Landkreis Kitzingen

Haustiere in der Arztpraxis: Ist das gefährlich für die Patienten?

Ein Leser beschwerte sich über einen Hund im Behandlungszimmer seiner Ärztin aus dem Kreis Kitzingen. Ist das erlaubt oder gefährden die Keime der Tiere die Gesundheit der Patienten?
Vierbeiner und Corona: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Haustiere das Coronavirus auf Menschen übertragen können.
Foto: Insa Kohler, dpa | Vierbeiner und Corona: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Haustiere das Coronavirus auf Menschen übertragen können.

Ein Leser staunte nicht schlecht, als er bei seinem Arzttermin in einer Praxis im Landkreis Kitzingen einen Hund im Behandlungszimmer entdeckte. Er fragte bei dieser Redaktion nach: Was bringen Mund-Nasen-Schutz oder Abstand halten, wenn grundlegende Hygienemaßnahmen – zu denen er anscheinend eine Haustier freie Praxis zählt – nicht eingehalten werden? Aber können Hunde und andere Haustiere das Coronavirus überhaupt auf den Menschen übertragen?

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Über die Reaktion ihres Patienten zeigt die Ärztin aus dem Landkreis Kitzingen auf Nachfrage dieser Redaktion merklich verwundert. Namentlich möchte sie nicht genannt werden. "Es gab bisher keinen einzigen, der sich bei mir über den Hund beschwert hat", sagt sie auf Nachfrage dieser Redaktion. Jeden Patienten würde die Ärztin vorab fragen, ob er oder sie Probleme mit dem Hund im Behandlungszimmer habe. "Das würde ich natürlich akzeptieren", sagt sie. "Aber da muss man schon ehrlich sein und mit offenen Karten spielen." Wer Angst vor Hunden habe oder Bedenken, der solle das bei ihr ansprechen.

Patienten freuen sich über den Hund

Doch die Reaktionen auf den Hund fielen laut der Ärztin so positiv aus, dass sie sogar schon von Patienten gefragt wurde, warum der Vierbeiner heute nicht dabei ist. Normalerweise sei der Hund nur an einigen Tagen die Woche mit im Behandlungszimmer, und dann etwa in sechs Metern Entfernung zum Patienten und angeleint am anderen Ende des Raums. "Die Patienten finden es klasse", sagt die Ärztin über ihre persönliche Erfahrung. Der Hund in der Praxis habe förmlich Schranken geöffnet zwischen ihr und den Patienten.

Aber könnte der Vierbeiner für Hygiene-Probleme sorgen? "Grundsätzlich ist es so, dass man Tiere in die Praxis mitbringen kann", sagte die Ärztin über die Regelungen. Dadurch, dass ihr Hund am anderen Ende des Raums angeleint sei, komme es auch nicht zum Kontakt zwischen dem Tier und den Patienten – außer, wenn diese das möchten und auf den Hund zugehen würden. Problematisch sind Haustiere laut der Ärztin nur dort, wo operiert wird.

Haustiere und Corona: Übertragung möglich?

"Es ist noch unklar, ob Haustiere das Coronavirus auf den Menschen übertragen können oder nicht", erklärte die Ärztin aus dem Landkreis Kitzingen. Es gebe darauf derzeit aber keine Hinweise, worauf auch das Friedrich-Loeffler-Institut verweist. Auf der Internetseite des Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit heißt es: "Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen." Ausschlaggebend sei die Übertragung von Mensch zu Mensch.

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