Kitzingen

Sonderausstellung: Max und Moritz müssen sich gedulden

Kein schönes Gefühl: Eine Ausstellung eröffnen, um sie danach gleich wieder dicht machen zu müssen. Katrin Hesse vom Kitzinger Fastnachtmuseum ist genau das passiert.
Katrin Hesse, Leiterin des Deutschen Fastnachtmuseums, in der Sonderausstellung mit Max und Moritz als Molliköpfe.
Foto: Frank Weichhan | Katrin Hesse, Leiterin des Deutschen Fastnachtmuseums, in der Sonderausstellung mit Max und Moritz als Molliköpfe.

Ende vergangener Woche konnte die Sonderausstellung "Typen, Tiere, Witzfiguren. Molliköpfe in der Fastnacht" im Kitzinger Fastnachmuseum noch so eben mit einer Vernissage eröffnet werden – dann ging es auch schon in den Teil-Lockdown. Geplant ist die Ausstellung bis Ende Februar. Jetzt hofft Museumsleiterin Katrin Hesse, dass es im Dezember weitergehen kann. Allerdings mit gemischten Gefühlen.

Frage: Das Fastnachtmuseum im Lockdown – wie muss man sich den November bei Ihnen vorstellen?

Katrin Hesse: Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung – wir bereiten mit unerschütterlichem Optimismus die Ausstellung im März kommenden Jahres vor. Geplanter Titel: "Narren wie sie im Buche stehen". Es geht um die Schelmenliteratur in Zusammenarbeit mit dem Museum Otto Schäfer in Schweinfurt.

Aktuell sollte die Molliköpfe-Sonderausstellung laufen, nach der Vernissage kam aber sofort der Lockdown – wie geht es jetzt weiter?

Hesse: Die Ausstellung steht und harrt ihrer Besucher, die hoffentlich ab Dezember wieder kommen dürfen.

Was sind Molliköpfe?

Hesse: Als Molliköpfe, alemannisch für Dickköpfe, bezeichnet man Stülpmasken aus Pappmaschee, die insbesondere von 1910 bis 1980 sehr beliebt waren. Sie sind übergroß, daher der Name, und stellen alle möglichen karikaturhaften Figuren oder Tiere dar, von Max und Moritz über Zahnschmerzgeplagte bis hin zu Hase und Igel. Gefertigt wurden sie in Thüringen, nach dem Zweiten Weltkrieg dann in Hünfeld in Hessen, bis die dortige Produktion wegen der Absage der Fastnacht 1991 und des Konkurrenzdrucks aus Fernost schließen musste. Aus diesem Grund zählen sie heute zu den Raritäten, zumal sie auch oft kaum mehr als eine Session überleben, weil Papier empfindlich ist.

Wie sieht es generell mit den Besucherzahlen in diesem Corona-Jahr aus?

Hesse: Wir mussten auf fast alle Gruppen verzichten, und auch die Einzelbesuche sind auf weniger als ein Drittel der üblichen Zahlen geschrumpft. Es bleibt also nicht viel.

Wie viele Besucher hätten Sie normalerweise im November?

Hesse: Knapp 500 Gäste waren es im vergangenen Jahr.

Wie sehr schmerzt, dass Fasching mehr oder weniger ausfallen wird?

Hesse: Als Fastnachtmuseum ist es für uns natürlich besonders deprimierend, dass ausgerechnet die Feier, die unseren Sammlungsschwerpunkt bildet, ausfällt. Immerhin wird ja die Sendung Fastnacht in Franken gesendet, wie auch immer man dann die Frage mit dem Publikum löst. Aber das kann das lebendige Fest natürlich nur bedingt ersetzen.

Wie sehen die Planungen für den Rest des Jahres aus?

Hesse: Welche Planungen? November ist normalerweise einer unserer stärksten Monate, über Weihnachten haben wir ohnehin geschlossen, weil in dieser Zeit niemand in Karnevalsstimmung ist. Es bleiben also nur zwei bis drei Wochen, vorausgesetzt, der Lockdown wird nicht verlängert. Und weil dieses Szenario nicht unwahrscheinlich ist, haben wir auch die Adventsveranstaltung für Familien, die für Anfang Dezember angesetzt war, abgesagt. Es bleibt nur, unsere Social-Media-Kanäle zu bespielen, wir sind auf Instagram und Facebook aktiv. Vielleicht posten wir noch einmal eine kleine Büttenrede zur Situation oder lassen uns etwas anderes einfallen.

Ein Blick auf Anfang 2021: Wie planen Sie? Womit rechnen Sie?

Hesse: Es liegt alles im Ungewissen, da geht es uns wie allen anderen. Wir planen unsere Ausstellungen ganz normal, und wir haben auch ein schönes Veranstaltungsprogramm zusammen mit der Fastnacht-Akademie entwickelt, das Konzerte, Kabarett, literarische Abende und mehr umfasst. Was davon stattfinden kann, wird sich zeigen.

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