Kitzingen

World Press: Zugabe bis Sonntag und Lob aus Amsterdam

Corona ein Schnippchen geschlagen – das ist der World-Press-Ausstellung gelungen. Die Schaufenster-Galerie war ein voller Erfolg – und bekommt eine kleine Verlängerung.
World Press im Schaufenster-Format: ein Konzept, das Hoffnung brachte nach langer Lockdown-Zeit.
Foto: Silvia Gralla | World Press im Schaufenster-Format: ein Konzept, das Hoffnung brachte nach langer Lockdown-Zeit.

Herbert Müller kann über beide Backen strahlen: Die erste World-Press-Ausstellung in Kitzingen als Schaufenster-Galerie kam an, der Zuspruch ist groß. Der Sachgebietsleiter der Hauptverwaltung hat sogar noch für eine dreitägige Verlängerung sorgen können: Noch bis diesen Sonntag sind die besten 139 Pressebilder der Welt in 40 Schaufenstern von Kitzinger Einzelhandelsgeschäften zu sehen. 

Herbert Müller
Foto: Robert Haaß | Herbert Müller
Frage: Das schönste Lob, das Sie für die Idee mit der Schaufenster-Galerie bekommen haben?

Herbert Müller: Gerade bei diesem Projekt ist sehr viel Lob von den verschiedensten Seiten eingegangen, was in unseren Breiten nicht immer automatisch passiert. Es waren Mails aus ganz Franken, die positiven Rückmeldungen aus dem Stadtrat, aber auch das Feedback von den Einzelhändlern hat gut getan.

Wie viele Menschen waren geschätzt da?

Müller: Als Fakten können wir die über 15 000 Booklets nennen, die die Besucherinnen und Besucher mitgenommen haben. Außerdem konnten wir rund 2000 durchschnittliche Zugriffe auf die QR-Codes zählen. Stand Donnerstagmorgen. Am Wochenende werden sicherlich noch einige dazukommen. Ob es nun 17 000 Besucher oder 25 000 waren, können wir nur schwierig einschätzen. Die Zahl ist aber nicht das Wichtigste. Entscheidender ist, dass wir in dieser besonderen Zeit mit der Ausstellung etwas Hoffnung gegeben haben, dass es noch etwas anderes gibt als dieses Virus mit all den Begleiterscheinungen.

Welche Erwartungen hatten Sie?

Müller: Die Hoffnung war schon, dass das Konzept angenommen wird, viele Menschen in die Stadt kommen und neben den Bildern auch das weitere Angebot der Einzelhändler und Gastronomen nutzen können. Dass zu Beginn der Ausstellung die Inzidenzahlen auf einem derartig niedrigen Niveau waren, dass auch die Geschäfte normal offen hatten, war ein Glücksfall. Wir wissen um die Zugkraft von World-Press-Photo. Von einem solchen Zuspruch waren wir trotzdem überrascht.

"Amsterdam überlegt, ob dieses Format in Zukunft sogar in Serie geht." 
Herbert  Müller, Organisator World Press in Kitzingen
Welche Lehren konnten Sie mitnehmen?

Müller: Wir haben in nur drei Wochen die Idee umgesetzt. Das war intensiv und sportlich. Mit Blick auf die kurze Zeit und die Vorgaben aus Amsterdam zu Dramaturgie und Bilderserien haben wir den Rundgang „am grünen Tisch“ geplant und sind dann auf die ausgewählten Geschäfte bzw. Inhaber zugegangen. Dabei wurde großes Augenmerk auf die Leerstände gelegt, die sofort verfügbar waren. Deshalb konnten wir manche Einzelhändler nicht berücksichtigen. Bei einer längeren Vorlaufzeit wäre ein differenzierter Blick sicherlich möglich gewesen. Ansonsten haben wir nur gute Erfahrungen gemacht. Kleinigkeiten kann man natürlich immer verbessern, die Ziffern auf dem QR-Code müssten beim nächsten Mal etwas größer gedruckt werden.

Die Reaktionen der Schaufenster-Inhaber?

Müller: Absolut positiv: Wir hatten ja alles dabei, von Einzelhändlern, Institutionen bis hin zu Leerständen. Die Einzelhändler haben tatsächlich auch von den Besuchern der Galerie profitiert. Als wir die Bilder verteilt haben, haben einzelne Geschäfte sogar nach mehr Bildern gefragt.

Wer sammelt die Bilder ein – und was passiert damit?

Müller: Ein Team aus Stadtverwaltung und Stadtmarketingverein sammelt die Bilder am Montag ein und muss diese bis 12 Uhr für die Abholung wieder verpacken – auch wieder sehr sportlich. Aber so können wir zumindest das gesamte Wochenende die Bilder nochmal präsentieren. Der Transportservice von World-Press-Photo holt die Kisten im Laufe des Nachmittags ab und bringt diese nach Amsterdam, wo sie anschließend vernichtet werden müssen – leider. Das ist eine Vorgabe aus Amsterdam und hängt mit den Rechten der Fotografen zusammen. Meine Hoffnung ist, dass wir irgendwann aus dem Verbleib der Bilder in Kitzingen nochmals einen Benefit beispielsweise für soziale Einrichtungen erreichen können.

Abstimmung mit Füßen: Die Schaufenster-Ausstellung lief im wahrsten Sinne des Wortes gut.
Foto: Silvia Gralla | Abstimmung mit Füßen: Die Schaufenster-Ausstellung lief im wahrsten Sinne des Wortes gut.
Gab es Reaktionen aus Amsterdam?

Müller: Die Reaktionen aus Amsterdam waren außerordentlich positiv. Unsere Kuratorin, Samira Damato, war sehr begeistert von der Idee und der Umsetzung. Sie hat Bilder von allen Schaufenstern bekommen. Auch sie hat bestätigt, dass dies einmalig in der Geschichte von World-Press-Photo war. Amsterdam überlegt, ob dieses Format in Zukunft sogar „in Serie“ geht. Wir hatten eine Schulveranstaltung im AKG mit unserer Kuratorin und einem der Gewinner-Fotografen. Im Vorfeld habe ich ihm ein Foto seines Bildes zugeschickt, das in einem Modegeschäft ausgestellt war – auch er war sehr begeistert von der Präsentation.

Ist eine ähnliche Aktion wieder einmal denkbar?

Müller: Die Idee mit der Schaufester-Galerie war nicht ganz neu. Schon vor zehn Jahren haben wir etwas Vergleichbares gemacht. Auch die Gewinnerbilder unser WPP-Wettbewerbe hatten wir schon in den Geschäften der Stadt ausgestellt. Somit ist dieses Format immer wieder denkbar. Auch die beteiligten Geschäfte können sich derartige Aktionen vorstellen.

Steht schon der Termin für die nächste WPP-Ausstellung?

Müller: Wir haben bereits den Vertrag für die Ausstellung in 2022 und 2023 geschlossen. Mit Samira habe ich gesprochen, dass wir wieder im Februar/März 2022 die Ausstellung etwa vier Wochen präsentieren können. In welcher Form, das werden wir rechtzeitig vorher mit Amsterdam angehen. Amsterdam weiß um das Kitzinger Engagement und die Möglichkeit der ansprechenden Präsentation in den Fenstern. Vielleicht bleibt dieses Konzept auch nach Corona bestehen.

Kitzingen kann's also...

Müller: Es war eine starke Teamleistung und eine sehr gute Werbung für die Stadt. Kitzingen hat erneut bewiesen: Wenn alle an einem Strang ziehen, kann am Ende etwas Gutes für Kitzingen herauskommen. Kitzingen kanns – Kitzingen kann World-Press-Photo!

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