Kitzingen

Finanzierung des Tierheim-Neubaus scheint gesichert

Die Städte und Gemeinden im Landkreis ziehen für das Kitzinger Tierheim finanziell an einem Strang: Für die laufenden Kosten und den Neubau gibt es jetzt einheitliche Regeln.
Der neue Standort steht fest, jetzt gibt es auch eine Lösung bei der Finanzierung: Das Kitzinger Tierheim kann endlich aufatmen.
Foto: Frank Weichhan | Der neue Standort steht fest, jetzt gibt es auch eine Lösung bei der Finanzierung: Das Kitzinger Tierheim kann endlich aufatmen.

Das Kitzinger Tierheim scheint auf einem guten Weg zu sein. Zuletzt wurde mit einem Areal in der Nähe des Golfplatzes die Standortfrage für den Neubau geklärt. Jetzt scheint die nächste Hürde genommen: die Finanzierung des 2,6 Millionen Euro teuren Vorhabens. Es deutet sich an, dass alle Städte und Gemeinden den Tierschutzverein zweifach unterstützen: Mit einem jährlichen Entgelt für die laufenden Kosten sowie einer Beteiligung an den Baukosten.

Richtig durchdacht war die Finanzierung des Tierheimes viele Jahre nicht. Nach Angaben des Tierheims kostet die Pflege von Fundtieren jährlich gut 70 000 Euro. Die Fundtiere müssen geimpft, bei Krankheiten tierärztlich behandelt und mindestens ein halbes Jahr untergebracht werden. Das geht schnell ins Geld: Rund 15 Euro pro Hund und Tag, bei Katzen rund 10 Euro, so lautete vor einigen Jahren eine entsprechende Modellrechnung des Tierheims.

Wenig Einnahmen

Die Einnahmen flossen dagegen eher spärlich: Im Jahr 2016 zum Beispiel bekam das Tierheim 17 861 Euro von den Gemeinden des Landkreises, was 20 Cent pro Einwohner entspricht. Eine viel zu geringe Summe, zumal es auch innerhalb der Gemeinden eher dem Zufallsprinzip unterlag, ob und was man zahlte. Die Differenz wurde über Jahre durch Spenden aufgefangen. Zum Vergleich: Die Kommunen im Kreis Haßberge zahlen 1,20 Euro pro Kopf, im Landkreis Main-Spessart sind es 50 Cent je Einwohner.

Seit bekannt wurde, dass ein Neubau zu stemmen ist, ging es nun auch darum, die finanzielle Situation auf tragbare Füße zu stellen. Es sollte Sicherheit geschaffen werden und es ging darum, alle Gemeinden ins Boot zu holen. Stichwort: Solidarität.

Nur: Wie soll man das anstellen? Welcher Weg ist richtig? Die Initiative übernahm der Iphöfer Bürgermeister Josef Mend in seiner Eigenschaft als Kreisverbandsvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages. Er schrieb im Herbst vergangenen Jahres alle Städte und Gemeinden an und unternahm damit den Versuch, ein kompliziertes Thema möglichst einfach zu lösen. Der Vorschlag: Für die Betriebskosten zahlt jeder ab sofort 70 Cent pro Einwohner und Jahr. Und, weil ein Neubau ansteht, der zum Teil über ein Darlehen von wohl 1,5 Millionen Euro über 20 Jahre finanziert werden soll, wurde eine zweite Rechnung aufgemacht: Alle Städte und Gemeinden geben 20 Jahre lang einen zweiten Beitrag pro Einwohner. Der Vorschlag hier: 80 Cent bis zu einem Euro im Idealfall.

Dringender Appell

Am Ende des Schreibens stand der Hinweis, bis Ende November 2019 verbindlich festzulegen, ob das alles so hinhaut. Und es stand noch etwas da: ein dringender Appell. Der vorgelegte Finanzierungsplan funktioniert nur, hieß es da, wenn alle Städte und Gemeinden mitziehen. Schert einer aus, ist alles hinfällig und man steht wieder ganz am Anfang.

Wobei auch klar war: Zeitlich kann man sich das nicht leisten. Das Tierheim  kann jederzeit geschlossen werden. Weil 2017 Risse im Mauerwerk entdeckt wurden. Verursacht von einem vor rund 110 Jahren stillgelegten Stollen, auf dem das Tierheim steht. Wegen der wackeligen Füße kann jederzeit das Aus drohen, das Tierheim ist nur noch unter Vorbehalt des Bergamtes Nordbayern geöffnet.

Wachsende Zustimmung

Das Schreiben von Josef Mend verfehlte nicht seine Wirkung: Das Thema wurde nach und nach in den Stadt- und Gemeinderäten behandelt, die Zustimmung wuchs und wuchs. Und auch wenn die gewünschte November-Frist nicht eingehalten werden konnte, steht jetzt Ende Januar fest: Bis auf Volkach haben alle Kommunen zugesagt und sind bereit, die beiden Pro-Kopf-Beträge zu zahlen. In Volkach war man lange Zeit wohl unschlüssig, inzwischen signalisierte Bürgermeister Peter Kornell aber auf Anfrage dieser Redaktion: Das Thema wird auf der Tagesordnung des nächsten Stadtrates am 10. Februar stehen und er sei "zuversichtlich", dass sich auch Volkach den anderen 30 Städten und Gemeinden im Landkreis anschließt.

Damit wäre dann das Musketier-Prinzip "Alle für einen, einer für alle" erfüllt und die Finanzierung des Neubaus gesichert. Dem Prinzip ist inzwischen auch der Landkreis gefolgt, der im April vergangenen Jahres ein entsprechendes Zeichen setzte und für den Neubau als freiwillige Leistung 300 000 Euro in Aussicht gestellt hat.

Die aktuelle Statistik des Kitzinger Tierheimes für das Jahr 2019: Es wurden 54 Hunde von ihren Besitzern angegeben, dazu kamen 37 Fundhunde sowie 34 Pensionshunde. Außerdem gaben 26 Katzenbesitzer ihre Tiere ab und es wurden 82 Fundkatzen gezählt. Dazu gesellten sich zwölf Kleintiere sowie sechs Vögel, wie das Tierheim auf Anfrage mitteilte.

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