Marktsteft

Marode Kanäle: Dramatische Situation an der Bushaltestelle

In der Hauptstraße sind die Kanalschäden in Marktsteft am schlimmsten, die Bushaltestelle, hier ein Archivfoto, musste gar gesperrt werden.
Foto: Robert Haaß | In der Hauptstraße sind die Kanalschäden in Marktsteft am schlimmsten, die Bushaltestelle, hier ein Archivfoto, musste gar gesperrt werden.

Eigentlich war das Ergebnis der Stadtratssitzung in Marktsteft am Dienstagabend keine Überraschung: Die Kanäle in der Altstadt sind marode, es bedarf eines großen Aufwands sie zu sanieren. Wie genau das geschehen soll, darüber müssen ich nun Räte und auch Planer Gedanken machen.

Eigentlich steht das Kanalnetz in Marktsteft unter besonderer Beobachtung: Da fast die gesamte Stadt in einer Trinkwasserschutzzone liegt, sind hier die Auflagen besonders hoch: Alle fünf Jahre sind Dichtigkeitsprüfungen und auch Kanaluntersuchungen nötig. Eigentlich – denn seit den 1990er Jahren ist hier wohl nichts mehr passiert. Und schon bei einer Kanalbefahrung in den 1980er Jahren wurde ein Sanierungsbedarf von sechs Millionen Mark, so Bürgermeister Thomas Reichert, festgestellt. Nur ein Teil ist saniert, etwa die Marktbreiter Straße und auch das Rückhaltebauwerk in den Maiauen ist fertig.

Jetzt erfolgte die Untersuchung von "Teil 1" der Altstadt, quasi der Bereich zwischen Hauptstraße und Main. Insgesamt 5750 Meter Kanal mit 220 Schächten. 1600 Meter davon sind in schlechtem Zustand, müssen in den nächsten Jahren saniert werden. Dramatisch ist es im Bereich der Bushaltstelle in der Hauptstraße, wo vom Kanal so gut wie nichts mehr zu sehen ist, wo die Bushaltestelle gesperrt ist, damit hier kein Fahrzeug einbricht. Und im Bereich des Pfarrhauses kreuzt gar eine Gasleitung den Kanal, hier ist allerdings der Gasversorger in der Pflicht.

Bis zu zwei Millionen Euro kosten – Minimum

1,5 bis zwei Millionen Euro an Sanierungskosten nennt das Planungsbüro. Allerdings als unterste Grenze und als reine Kanalsanierung. Hier ist nicht berücksichtigt, ob die Kanäle groß genug dimensioniert sind, ob vielleicht die Straßen oder die Wasserleitungen sinnvollerweise gleich mit saniert werden sollten. Das soll in einem Gesamtkonzept geklärt werden.

Offen bleibt allerdings auch die Frage: Was sagen die zuständigen Ämter dazu? Denn die Kanäle im Wasserschutzgebiet sind zum Teil alles andere als dicht. Wobei auch festgestellt werden muss, dass sich die Aufsichtsbehörden wohl bislang nicht gekümmert haben. Und offen auch die Frage, wie es im weiteren Bereich der Altstadt von Marktsteft im Untergrund aussieht. Kaum zu erwarten, dass die Kanäle hier weniger von Wurzeln durchzogen, weniger korrodiert, weniger gebrochen und weniger kaputt als im untersuchten Bereich sind.

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