Kitzingen

Mit dem Rad um die Welt: Räder auf dem Prüfstand

Abstecher nach Deutschland       -  Annika Wachter und ihr Mann Roberto Gallegos Ricci.
Foto: Ricci | Annika Wachter und ihr Mann Roberto Gallegos Ricci.
Die Kitzingerin Annika Wachter (27) und ihr Freund Roberto Gallegos Ricci (30) sind seit Anfang September 2011 mit dem Fahrrad in der Weltgeschichte unterwegs.

So ging's weiter: Singapur. Geradelte Kilometer: 13892,61. Reisetage: 784. Ehrensache, dass der öffentliche Nahverkehr „nicht ein Mal genutzt wird“, wie Annika schreibt. In einer Woche radeln die Welteroberer 200 Kilometer quer durch Singapur.

Auf dem Programm steht auch der Besuch einer Elektronik-Messe, wo Annika einen neuen Laptop findet. Jetzt heißt es zuschlagen, weil später in Neuseeland und Australien solche Anschaffungen teurer ausfallen dürften. Es findet sich auch ein neues Objektiv für Robertos Kamera.

Später trifft sich das Paar mit Swee, einem leidenschaftlichen Radler, der jeden Tag seine beiden Töchter mit einem Dreier-Tandem zur Schule bringt, um den Singapurern zu zeigen, dass man das Rad auch als Transportmittel nutzen kann.

Das Kennenlernen haben Bärbel und Johan aus Deutschland und Holland organisiert, an denen die Kitzinger seit Monaten permanent vorbeifahren, ohne sie jemals zu treffen. Swee ist vor neun Jahren selbst von Norwegen nach Singapur geradelt, es gibt also genügend Gesprächsstoff.

Am nächsten Tag erzählt Swee, dass er früher für die Shimano-Fabrik in Singapur gearbeitet hat – die erste Shimano-Fabrik, die außerhalb Japans eröffnet wurde.

Seinem ehemaligen Chef erzählte er von dem deutschen Radfahrer-Paar. Jetzt ist die Firmenleitung ganz wild darauf, die Räder mit den originalen Shimano-Teilen zu sehen, mit denen knapp 14 000 Kilometer zurückgelegt wurden – samt Gepäck. Da beide Räder gebraucht gekauft wurden, steht leider nicht fest, wie viele Kilometer sie damals schon auf dem Buckel hatten.

Für Swees Chef sind die Räder eine gute Gelegenheit, um Schwächen und Stärken der weniger teuren Teile kennenzulernen. Fast täglich ging es durch Regen, Sonne, Dreck, Staub und Schnee – jetzt will man die Teile ausbauen und genau unter die Lupe nehmen. Das Gegenangebot: Die Räder sollen gratis umgebaut und aufgemotzt werden.

Bei Annika löst das Glücksgefühle aus: „Wir können unser Glück kaum fassen. Zwei Shimano-Mechaniker legen persönlich Hand an unsere alten Mühlen an und statten sie mit dem Besten aus, was die Fabrik zu bieten hat. Einfach so!“

In der Zwischenzeit gibt es eine Tour durch die Fabrik. Geschlagene sieben Stunden arbeiten die Mechaniker, bevor die Kitzinger ihre Schmuckstücke Probe fahren können. Vom Kabelschutz übers Ritzelpaket bis hin zu den Vorderbremsen – alles glänzt und scheint nagelneu.

Annika hat nun 27 Gänge und die Schaltung funktioniert so astrein, dass man nur noch leicht tippen muss, um den Gang zu wechseln. Vorbei sind die Tage mit quietschenden Umwerfern und Muskelkater im Daumen vom Schalten.

Am gleichen Abend geht's noch zum Hafen, um auf die indonesische Insel Batam überzusetzen. Auf der Insel wartet Boaz aus Australien schon auf das Paar. Der neue Gastgeber ist ein 21-jähriger Englischlehrer, der ein nettes Unterhaltungsprogramm organisiert hat. Auf die Abenteurer warten perfekte Tage fürs Seelebaumelnlassen.

Das Abenteuer ihres Lebens: Wir berichten in loser Folge über die Rad fahrenden Welteroberer. Der Blog im Internet unter www.tastingtravels.com

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