Kitzingen

Wie Feuerwehren im Landkreis Kitzingen sich im Lockdown fit halten

Keine Übung, keine Schulung, keine Treffen. Auch die Freiwilligen Feuerwehren hat der Lockdown hart getroffen. Doch sie sorgen für unser aller Sicherheit. Wie machen sie das?
Die Feuerwehrfrau Katharina Hagelstein (links) und Ausbilder Wolfgang Seidl von der Freiwilligen Feuerwehr Kitzingen filmen Video-Clips für die Geräteprüfung. 
Foto: Feuerwehr Kitzingen | Die Feuerwehrfrau Katharina Hagelstein (links) und Ausbilder Wolfgang Seidl von der Freiwilligen Feuerwehr Kitzingen filmen Video-Clips für die Geräteprüfung. 

"Die Einsatzbereitschaft unserer Wehren ist weiter gesichert, auch wenn wir derzeit wegen der Corona-Beschränkungen keine Übungen und Präsenzschulungen machen können", versichert Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht aus Marktsteft. Diese Feststellung stellten die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Kitzingen erst in der Neujahrsnacht bei einem Großbrand in Kaltensondheim unter Beweis. "Draußen wird alles auf das Notwendigste wie Geräteprüfungen beschränkt", erklärt derweil sein Chef, Kreisbrandrat (KBR) Roland Eckert.

Seit dem Lockdown ist der normale Übungsbetrieb bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Kitzingen eingestellt, selbst in der Landkreisführung wird auf Präsenzsitzungen verzichtet und Roland Eckert lädt seinen Führungszirkel einmal monatlich nur noch zu Videokonferenzen. Denn der KBR stellt klar: "Es wäre absolut kontraproduktiv, wenn die Menschen Kontakte reduzieren sollen und sich dann in der Feuerwehr anstecken würden."

Nichtstun mit Videos und Internet überbrücken

Um die Phase des Nichtstuns zu überbrücken, gehen die Floriansjünger neue Wege, dazu hilft ihnen der Landesfeuerwehrverband mit einer so genannten Lernbar, die von den drei Feuerwehrschulen im Freistaat gepflegt werden. "Das ist eine gute Ausbildungsplattform und eine Art Lexikon", beschreibt Dirk Albrecht die willkommene Einrichtung. Damit werden Kommandanten und Jugendwarten Alternativen geboten und Wege gezeigt, wie zumindest im Theorie-Bereich Wissen vermittelt werden kann.

Was eine gute und praktikable Idee darstellt, wird unter anderem bei den Wehren in Kitzingen und Volkach praktiziert. Dort werden Kameras für die Gerätekunde eingesetzt und fast wie im richtigen Feuerwehrleben kann der Zielgruppe vieles gezeigt und gelehrt werden. Es ist auch möglich, Einweisungen in Zweier-Gruppen durchzuführen, dabei wird auf versetzte Starts geachtet. "Auch bei Funkübungen mit Duos macht die Strategie der Duos Sinn, denn sie kommunizieren von verschiedenen Standorten miteinander", sagt Dirk Albrecht.

"Die Einsatzbereitschaft unser Wehren ist gesichert", betont der Marktstefter Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht.
Foto: Hartmut Hess | "Die Einsatzbereitschaft unser Wehren ist gesichert", betont der Marktstefter Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht.

Hilfreich in der Krisenzeit ist die Maßnahme des Freistaats, den Wissenstest für Jugendliche online durchzuführen, so dass der Nachwuchs zumindest in der Theorie Fortschritte machen kann. Kreisjugendwart Thomas Grimmer bedauert, "dass derzeit der gesamte Übungsbetrieb darnieder liegt, weswegen guter Rat teuer ist". Er informiert, dass das traditionelle 24-Stunden-Schwimmen für heuer bereits abgesagt ist und niemand könne derzeit sagen, ob auch die Großaktion des Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlagers wie schon im Vorjahr ausfallen muss.

Die Jugend bei der Stange halten

"Es ist derzeit schwierig, die Jugend bei der Stange zu halten", weiß Thomas Grimmer und er fände es schade, wenn die langwierigen Corona-Beschränkungen dazu führen würde, dass sich Nachwuchskräfte wieder von den Freiwilligen Feuerwehren abwenden.  

"Manche Handgriffe sind unerlässlich im Einsatz, deswegen können unsere Leute Knoten oder Stiche bei nicht alltäglichen Handgriffen auch selbst für sich üben mit einem Seil", heißt es in der Kitzinger Wehr. Dort gilt das Motto "Wer rastet, der rostet", weswegen  die Online-Ausbildung forciert wird. Dass nicht nur der Übungsbetrieb auf Null gestellt wurde, sondern auch das Vereinsleben, das bedauern nicht nur die Kameraden in Obernbreit. "Aber keine Angst, wir sind nach wie vor 24 Stunden an sieben Tagen der Woche einsatzbereit", verkündet die Wehr von Kommandant Sebastian Grün.

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