruft deshalb die Bevölkerung auf, „Augen und Ohren offenzuhalten. Bitte melden Sie sachdienliche Hinweise der Gemeinde, damit gegen die Verursacher auch Anzeige erstattet werden kann“.

Der Zugang zum Wehrsteg an der Knetzgauer Schleuse ist gesperrt.
Foto: Stefan Paulus | Der Zugang zum Wehrsteg an der Knetzgauer Schleuse ist gesperrt.
Graffiti kann eine dauerhafte Sperrung des Wehrstegs verursachen.
Foto: Stefan Paulus | Graffiti kann eine dauerhafte Sperrung des Wehrstegs verursachen.
Türen und Wände wurden in der Vergangenheit immer wieder mutwillig beschmiert.
Foto: Stefan Paulus | Türen und Wände wurden in der Vergangenheit immer wieder mutwillig beschmiert.
Auch aktuell sind mehrere Bereiche des Knetzgauer Wehrsteges mit Schmierereien beschmutzt.
Foto: Stefan Paulus | Auch aktuell sind mehrere Bereiche des Knetzgauer Wehrsteges mit Schmierereien beschmutzt.
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