Großlangheim

Karl Höchner hat als Bürgermeister viel über Menschen gelernt

Nach 24 Jahren als Bürgermeister von Großlangheim und Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft mit Kleinlangheim und Wiesenbronn hört Karl Höchner nun auf.
24 Jahre lang stand Karl Höchner als Bürgermeister an der Spitze des Marktes Großlangheim und der Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Groß- und Kleinlangheim sowie Wiesenbronn.
Foto: Winfried Worschech | 24 Jahre lang stand Karl Höchner als Bürgermeister an der Spitze des Marktes Großlangheim und der Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Groß- und Kleinlangheim sowie Wiesenbronn.

Seine Bilanz nach vier Amtszeiten kann sich sehen lassen: Das Dorf hat sich entwickelt, denn viele Projekte gingen erfolgreich über die Bühne. Die Dorfgemeinschaft mit den Vereinen als Rückgrat kann die nächsten Jahre getrost angehen, da Karl Höchner seinem Nachfolger Peter Sterk eine finanziell gesunde Gemeinde übergeben kann.

"Ich freue mich, dass ich rechtzeitig gesagt habe, dass ich aufhöre, denn junge Leute haben andere Vorstellungen", sagt Höchner. Er sei davon überzeugt, dass die erfolgreiche Gemeindepolitik mit ihnen fortgesetzt werde.

Dorferneuerung als roter Faden in der Amtszeit

Wie ein roter Faden zieht sich die Dorferneuerung durch seine Amtszeit, die 1996 in dem Jahr startete, als Höchner Bürgermeister von Großlangheim wurde: "Das waren die Sachen, die mich in meiner Amtszeit am meisten beschäftigt haben."

Zu den großen Projekten zählten dabei der Bau des Jugendkellers im Anwesen des Josefstifts oder der Um- und Neubau der ehemaligen Synagoge zum Kulturhaus, das inzwischen für kulturelle Veranstaltungen oder auch private Feiern genutzt wird. Beim Bau blieb Höchner die Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat, Arbeitskreisen und Gesangverein in Erinnerung: "Das ist ein Beispiel dafür, wie positiv sich der Zusammenhalt für das Dorf auswirkte."

Durchgangsstraße erhält ein neues Aussehen

Weiter ging es mit der Renaturierung des Bimbachs, den Umfahrungen für landwirtschaftliche Fahrzeuge, der Renovierung der Stiftsscheune und der Neugestaltung der Durchgangsstraße, die durch gepflasterte Gehwege und Baumpflanzungen ein neues Aussehen erhielt.

Im Zuge dieser Maßnahme wurden auch der Platz um den Winzerbrunnen, die Plätze um das VG-Gebäude und den Friedhof sowie die Schwarzacher Straße neu gestaltet. Bahnhofstraße und Rödelseer Straße wurden allerdings nicht im Rahmen der Dorferneuerung gefördert, sie wurden von der Gemeinde selbst finanziert.

Weitere Projekte in Höchners Amtzeit waren der Multifunktionsplatz neben dem Fußballplatz, der Mehrgenerationentreff im ehemaligen Cafe "Gunda" und die Neugestaltung von Schlossruine und Seeumfeld, das somit für das neue Weinfestkonzept ideale Voraussetzungen bot.

Dass durch den Abriss der ehemaligen Anwesen Reulbach und Hofmockel auch bessere Verkehrsverhältnisse in der Kirchgasse geschaffen wurde, sieht er als weiteren Baustein in der erfolgreichen Geschichte der Dorferneuerung an.

Keine Ortsumgehung: Zu viele waren dagegen

Unzufrieden ist Höchner, dass es nicht gelang, eine Ortsumgehung zu schaffen, "weil zu viele dagegen waren und es Unfrieden im Dorf gegeben hätte". Jedoch sei durch eine Änderung des Flächennutzungsplans die Voraussetzung geschaffen worden, um die Verkehrssituation in Großlangheim doch noch zu entschärfen.

Ebenso bedauert er, dass mit der Dorferneuerung die Sanierung des Josefsstifts nicht gelungen sei. Dass aber der Umbau dieses Gebäudes zur Erweiterung des Kindergartens doch noch mit einem staatlichen Zuschuss über die Bühne gehe, sei "ein Glücksfall".

Dass viele Projekte der Dorferneuerung teilweise schnell verwirklicht wurden, führt Höchner darauf zurück, dass sie von langer Hand geplant waren: "Da konnte manches aus der Schublade gezogen werden und die meisten haben die Maßnahmen mitgetragen." Die große Bereitschaft zur Mitarbeit zeige sich auch darin, dass es den Arbeitskreis "Langa" gebe.

Neue Erkenntnisse über die Menschen gewonnen

Über seine Amtszeit sagt Höchner: "Ich habe neue Erkenntnisse über die Menschen gewonnen, hatte große Freude, wenn etwas geklappt hat, aber auch manche schlaflose Nacht." Dass viele Bürger die verschiedenen Vorhaben befürworteten, führt er auf umfassende Informationen zurück, "die dazu beitrugen, dass manche Vorbehalte verschwanden".

Langweilig werde es ihm auch nach seiner Zeit als Bürgermeister nicht. Als er vor 24 Jahren antrat, war zuhause ein Umbau geplant. Der konnte aber nicht beendet werden, da ihn seitdem das Amt in Beschlag nahm. Bald hat der Schreinermeister aber Zeit, diese Arbeiten zu vollenden: "Was vor 24 Jahren liegen blieb, wird jetzt gemacht."

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