Kitzingen

Kultur und Feste im Landkreis: Wo Corona in diesem Jahr bremst

Vergangenes Jahr war hart für Freunde von Festen und Kultur. Sehr viel fiel aus. Wo stehen die Planungen für 2021? Fehlt Veranstaltern am Ende auch das nötige Geld?
Wann wieder Veranstaltungen mit größeren Besuchermengen ohne Hygieneregeln und Mindestabstand  möglich sind, steht in den Sternen. Dies gilt selbst für Veranstaltungen unter freiem Himmel, wie hier das Kunstfest 'Artbreit' für Bildhauerei, Malerei und Musik verschiedener Genre in Marktbreit. Das Foto entstand im Juni 2018.
Foto: Robert Haaß | Wann wieder Veranstaltungen mit größeren Besuchermengen ohne Hygieneregeln und Mindestabstand  möglich sind, steht in den Sternen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sorgten bereits 2020 für ein Jahr nahezu ohne Feiern und Veranstaltungen. Ob Weinfeste, Konzerte, Märkte, Vereinsjubiläen, beinahe alles fiel dem Ganzen zum Opfer. Droht in diesem Jahr Ähnliches? Können die Gemeinden als Veranstalter in der momentanen Situation überhaupt planen? Müssen sie sparen? Dazu fragten wir bei einigen Gemeinden im Landkreis nach.

Eine gute Nachricht vorne weg: Bei der Kultur muss wohl keine der befragten Gemeinden und Städte den Rotstift ansetzen. "Wir planen so, als ob kein Corona wäre", sagte etwa Christina Gehring als Kämmerin der Stadt Volkach. Sie rechnet nicht mit Einsparungen im Etat für 2021, der gerade aufgestellt wird. Zumal die beantragten staatlichen Hilfen für Sing- und Musikschule, oder Volkshochschule bereits geflossen sind, was sehr helfe.

Der Aufwand für Veranstaltungen nimmt zu

In Dettelbach ging Bürgermeister Matthias Bielek den umgekehrten Weg. "Wir haben bei der Kultur nicht gekürzt, sondern auf Umwegen sogar erhöht, indem wir eine Vollzeitstelle mehr geschaffen haben." Man müsse nicht für die Zeit nach, sondern mit Corona planen, so seine Devise. Generell werde der Aufwand für Veranstaltungen durch Vorgaben wie Hygienekonzepte oder Gästelisten zunehmen, schätzt er. Der Ablauf vieler Feste müsse wohl geändert werden, eine entsprechende Vorbereitung sei künftig umso wichtiger, so Bielek. Darauf wolle sich die Stadt Dettelbach rechtzeitig einstellen.

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Nicht nur Bielek vermutet, dass die Menschen dieses Jahr "heiß" auf Feste sind. Mainschleifen-Torismus-Chef Marco Maiberger schildert, dass er gerade in den vergangenen Tagen sehr oft von Bürgern nach seiner Einschätzung gefragt wurde, was denn möglich sei im kommenden Sommer. "Wir müssen den Leuten ein Licht am Horizont, ein Stück weit Normalität zurückgeben", sagt Maiberger. Dazu müsse man auch an die Gewerbetreibenden denken. Für viele seien Veranstaltungen eine Art Wirtschaftsförderung. Nicht nur in Volkach profitierten viele Bäcker, Metzger und Gastronomen von Festen.

Schön war's: Besucher des Weinfestes in Volkach prosten sich im August 2019 ungezwungen zu. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass solche Szenen auch in diesem Jahr kaum vorstellbar sein werden – selbst wenn das Weinfest stattfinden kann.
Foto: Patty Varasano | Schön war's: Besucher des Weinfestes in Volkach prosten sich im August 2019 ungezwungen zu. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass solche Szenen auch in diesem Jahr kaum vorstellbar sein werden – selbst ...

Die gesamte Mainschleife mit Volkach gilt als eine Veranstaltungshochburg, wo gefühlt immer etwas los ist. Vergangenes Jahr wurde eben als Art Ersatz zum großen Weinfest der Kabarett-Sommer aus dem Boden gestampft, der dieses Jahr wieder im Kalender steht. Dazu plane man an der Mainschleife auch die bewährten Sachen, so Maiberger, wie die Volkacher Lebensart oder die Weinfeste, allerdings mit Fragezeichen.

