Wiesenbronn

Über Uganda nach Wiesenbronn: Warmdt startete mit Schwung

Seit sechs Jahren wohnt Volkhard Warmdt in Wiesenbronn, seit Mai ist er Bürgermeister. Über mangelnde Arbeit kann er nicht klagen. Doch warum ist er sooft mit dem Rad unterwegs?
Mit dem Rad ist er oft im Dorf unterwegs, der neue Wiesenbronner Bürgermeister Volkhard Warmdt. Die Wiederbelebung des Krämerladens, vor dem er steht, liegt ihm ebenso am Herzen wie viele andere Themen.
Foto: Winfried Worschech | Mit dem Rad ist er oft im Dorf unterwegs, der neue Wiesenbronner Bürgermeister Volkhard Warmdt. Die Wiederbelebung des Krämerladens, vor dem er steht, liegt ihm ebenso am Herzen wie viele andere Themen.

Seit 2014 wohnt er in Wiesenbronn und bei den Kommunalwahlen im März wurde er zum Bürgermeister gewählt: Volkhard Warmdt, aufgewachsen in der Nähe von Hannover und etliche Jahre als Betriebsleiter eines Gartenbauunternehmens in der Nähe von Wolfsburg tätig. Von vielen Wiesenbronnern wurde vor den Wahlen angesprochen, die ihn für den richtigen Mann an der Spitze des Winzerdorfes hielten. Er selbst, der in den vergangenen Jahren für die Partei "Die Grünen" tätig war, konnte sich zwar die Mitarbeit im Gemeinderat vorstellen und war aber skeptisch ob der Bürgermeisterkandidatur. Letztlich erhielt er aber soviel Zuspruch, dass er sich bereits im ersten Wahlgang gegen seine zwei Konkurrenten durchsetzte.

Viel Publikum bei den Ratssitzungen

Seine Arbeit hat Warmdt mit viel Schwung begonnen und bei den Ratssitzungen in der Sporthalle mit viel Publikumsinteresse war zu spüren, dass ihm sachliche Diskussionen und die Zusammenarbeit im Rat viel bedeuten. Unter seiner Stabführung trifft sich das Gremium nicht nur turnusgemäß am zweiten Dienstag im Monat zu den Sitzungen, sondern auch dazwischen zu Arbeitssitzungen. "Es müssen schließlich viele Themen behandelt werden und es ist wichtig, nach vorne und nicht nach hinten zu schauen", erklärt er.

Außergewöhnlich war Warmdts Weg nach Wiesenbronn: Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2012 machte er eine Radtour durch Uganda und in der Radlergruppe war auch Christiane Brauns, die er kennen und lieben lernte und die seit zwölf Jahren in Wiesenbronn wohnt. Was zunächst zwei Jahre lang eine Wochenendbekanntschaft war, wurde 2014 eine feste Beziehung.

Derzeit bewegen ihn, das Ratskollegium und die Wiesenbronner besonders drei Themen, die auch schon seine Vorgängerin Doris Paul auf Trab hielten. Da ist zum einen der Krämerladen, der wieder zum Leben erweckt werden soll und für den Bewerbungen eingeholt wurden. Dann das geplante Bürgerhaus und der Abwasseranschluss an die Kitzinger Kläranlage. Hier äußert er sich vorsichtig optimistisch, da es neue Gespräche mit der Nachbargemeinde Großlangheim gibt. Vielleicht wird es doch einen gemeinsamen Abwasserkanal geben. Bisher war es so, dass Großlangheim einen Wiesenbronner Abwasserkanal am Großlangheimer Südrand ablehnte, aber nun zu Gesprächen über eine neue Trasse weiter weg vom Dorf bereit ist. "Wenn wir das hinkriegen, bin ich richtig glücklich", sagt Warmdt.

Die Anzahl der Termine hat Warmdt überrascht

Nächste Baustelle: das Bürgerhaus. Warmdt möchte nicht über die Köpfe der Wiesenbronner hinweg entscheiden und lud zu einer Info-Veranstaltung ein. Der Bürgermeister selbst ist von dem Haus "noch nicht so ganz überzeugt, da auch die Folgekosten in die Überlegungen einbezogen werden müssen".

Daneben liegen Warmdt noch viele kleinere Sachen am Herzen, über die er mit vielen spricht, wenn er mit dem Rad im Dorf unterwegs ist, "denn auch die tragen zur guten Atmosphäre im Dorf bei". Dazu gehören auch Vorhaben, wie sie im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) formuliert sind: "Wie viel wir davon umsetzen können, hängt auch von unserer Finanzlage ab", erklärt der neue Bürgermeister klar. Die ist nach seinen Worten derzeit gut, auch wenn wegen Corona Steuerausfälle zu erwarten sind und die Gemeinde in Vorleistung gehen muss, bis dann Zuschüsse fließen.

Dank der Unterstützung durch die VG-Mitarbeiter kam er gut ins Amt. Besonders von der Zusammenarbeit im Rat ist er angetan, "da die Arbeit aufgrund der Referate auf viele Köpfe verteilt ist, was sich schon ganz gut bewährt hat". Überrascht hat ihn doch die viele Arbeit in den ersten Wochen. "Ich habe nicht damit gerechnet habe, so viele Termine wahrnehmen zu müssen, die für die Einarbeitung doch etwas hinderlich waren."

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