Marktheidenfeld

1400 Impfdosen für Main-Spessart in der kommenden Woche

Bei der Anmeldung für Impfetermine "ruckelt" es, gab Landrätin Sabine Sitter in der Kreistagssitzung zu. Auch um die FFP2-Masken gab es Diskussionen.
1300 Impdosen wurden bereits von den mobilen Teams verabreicht, weitere 1400 sollen in Kürze folgen. Das Impfzentrum in der Spessarttorhalle zwei Mal in der Woche mit Impfstoff beliefert werden. 
Foto: Jonas Pröschel | 1300 Impdosen wurden bereits von den mobilen Teams verabreicht, weitere 1400 sollen in Kürze folgen. Das Impfzentrum in der Spessarttorhalle zwei Mal in der Woche mit Impfstoff beliefert werden. 

Seit Impfbeginn am 27. Dezember sind im Landkreis Main-Spessart 1300 Menschen geimpft worden (Stand Donnerstag, 14. Januar). Das teilte Landrätin Sabine Sitter (CSU) in der Kreistagssitzung am Freitag in der Main-Spessart-Halle in Marktheidenfeld mit.

Bei den Geimpften handelt es sich ihren Worten nach in 625 Fällen um Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, womit nun eine Abdeckung von 43 Prozent erreicht sei; geplant sei, dass insgesamt 1446 Heimbewohner geimpft werden. Die weiteren 675 Geimpften verteilten sich auf Mitarbeiter von Heimen, Pflege- und Rettungsdiensten.

Für das Impfzentrum Main-Spessart in Lohr, das zweimal wöchentlich beliefert werde, seien für nächste Woche 1400 Impfdosen angekündigt, sagte die Landrätin. Dass man schwerpunktmäßig in den stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen mit dem Impfen begonnen habe, sei ihrer Überzeugung nach der richtige Weg gewesen.

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Zwischenzeitlich seien auch die über 80-Jährigen Landkreisbewohner angeschrieben worden. Ab nächster Woche solle die zur Terminvergabe erforderliche Software zur Verfügung stehen, so Sitter.

Vor dem Hintergrund, dass der Landkreises Main-Spessart "trauriger Spitzenreiter bei den Todesfällen durch Covid 19" sei, gebe es eine ganze Reihe an Schlüsselfragen, die beantwortet werden müssten, sagte Harald Schneider (SPD) und verlas einen Zehn-Punkte-Katalog. Unter anderem wollte er wissen, ab wann es FFP2-Masken für das Personal im Krankenhaus und in den Seniorenheimen gegeben habe, ab wann und in welchem Turnus das Personal getestet werde und wie viele Pflegekräfte und Ärzte in Landkreiseinrichtungen infiziert worden seien.

Gerhard Kraft (Grüne) störte sich daran, dass man mit einer Handynummer nur einen einzigen Termin bekommen könne; wenn er seine Mutter anmelde, könne er sich selbst nicht mehr anmelden. Das gleiche Problem bestehe bei Anmeldung per E-Mail, ergänzte Christine Kohnle-Weis (SPD).

Sitter: Bei der Anmeldung "ruckelt" es

Ältere Leute wählten meist die Telefonvariante, meinte Thorsten Schwab (CSU), doch wenn sie anriefen, sei dann oft belegt; das sei "nicht zufriedenstellend". "Wir wissen, dass es im Moment noch ruckelt", räumte die Landrätin ein.

Ob es ein Angebot für Landkreisbewohner gebe, die nicht selbst in der Lage seien, zum Impfzentrum zu kommen, wollte Bärbel Imhof (Grüne) wissen. Die Strategie werde sie am Montag mit den Bürgermeistern besprechen, sagte Sitter.

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Mit Verweis auf das Robert-Koch-Institut als Quelle sagte Stefan Cartsburg (AfD), dass FFP2-Masken gesundheitlich nicht unbedenklich seien und nach 75 Minuten eine 30-minütige Maskenpause einzulegen sei.

Offene Anfragen werden per Pressemitteilung beantwortet

Dem hielt der Arzt Christian Baier (Grüne) entgegen, dass sämtliche Pflegekräfte und Ärzte seit Beginn der Pandemie mit FFP2-Masken arbeiteten – in Acht-Stunden-Schichten. Selbst Personen mit Atemwegsproblemen könnten diese Masken kurzfristig, also beispielsweise zum Einkaufen, tragen.

Die von Cartsburg angesprochene Maskenpause-Empfehlung nach 75 Minuten beziehe sich auf das körperlich anstrengende Baugewerbe, bei Pflegern und Ärzten hingegen wäre eine solche Vorgehensweise "lächerlich", meinte Baier. Ähnlich sah das auch Richard Roos (UGM).

Zwar konnte der Kreistag über den von SPD-Mann Schneider gestellten Antrag, dem Beispiel des Landkreises Miltenberg zu folgen und die Bürger per Postversand mit FFP2-Masken zu versorgen, aufgrund der Bestimmungen der Geschäftsordnung des Kreistags in der Sitzung am Freitag nicht abstimmen, allerdings wusste Kultusstaatsekretärin Anna Stolz (FW), dass der Freistaat Bayern 2,5 Millionen FFP2-Masken für Bedürftige zur Verfügung stellen werde.

Die noch offenen Fragen der Kreisräte will Landrätin Sitter in Form von Pressemitteilungen beantworten und so an die Öffentlichkeit bringen.

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