VOLKACH

Die „Zeitverschenker“ wollen nur Gutes tun

Die Volkacher Initiative „Zeit füreinander“ feiert am Wochenende ihren zehnten Geburtstag. Gefeiert wurde schon einmal: vor fünf Jahren, als dieses Foto entstand.
Foto: FOTO Katrin anger-puente | Die Volkacher Initiative „Zeit füreinander“ feiert am Wochenende ihren zehnten Geburtstag. Gefeiert wurde schon einmal: vor fünf Jahren, als dieses Foto entstand.

(rr) Am Freitag, 24. Juli, feiert die Volkacher Initiative „Zeit füreinander“ ihren zehnten Geburtstag. Grund genug für die ehrenamtlichen Helfer zu feiern.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, ist das Leitmotiv der Volkacher Gruppe – ein eifriges Team Ehrenamtlicher, die ihre Freizeit nicht nur bedürftigen, alleinstehenden und kranken Menschen zur Verfügung stellen. Vielmehr bietet die Truppe Unterstützung jeglicher Art an. Die Helfer sind, wann immer sie benötigt werden, im Einsatz, verrichten für ihre Schützlinge Botendienste und kleinere Hilfestellungen im Haushalt, besuchen Kranke und begleiten bei Arztbesuchen und Behördengängen.

Auch die Altersberatung oder die Kontakte zu Neubürgern, Gruppenarbeit im Seniorenheim und die Hausaufgabenbetreuung lernschwacher Kinder haben einen festen Platz. Sogar der Ergänzung familiärer Strukturen, beispielsweise als Großelternersatz, haben sie sich angenommen, erzählt Wiltrud Klapheck vom Leitungsteam.

Die Volkacher Gruppe ist zwischenzeitlich auf über 40 Helfer angewachsen und erfreut sich regen Zuspruchs aus der Bevölkerung. Eine außerordentliche Erfolgsgeschichte schreibt das Volkacher Modell inzwischen auch in anderen Orten, wo schon mehr als acht Gruppen die Volkacher Idee aufgenommen haben. Besonders erfreut registrieren die Verantwortlichen, dass von diesen Neugründungen wiederum neue Impulse an benachbarte Gemeinden ausgehen. Für die Schaffung dieses Multiplikationseffektes sind die Volkacher 2008 mit dem großen Preis der Main-Post-Aktion „Zeichen setzen“ ausgezeichnet worden. 2004 erhielt die Initiative den Bürgerkulturpreis des Bayerischen Landtages.

Die Idee, jede Woche eine Stunde der persönlichen Zeit an andere Menschen zu verschenken, entwickelte sich 1999 in der Volkacher Pfarrgemeinde, informiert Wiltrud Klapheck über die Entstehungsgeschichte. Mit geringem eigenen Zeitaufwand wollte man für andere Mitbürger Ansprechpartner in schwierigen Lebenslagen sein und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zunächst sammelten sich fünf Frauen um Ute Schmitt und begannen, bedürftigen Mitmenschen in der Nachbarschaft eine Stunde Zeit zu widmen. Rasch erweitere sich der Kreis – sowohl der der Helfer, als auch der der Bedürftigen, so dass die Gruppe bereits nach kurzer Zeit schon 20 „Zeitverschenker“ zählte.

Auch künftig soll es so weiter gehen. Der Auf- und Ausbau der heutigen Tätigkeitsbereiche, die Förderung und Unterstützung ehrenamtlicher Helfer und die Schulung und Fortbildung der eigenen Mitarbeiter haben sich die Mitglieder der Initiative auf ihre Fahne geschrieben. Außerdem geplant sind Motivationsveranstaltungen zum Eintritt in ehrenamtliche Tätigkeiten. Zusammen gearbeitet wird mit der Kooperation Ehrenamt, mit Caritas, Diakonie und christlichen Gemeinden sowie mit dem ambulanten Krankenpflegedienst der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und dem Landratsamt Abteilung Seniorenarbeit. Alle Helfer verbindet der Gedanke, Hilfesuchenden „eine Stunde Zeit“ zu schenken.

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