Was ist besser: Abwarten oder Risiko wagen?

Bis Ende März bestehe ja das Verbot von Großveranstaltungen, merkt der Tourismuschef an. Solange stochere man im Nebel. Gibt es dann die erhofften Erleichterungen, müsse man wohl relativ schnell sein mit den Planungen, je nachdem, was in diesem Sommer möglich ist.

Generell jedoch rechnet Maiberger 2021 mit einem Übergangsjahr bis zur Normalität. "Egal, was man plant, die Frage wird sein, ob es das wert ist. Oder ob man noch einmal verzichtet und 2022 wieder richtig loslegt." Kommunen als Veranstalter täten sich da leichter als Vereine. Für die heiße es, das Risiko abzuwägen, das man mit Festen eingeht. Schließlich bleibe bei mehr Aufwand eher weniger Gewinn.

In Iphofen rechnet Tourismus-Chefin Claudia Bellanti damit, dass vieles stattfinden kann, jedoch mit geringerer Teilnehmerzahl. Sie sieht die Gemeinden auch etwas in der Pflicht. "Wir als Kommune haben große und relativ sichere Räume. Wenn wir nichts machen, dann traut sich keiner." Sie gibt zu bedenken, dass sich der Landkreis als Tourismus- und Weinregion sehe, da gehörten Feste erst recht dazu.

Hinter vielem stehen noch Fragezeichen

Iphofen werde wohl am Budget für Kultur nichts kürzen. Geplant sei bereits einiges, vieles jedoch mit Fragezeichen. Verschieben werde man wohl die für den Palmsonntag angesetzten Weinfreundschaften, sagt Bellanti. In vier Wochen wisse man mehr.

Was die Finanzen betrifft, wird auch die Stadt Marktbreit beim bisherigen Rahmen bleiben, schätzt Kämmerer Wolfgang Schmer. Eva Castell-Rüdenhausen von der Tourist-Info geht davon aus, dass das im Vorjahr verschobene Kleinkunstfest "Artbreit" diesmal stattfinden kann, "aber nicht in der Art wie in den letzten Jahren". Bereits abgesagt wurde das Drachenbootrennen wegen der Sanierung der Mainlände. Feste und Termine von Vereinen hat sie bereits einige im Veranstaltungskalender, auch in den VG-Gemeinden wie Marktsteft, Segnitz oder Obernbreit. "Insgesamt sind aber wesentlich weniger Termine eingegangen, als sonst."

Frühlingsmarkt steht noch auf der Kippe

In Dettelbach möchte die Stadt die Weinfest-Gesellschaft beim Altstadtweinfest unterstützen, wo es nötig ist, betonen Bürgermeister Bielek und Arlene Ridler vom Tourismusbüro. "Wir sind sehr daran interessiert, dass es stattfinden kann, allerdings mit einem alternativen Konzept." Ähnlich sieht es in Wiesentheid aus, wo schon einmal die Termine für die Führungen ab dem Frühjahr stehen, so Tourismusleiterin Laura Kreßmann. Skeptisch ist sie beim Frühlingsmarkt, der am Palmsonntag Ende März wäre.

Ob, und wenn ja, wie der Frühlingsmarkt in Wiesentheid in diesem Jahr Ende März stattfinden kann, ist noch nicht endgültig entschieden. Das Bild aus dem Archiv stammt vom April 2019.
Foto: Andreas Stöckinger | Ob, und wenn ja, wie der Frühlingsmarkt in Wiesentheid in diesem Jahr Ende März stattfinden kann, ist noch nicht endgültig entschieden. Das Bild aus dem Archiv stammt vom April 2019.

Für die Steigerwaldhalle hat der Zuständige, Josef Laudenbach, bereits Anfragen, "aber alles sehr bedeckt, weil keiner weiß, was stattfinden kann". Kleinere Veranstaltungen, wie Ausstellungen oder Konzerte, ließen sich auch kurzfristig anberaumen.

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