Kitzingen

Geist der Freiheit weht über Rügerrieth

Witterungsbedingt suchten die Besucher des 12. Feldgottesdienstes im Rügerrieth in die Schafscheune Schutz, es blieb aber bei anfänglichen Regentropfen. Die Predigt hielt Pfarrer Paul Häberlein.
Foto: Gerhard Bauer | Witterungsbedingt suchten die Besucher des 12. Feldgottesdienstes im Rügerrieth in die Schafscheune Schutz, es blieb aber bei anfänglichen Regentropfen. Die Predigt hielt Pfarrer Paul Häberlein.

Der Feldgottesdienst am Pfingstmontag im Rügerrieth fand auch unter schwierigeren Witterungsbedingungen großen Anklang.

Vorsorglich baute der Heimat- und Kulturverein Rügerrieth Sitzgelegenheiten und Altar nicht an gewohnter Stelle nahe dem Flurdenkmal auf, sondern zog gleich in die (viel zu kleine) Schafscheune um. Der Verein ist Veranstalter des Feldgottesdienstes und Nachfolger der erloschenen Körperschaft der Rügerrieth-Bauern. Das Leitwort „Gottes Geist gibt Freiheit“ tat offenbar ein übriges, Christen beider Konfessionen anzulocken.

Es war der zwölfte Feldgottesdienst, wozu Ludwig Döppert namens der Rechtler und Grundeigner in der Flur des untergegangenen Dorfes Rügerrieth die Gäste begrüßte. Es wird seit dem Ende des 15. Jahrhunderts als Wüstung bezeichnet. Döppert kündigte bereits im Vorwort eine Neuerung an, die für Staunen und beifällige Äußerungen sorgte. Auf Anregung von Mainbernheims Altbürgermeister Karl Wolf werde der Verein eine mobile Glocke anschaffen, dazu gebe es bereits Spenden wie vom Konfirmandenjahrgang 2016 in Mainbernheim.

Pfarrer Peter Stier ließ einfließen, dass Fertigungsort und Gusstermin für die Glocke feststehen. Sie wird in Karlsruhe am 4. November in einer Glockengießerei gegossen, die Weihe wird im Verlauf des Pfingstgottesdienstes 2017 erfolgen.

Die Apostelgeschichte über die Freiheit las Eugen Reifenscheid. Freiheit sei ein hohes Gut, betonte Pfarrer Paul Häberlein in seiner Ansprache. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung sei ein Geschenk und passe zu Pfingsten. Häberlein erzählte, wie es um die Freiheit 1988 vor der Wende bestellt gewesen sei. Der Geist der Freiheit habe jedoch bewirkt, dass ein Staatsgefüge zerschlagen wurde und schließlich wie ein Kartenhaus zusammenbrach. Der ökumenische Feldgottesdienst wurde von den Geistlichen Paul Häberlein, Peter Stier und Diakon Peter Walter sowie den Bürgermeistern Ingrid Reifenscheid-Eckert (Willanzheim), Bernhard Brückner (Obernbreit), Thomas Reichert (Marktsteft) und Peter Kraus (Mainbernheim) sowie Ludwig Döppert mitgestaltet. Die Begleitung hatten Mitglieder der Posaunenchöre Obernbreit, Marktbreit, Mainbernheim und Michelfeld übernommen.

Rügerrieth

Die Gemarkung Rügerrieth gehört zu Mainbernheim und liegt zwischen Willanzheim, Obernbreit, Michelfeld und Mainbernheim.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist das Dorf Rügerrieth bekannt. Seit dem Mittelalter ist es eine Wüstung. Die Grenzen sind abgemarkt und die Flächen werden als Wald oder Landwirtschaftsflächen genutzt. Ein „Rügerriethsbürgermeister“ ist Vorsitzender der Rügerriethsbauern. Als Abschluss der Flurneuordnung wurde 2005 ein Flurdenkmal errichtet. Die 3,90 Meter hohe Stele erinnert an den versunkenen Kirchturm, eingemeißelte Szenen an das ehemalige Dorf Rügerrieth. Eine Infotafel erklärt Details. 1939 sollte durch französische Kriegsgefangene eine Bahnverbindung zwischen den nahen Strecken Würzburg-Nürnberg und Würzburg-Ansbach gebaut werden. Der nie vollendete Bahndamm ist heute noch gut sichtbar.

Zu erreichen ist das Rügerrieth aAn der Kapelle in Willanzheim vorbei in Richtung Michelfeld und dann geht ein Feldweg rechts ab – ist auch beschildert. QUELLE:WWW.Willanzheim.de

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