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Kitzingen: Wie steht es um die Kinderbetreuung im Lockdown?

Die Betreuungsangebote für Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter sind vom erneuten Lockdown betroffen. Das heißt allerdings nicht weniger Arbeit für Kindergärten und Co.
Kinderbetreuung in der Corona-Pandemie: Das Haus für Kinder St. Elisabeth bietet auch im zweiten Lockdown eine Notbetreuung an.
Foto: Maria Faiß | Kinderbetreuung in der Corona-Pandemie: Das Haus für Kinder St. Elisabeth bietet auch im zweiten Lockdown eine Notbetreuung an.

Aktuell müssen Kindertagesstätten und andere Betreuungsangebote "schließen". Das schreibt die Regelung im Corona-Lockdown vor. Es darf lediglich eine Notbetreuung angeboten werden. Was bedeutet das für Erzieher und Familien in Kitzingen?

Corinna Petzold-Mühl, Pressesprecherin des Landratsamts Kitzingen, teilt mit, dass mancherorts das pädagogische Gesamtkonzept etwas zurückgefahren werden müsste. Das sei zum einen den geltenden Hygiene-Vorschriften geschuldet, zum anderen der Tatsache, dass Bildungs- und Erziehungsangebote bei Partnereinrichtungen teilweise nicht möglich seien. "Für Kindertageseinrichtungen gilt die Bildung von festen Betreuungsgruppen und Personal, um gruppenübergreifende Tätigkeit auszuschließen", so die Pressesprecherin.

Die Verantwortlichen im Landratsamt seien davon überzeugt, dass die Kindertageseinrichtungen des Landkreises alles unternehmen, um die Betreuung so angenehm und normal wie möglich zu gestalten. "Aber auch Kinder und pädagogisches Personal spüren, dass die Situation eine andere ist", sagt Petzold-Mühl.

Notbetreuung für alle Familien

Kinder, aber auch Eltern fehle der geregelte Tagesablauf von vor der Pandemie. Die häufigen und schnellen Änderungen der Vorgaben erfordere darüber hinaus eine rasche Anpassungsfähigkeit und vor allem Flexibilität der Erzieher. Das Landratsamt stehe den Kindertagesstätten und Kindertagespflegepersonal dabei beratend zur Seite.

Im Vergleich zum ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr steht diesmal allen Familien eine Notbetreuung zu – also nicht nur Eltern mit systemrelevanten Berufen. "Damit geht die Verantwortung über die Entscheidung, ob eine Notbetreuung für das jeweilige Kind gerechtfertigt oder angezeigt ist, voll auf die Kindertageseinrichtung über", erklärt die Pressesprecherin.

Kindertagespflegepersonen stehen vor Herausforderungen

Auch für Menschen, die Kinder in der eigenen Wohnung betreuen, sei die Situation keine leichte. Die Betreuung der Tageskinder fordere von ihnen einen erhöhten Einsatz. Sie müssen beispielsweise einen Hygieneplan, zugeschnitten auf ihre Wohnsituation, erstellen und umsetzen, erläutert Petzold-Mühl.

Dabei gebe es auch hier viele Fragen, Unsicherheiten und Ängste. Zum Beispiel die Angst einer Ansteckung oder auch Existenzängste durch die Selbstständigkeit. Falls Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Betreuung geben, würde das Einkommen für sie wegfallen. 

Ein Blick in den Kindergarten

Im Haus für Kinder St. Elisabeth in Kitzingen laufe der Alltag den Umständen entsprechend gut und besser als im ersten Lockdown, teilt die Leiterin, Monika Maier, mit. Sie und ihre 13 Kolleginnen, darunter Praktikanten, kümmern sich um die Kinder in der Notbetreuung. Die Zahl der Kinder variiert. Am Montag, 18. Januar, waren es zum Beispiel 18. Diese werden in Krippen- und Kindergartengruppe unterteilt. "Die Kinder und Eltern machen die Sondersituation gut mit", sagt Maier.

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Manche Kinder würden von der Situation auch profitieren. Die Leiterin hat festgestellt, dass viele selbstständiger geworden sind und in ihrer Entwicklung Schübe nach vorn gemacht haben. Auch förderbedürftige Kinder könnten speziell betreut werden. So kämen zum Beispiel Logopäden und die Frühförderung weiterhin ins Haus. In diesem sei es außerdem viel ruhiger geworden. "Die Eltern verabschieden ihre Kinder jetzt schon vor dem Haus. Das macht zum einen die Trennung leichter und reduziert den Publikumsverkehr", erklärt Maier.

Erneuter Mehraufwand durch den Lockdown

Trotz alledem stehe die Einrichtung vor Herausforderungen. Auch die Erzieher hätten zum Teil schulpflichtige und betreuungsbedürftige Kinder. "Das vergessen viele", sagt die Leiterin. Diese seien deswegen in Kurzarbeit oder arbeiten aus dem Homeoffice.

Und auch der Mehraufwand durch den erneuten Lockdown sei zu spüren: "Wir müssen Hygienepläne ausarbeiten, genaue Kontaktlisten führen und auch Material für den Infektionsschutz besorgen." Hin und wieder fangen Maier oder andere Erzieher auch den Unmut der Eltern ab. Hier seien sie ständig in Erklärhaltung für die Maßnahmen. Die meisten Eltern hätten jedoch mittlerweile verstanden, dass nicht die Kindergärten die Vorschriften machen.

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Damit auch die Kinder außerhalb der Notbetreuung bedacht werden, schickt der Kindergarten regelmäßig Beschäftigungsmaterial an die Eltern. Zusätzlich finden Telefonate mit den Kindern statt. "Natürlich hoffen auch wir, dass bald wieder Normalität in den Alltag kommt – sowohl für die Kinder und Eltern als auch für die Einrichtungen", sagt Maier abschließend.

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