Kitzingen

Kostenschock: Sanierung der Bernbeck-Schule doppelt so teuer

Die Kitzinger Friedrich-Bernbeck-Schule muss dringend renoviert werden. Der Dachstuhl bereitet große Sorgen. Doch statt 9,5 könnte es nun fast 19 Millionen Euro kosten.
Friedrich-Bernbeck-Schule (Wirtschaftsschule) in Kitzingen. Das Gebäude muss wegen gravierender Schäden im Dachstuhl dringend saniert werden.
Foto: Roth und Partner Architekten | Friedrich-Bernbeck-Schule (Wirtschaftsschule) in Kitzingen. Das Gebäude muss wegen gravierender Schäden im Dachstuhl dringend saniert werden.

Der Schock im Gremium saß tief: Bis zu 19 Millionen Euro könnte die Sanierung der Kitzinger Wirtschaftsschule kosten. Diese Nachricht erfuhr der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung vom Architekturbüro Roth und Partner, Kitzingen. Was zusätzlich weh tut: Die Renovierung ist nicht aufschiebbar. 

Der gesamte Dachstuhl hat inzwischen derart gravierende Schäden, dass die Fachleute eine Ausbesserung des denkmalgeschützten Gebäudes "in naher Zukunft" empfehlen. Denn mittlerweile entstehe ein heftiger Druck auf die Außenwände. Außerdem sei der Brandschutz mangelhaft und auch von Schadstoffen im Gebäude war die Rede. Bauamtsleiter Oliver Graumann sieht zwar keine aktuelle Gefahr, aber doch den Bedarf, die Renovierung nicht auf die lange Bank zu schieben. 

Zwei Varianten zur Auswahl

Friedrich-Bernbeck-Schule in Kitzingen. 
Foto: Roth und Partner Architekten | Friedrich-Bernbeck-Schule in Kitzingen. 

Grundsätzlich stellten Roth und Partner zwei Varianten einer möglichen Sanierung vor. Beiden ist gemein, dass im Innenhof der Friedrich-Bernbeck-Schule ein ein- bis dreigeschossiger Neubau entstehen soll. Dort sollen die Treppe, Toiletten und die Bibliothek eine neue Heimat finden. Der neue Gebäudeteil würde sich dann wie ein Keil durch das alte Haus ziehen, mit einer schräg gestellten Fassade in Richtung Osten. Ziel der Planer ist eine "Einheit aus historischer und moderner Architektur". 

In Variante 1 würde dann der vorhandene Anbau für Sport und Verwaltung ebenfalls saniert. In Variante 2 würde der Anbau abgebrochen und durch einen zweieinhalbgeschossigen Flachdachbau ersetzt. Vorteil dieser Variante: Der Verwaltungsbereich läge damit vollständig auf einer Ebene. Außerdem würden die Sportflächen dann den Anforderungen der Regierung von Unterfranken entsprechen. Auch das Thema Barrierefreiheit wäre berücksichtigt. Der Neubau würde als Kubus an die historische Fassade angedockt. 

Die Kitzinger Wirtschaftsschule.
Foto: Andreas Brachs | Die Kitzinger Wirtschaftsschule.

Während der erste Kostenrahmen aus dem Jahr 2018 noch von einem Aufwand von 9,5 Millionen Euro ausging, liegt nun eine Kostenschätzung vor, die für die Variante 1 ein Volumen von 16,7 Millionen Euro ermittelt hat und für die Variante 2 mit dem Neubau gar 18,8 Millionen Euro. Bauamtschef Oliver Graumann erklärte dazu, dass allein die Kostensteigerungen im Bausektor einen enormen Anteil an diesen Summen hätten. 

Synergien mit städtischen Einrichungen

Stadtrat Timo Markert (CSU), im Beruf Dachdecker, hatte sich das Dachgebälk selbst angesehen. Obwohl es in der Vergangenheit ausgebessert worden sei, sieht er "dringlichen Handlungsbedarf". Er plädierte trotz der Kosten dafür, das Gebäude zu erhalten.

Schulreferent Uwe Pfeiffle (FB-FBW) brachte angesichts der Sanierungssumme den Vorschlag ins Spiel, die Schule an anderer Stelle neu zu bauen. Dem hielt Gertrud Schwab (CSU) entgegen, dass das Gebäude der Stadt gehöre und sowieso saniert werden müsse. Dem pflichtete auch Oberbürgermeister Stefan Güntner (CSU) bei. Selbst bei einem Neubau an anderer Stelle "hätten wir das Haus immer an der Backe". Durch die schulische Nutzung gebe es aber immerhin die höchsten Fördergelder. 

Im Gremium flammte auch die Idee auf, die Wirtschaftsschule nach der Sanierung zusätzlich für städtische Einrichtungen zu nutzen. Nachdem die Schule vor allem vormittags Bedarf habe, könnte sie nachmittags und abends zum Beispiel durch Vhs oder Musikschule genutzt werden. Damit würden die Kosten wenigstens Synergien hervorbringen und zugleich mehr Besucher in die Innenstadt ziehen.

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