Kitzingen

Alltagshelden: Gemischte Gefühle an der Metzgertheke

Sie sind Helden des Alltags: In dieser Serie stellen wir Menschen vor, die das öffentliche Leben aufrecht erhalten. Heute: Verkäuferin Silke Schenk aus Kitzingen.
Silke Schenk kümmert sich im Kitzinger Nahkauf darum, dass trotz Corona die Lebensmittelversorgung läuft.
Foto: Carolin Hoverling | Silke Schenk kümmert sich im Kitzinger Nahkauf darum, dass trotz Corona die Lebensmittelversorgung läuft.

Die Wirtschaft leidet unter den Auswirkungen des Coronavirus, zahlreiche Unternehmen befinden sich derzeit in Kurzarbeit. "Im Lebensmitteleinzelhandel haben wir da keine Sorgen", sagt Silke Schenk, Verkäuferin im Kitzinger Nahkauf. Sie und ihre Kollegen haben zurzeit erst recht allerhand zu tun: "Ich bin eigentlich überall eingesetzt. Mal sitz' ich an der Kasse, stehe an der Metzgertheke oder fülle die Regale auf", sagt die 45-Jährige aus Wiesenbronn (Lkr. Kitzingen).

"Besonders das Einräumen machen wir zurzeit viel häufiger als sonst. Aber um Ostern ist sowieso immer viel los. Beim Arbeiten versuchen wir, uns selbst zu schützen. Ich trage zum Beispiel Handschuhe und an der Kasse haben wir eine Plexiglasscheibe. An der Metzgertheke sind wir den Kunden schon näher. Da hab ich gemischte Gefühle. Aber es ist nicht so, dass ich mit Angst auf der Arbeit stehe", sagt Silke Schenk. "Die meisten Kunden achten selbst auf Abstand und tragen Handschuhe oder Mundschutz." 

Was die Verkäuferin "manchmal sehr verwundert": "Dass manche immer noch wegen Kleinigkeiten einkaufen gehen. Da frag ich mich, ob's die Packung Hackepeter jetzt wirklich so dringend braucht.  Aber ich glaube, dass es die meisten mittlerweile begriffen haben." Zeichen der Anerkennung bekommen die Mitarbeiter im Nahkauf auch: "Eine Kundin schenkte letztens jedem Angestellten eine Rose. Das findet man dann schon richtig toll, weil es keine Selbstverständlichkeit ist."

Sie gehe gerne arbeiten, sagt Silke Schenk, auch zurzeit: "Es ist schön, wenn man noch rauskommt und was anderes sieht oder hört. Auch finanziell ist es natürlich praktisch für meine sechsköpfige Familie." Für die sei die Situation gerade aber schwer. "Besonders trifft es eine meiner Töchter. Der wird die ganze Isolation zuhause gerade zu viel. Das ist auch als Mama nicht einfach, die Arbeit mit der Familie daheim zu koordinieren."

In unserer Serie "Alltagshelden" stellen wir Menschen aus der Region vor, die täglich ihr Bestes geben, um das öffentliche Leben trotz der Corona-Krise aufrecht zu erhalten. Viele können nicht von Zuhause aus arbeiten und müssen sich deswegen täglich neuen Herausforderungen stellen. Ein großes Dankeschön dafür!

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