Kitzingen

Leserforum: Kitzinger Parkhausschließung ist unverständlich

Zum Artikel "Tiefgarage schließt zum Jahresende" vom 2. Dezember erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Innenstadtparkhaus aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den Vertragspartner zu Lasten der Allgemeinheit – insbesondere des Einzelhandels, der Altstadtbewohner und der Kitzingen-Besucher – geschlossen wird.

Vom Grundsatz her ist ein Parkhaus, jedenfalls in Großstädten, eine "Goldgrube". Hier gibt es sogar Parkhausfonds, die mit einer Ausschüttung von circa sechs Prozent arbeiten (so ein Welt-Bericht aus 2015). Nun mag das vielleicht für kleinere Städte nicht so zutreffen, aber trotzdem sind die Unterhaltungskosten relativ niedrig. Aber notwendige Instandsetzungen müssen natürlich auch immer erfolgen. Wenn diese "aufgeschoben" werden, dann sind eben Rücklagen zu bilden. Wenn aber auch das nicht erfolgt, dann kommt es ab irgendeinem Zeitpunkt zu einer sehr hohen Belastung. Wenn also bei der Begutachtung 2013/14 ein Sanierungsaufwand von einem einstelligen Millionenbetrag ermittelt wurde, dann hat man wohl in der Vergangenheit kaum etwas getan bzw. anscheinend auch keine Rücklagen gebildet.

Falls man aber bewusst niedrige Parkgebühren haben wollte, die nicht zu einer Kostendeckung führen, dann ist das eine gewollte politische Entscheidung.

Aber gleichgültig, was der Grund ist, es kann jedenfalls nicht sein, dass nun dies alles zum Schaden der Bürger geht.

Kitzingen hat schon immer ein Parkproblem. Ausweichempfehlungen wie "parken auf dem Bleichwasen" dürfen ja wohl kaum Ernst gemeint sein, denn der Platz ist schon jetzt überbelegt. Wer in der Innenstadt kein Parkangebot bekommt, der sucht sich dann andere Einkaufsmöglichkeiten.

Wie ich aus der Presse ersehen konnte, ist OB Herr Güntner im Verwaltungsrat der Sparkasse, außerdem Aufsichtsratvorsitzender der Stadtbetriebe Kitzingen - also in verantwortlicher Position der beiden Vertragsparteien des Parkhauses, die sich derzeit gegenseitig "beharken". Zusätzlich noch Oberbürgermeister.

Hier überschneiden sich die Aktivitäten. Als Oberbürgermeister ist der Herr Güntner aber gewählt worden, um die Interessen der Bürger zu vertreten. Also sollte er Streitigkeiten von Vertragspartnern, bei denen er selbst auch eine verantwortliche Rolle ausübt, nicht zu Lasten der Bürger austragen.

Wolfgang Helmeke
97318 Kitzingen

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